SG Garitz/Nüdlingen - HaSpo Bayreuth 25:19 (11:8) - Wenn Natascha Will hadert, ist das nicht gut für das Spiel der SG Garitz/Nüdlingen. Wenn die 30-Jährige erst nach 36 Minuten ihr erstes Feldtor wirft, sinken die Siegchancen rapide. Und trotzdem durfte im dritten Heimspiel der Saison zum dritten Mal gefeiert werden in der Schlossberghalle, wo die 200 Fans ein irgendwie seltsames Spiel erlebten. Siebenmeter-Flut inklusive. "Ich hatte am Anfang Pech mit dem Lattentreffer",versuchte sich Natascha Will an einer Erklärung, warum es vor dem Wechsel weder bei ihr noch bei der Mannschaft rund lief.

Zu drei Toren langte es bis zur Pausen-Sirene dennoch, allesamt per Strafwurf erzielt. "Da fühle ich mich sicher. Ich schaue schon immer auf die Torfrau, wie diese reagiert", lautet das einfache Erfolgsrezept der jungen Mutter, die in der diesmal eher leisen "Hölle Nord" in den ersten fünf Minuten das einzige Tor erzielt hatte. Tore blieben auch danach die Ausnahme, weil das Spiel auf beiden Seiten fehlerhaft war. "Wir haben uns da auch vom Gegner teilweise einlullen lassen", sparte Will nicht mit Kritik. Beeindruckt zeigten sich die Bayreuther allerdings vom aggressiven Verteidigungsstil der Gastgeber. Diverse Verletzungsunterbrechungen waren die Folge. Und eben Siebenmeter. So viele, dass die Wagnerstädter zur Pause hätten führen können.


Torfrauen haben stark gehalten



Es blieb beim Konjunktiv, weil Torfrau Stephanie Piske gleich vier (insgesamt sieben!) und ihre Stellvertreterin Pia Kunzmann einen Strafwurf abkochte. Nach dem Seitenwechsel pfiffen die Unparteiischen noch kleinlicher - mit vier Strafwürfen binnen drei Minuten gegen die Spielgemeinschaft. Drei davon waren drin. Mit dem 11:11-Ausgleich der biederen Gäste drohte erst recht Ungemach, ehe ein 5:0-Lauf den entscheidenden Vorsprung brachte. Jetzt traf Natascha Will auch aus dem Feld heraus, ebenso wie Lisa Wenzke, die mit je vier Treffern vor und nach der Pause die konstanteste Spielerin war. Bemerkenswert freilich auch die vier Tore von Nina Barnickel. Einmal drohte es eng zu werden, doch da verhinderte Stoikerin Stephanie Piske ebenso unaufgeregt wie reflexstark das 18:17. In einer Phase, als Natascha Will draußen saß.

"Nach meiner Bein-OP im Februar fehlt mir teilweise noch die Fitness", erklärte die gebürtige Neuhoferin, die in Haard mit ihrer Familie lebt. Und die jetzt hofft, dass endlich auch auswärts gepunktet wird. "Wir müssen uns in jedem Spiel pushen, um Spannung aufzubauen. Und das schaffen wir bis jetzt nur in unserer Halle. Aber wir arbeiten daran", macht die Torjägerin Hoffnung auf lustigere Heimfahrten als zuletzt.

Tore für die Spielgemeinschaft: Natascha Will (8/5), Lisa Wenzke (8), Nina Barnickel (4), Franziska Thomas (2), Manuela Schäfer, Claudia Pfleger, Karin Wehner (je 1).