Jaja, das mit den neuen Besen ist so eine Sache. Sie würden gut kehren, heißt es im Volksmund. Das funktioniert mal so, mal so - auch in der Kreisliga Rhön. Beim FC Bad Brückenau (12./6 Punkte) haben sie offensichtlich die besten Errungenschaften der Haushaltsreinigungswaren aus dem Schrank gekramt - ja, aus der vereinseigenen Besenkammer, nicht aus dem Baumarkt. Jakobsche und Klüpfel statt Schaufel und Besen, heißt es beim FC. Denn seit mit Philipp Jakobsche und Markus Klüpfel zwei Spieler die Geschicke der lange punktlosen Sinnstädter leiten, gab's sechs Punkte aus zwei Spielen. Zuletzt einen 6:2-Kantersieg über Rannungen. Sie holen also Versäumtes sauber nach, die FCler. Machen quasi den Frühjahrsputz Mitte September. Und jetzt wollen sie auch den TSV Nordheim (14./6) wegfegen. Wäre doch was.
Ein Sieg würde auch dem SV Garitz (16./4) gut zu Gesicht stehen. Der letzte, das 4:1 in Bad Brückenau am ersten Spieltag, ist nämlich schon ganz schön eingestaubt. Nur klappt's bei den Grün-Weißen noch nicht ganz so gut mit den frischen Putzutensilien. Björn Schlereth ist zwar auch ein alter Bekannter und zuletzt gab's ja immerhin ein beachtliches 0:0 gegen Bad Königshofen, aber als Hochdruckreiniger kann sich Schlereth noch nicht bezeichnen. Beim TSV Großbardorf II (5./13) muss der SV auf jeden Fall seine Defensivschwäche in den Griff bekommen - schon 20 Gegentore, nur ein Team kassierte mehr. Wer? Genau, der FC Bad Brückenau. Da passt doch glatt das nächste Sprichwort: Jeder klär' vor seinem Tor, heißt es doch. Oder so ähnlich.
Was hat das Kreisliga-Wochenende denn noch im Angebot, außer einer Einladung zu Schindluder mit Sprichwörtern? Den FC Reichenbach (15./5) zum Beispiel. Wobei, der könnte sich eigentlich locker an die Garitzer ranhängen, wartet die Elf von Markus Bach doch auch seit dem ersten Spieltag auf einen Dreier. Den nächsten Anlauf startet der FC gegen die DJK Waldberg (13./6). Oder die Ganz-oder-gar-nichts-Kicker vom TSV Wollbach (10./9). Bisher gab's drei Siege und vier Niederlagen, da wäre gegen den TSV Bad Königshofen (4./14) doch eigentlich wieder ein Erfolg rhythmisch. Auf den hofft auch der TSV Rannungen (8./10), wenngleich der VfL Spfr. Bad Neustadt (3./14) beileibe keine Laufkundschaft ist. Und auch der SV Burgwallbach/Leutershausen (6./11) wird die Punkte nicht kampflos dem FC 06 Bad Kissingen (7./11) überlassen.
Bleibt das Spitzenspiel: Der FC Thulba (2./15) empfängt den FC Strahlungen (1./19). Beide sind ungeschlagen und bestens in Form. Warum die Frankonen trotzdem gewinnen? "Weil wir eine sehr breite Brust haben, super drauf sind und ein Heimspiel haben. Das wollen wir selbstverständlich auch gewinnen", sagt Thulbas Spielertrainer Victor Kleinhenz. Ach ja, wir hatten es ja mit Sprichwörtern. Beim SV Ramsthal (1./18, Kreisliga Schweinfurt 1) ist momentan eines recht beliebt: Der Prophet zähle ja nichts im eigenen Land, heißt es landläufig. Nun, bei den Weindörflern passt das schon irgendwie. Letztes Jahr spielte man in der Kreisliga Rhön noch lange gegen den Abstieg, in der Schweinfurter Gruppe marschiert die Elf von Nico Schell nun mal eben vorneweg. "Wir fühlen uns dort sehr wohl, aber nicht nur, weil wir im Moment Erfolg haben", lässt Abteilungsleiter Jochen Hesselbach den Landkreis Bad Kissingen freudig grüßen. Am Wochenende werden die Ramsthaler ja vielleicht mal wieder hierzulande zu sehen sein, den sein Heimspiel gegen Egenhausen hat der SV schon letzten Freitag gewonnen.