Kissinger Wölfe - Trostberg Chiefs 1:4 (1:2, 0:1, 0:1)

Am schwarzen Mann mit dem weißen Helm gab es einfach kein Vorbeikommen. Adam Vrba war der überragende Mann auf Kissinger Eis. Der Goalie der Trostberg Chief schien insbesondere im ersten Drittel tausend Hände zu haben. Noch ehe die Partie begann, hatte es geknallt, weil ein Gäste-Fan einen Böller gezündet hatte. Wölfe-Präsident Vassili Ledin richtete umgehend deutliche Worte an das Dutzend oberbayerischer Unterstützer. Derartige Entschlossenheit hätte man sich auch gerne auf dem Eis gewünscht, wo die Saalestädter zunächst zwar das deutlich aktivere Team stellten, aber in erschreckender Regelmäßigkeit am Tschechen im Trostberger Tor verzweifelten.

"Wir haben ordentlich Druck gemacht, aber der Trostberger Torwart war wirklich gut", sagte Sport-Chef Thomas Berndaner. Es passte ins Bild, dass die Wölfe in eigener Überzahl den ersten Gegentreffer kassierten (5.) und nach einem Eigentor von Kevin Faust (12.) sogar mit 0:2 zurücklagen. Dazwischen hatte Viktor Ledin den Pfosten getroffen, um nach einem klasse Konter über Alexander Andrusovich zu verkürzen.

Gegen Selbs Oberliga-Reserve wurde nach 0:2-Rückstand noch gewonnen (5:2), diesmal verhinderten viele Faktoren die Wende. Nach einem üblen Foul musste Wölfe-Spielertrainer Roman Nikitin vorzeitig in die Kabine, konnte nach einer Eispackung für den Oberschenkel aber zumindest weiterspielen. Was nicht für Mark Stibitz galt, der sich nach einer Disziplinlosigkeit eine Spieldauerstrafe einhandelte und damit pausieren muss am Samstag beim ESV Vilshofen, ehe am Sonntag bereits das Rückspiel gegen Trostberg stattfindet.

Da stand es bereits 1:3, weil die Wölfe in einem schwachen Mittelabschnitt erneut in Überzahl einen Gegentreffer schluckten. "Zwei Gegentreffer in Überzahl. Das geht gar nicht", ärgerte sich Berndaner. Ein echter Wirkungstreffer, weil die Kissinger fortan jeden Glauben an eine Wende vermissen ließen. "Von Seiten der Trostberger war es eine geschlossene Mannschaftsleistung. Unserem Team fehlen gerade im Powerplay einige routinierte Spieler", so Berndaner.

Auch die 150 Zuschauer blieben ungewöhnlich ruhig und ließen das Treiben fast emotionslos über sich ergehen. In den Hintergrund rückte damit das erste Spiel des 17-jährigen Jonas Manger im Wölfe-Dress. Der nächste offizielle Termin für die Kissinger Wölfe ist der Mittwoch, wo gemeinsam mit dem Nachwuchs eine kleine Weihnachtsfeier ansteht. Zusammenrücken im Verein kann in diesen Tagen nicht schaden.