TSV Großbardorf - VfB Eichstätt 2:0 (1:0). Tore: 1:0 Manuel Ganz (15.), 2:0 Martin Enders (90. +2).
Ein echtes Spitzenspiel der Bayernliga Nord sahen die 295 Zuschauer in der Bioenergie-Arena. Denn der gastgebende TSV Großbardorf besiegte nach einer packenden und spannenden Partie den ehemaligen Tabellenführer aus dem Altmühltal verdientermaßen mit 2:0.
Dabei boten die Schützlinge von Trainer Dominik Schönhöfer über weite Strecken der 90 Minuten eine ausgezeichnete Leistung. Immer wieder zeigte das Team um Mannschaftskapitän Manuel Leicht Spielzüge vom Feinsten. Bestes Beispiel die Vorbereitung des Führungstreffers nach einer Viertelstunde. Quer, quer, dann steil nach vorne auf den schnellen André Rieß, der nach bestandener Architektur-Bachelor-Prüfung wieder mitwirkte. Dessen haargenaue Flanke schlenzte Manuel Ganz überlegt mit der Breitseite ins lange Eck - ein echtes Schmankerl der Grabfeld-Gallier.

Nur bis zum Strafraum

Das war aber beileibe nicht die einzige Klassekombination der Einheimischen in diesem Spitzenspiel, das diese Bezeichnung auch verdiente. Denn nachdem die Gäste den 0:1-Rückstand verdaut hatten, starteten sie des Öfteren auch gefährliche Angriffe und bewiesen hierbei, dass Schönhöfers Respekt vor dem VfB im Vorfeld durchaus gerechtfertigt war. Geschickt ließ man das Leder durch die eigenen Reihen laufen, aber nur bis zum Strafraum. Denn dort war fast immer Ende für alle Bemühungen der Gäste, die nur zweimal gefährlich vor das TSV-Gehäuse kamen, in dem Marcel Wehr die von ihm gewohnte Ruhe und Zuverlässigkeit ausstrahlte. Nur einmal musste er rettend eingreifen, als Rainer Meisinger vor ihm auftauchte. Doch dessen Schuss war kein Problem für den Heimkehrer (36.). Die zweite VfB-Chance vergab Maximilian Eberwein, der in eine Freistoßflanke von Fabian Schäll hineinlief, aber seinen Kopfball drüber setzte (60.).
Alle anderen Bemühungen stießen bei der Defensive der Hausherren auf Granit. "Von der Leistung her hätten wir vielleicht ein Unentschieden verdient. Aber die Abwehr der Hausherren, das Prunkstück dieser Elf, hat heute zugeschlagen. Denn sie ließen keine klare Möglichkeit für uns zu. Wenn man sich aber keine Chance erspielt, kann man auch kein Tor erzielen und nicht punkten", lobte selbst Gästetrainer Markus Mattes die Defensivleistung des Gastgebers. Deshalb freute sich Schönhöfer nach dem Spiel, dass seine Philosophie "Nur als Team kannst du ein Spiel gewinnen" gegriffen hatte.
Schönhöfer bestätigte in der Pressekonferenz, dass die Windunterstützung in der ersten Halbzeit von großem Vorteil für sein Team gewesen sei. "Dadurch konnten wir auf die zweiten Bälle gehen und immer wieder das Leder erobern." Er lobte das enorm hohe Tempo, das seine Schützlinge vor der Pause angeschlagen hatten. Dadurch ergaben sich durch herrliche Spielzüge weitere Möglichkeiten. Aber Manuel Ganz setzte einen Schuss, nachdem er Simon Böhm ausgetanzt hatte, ebenso knapp vorbei (22.) wie Simon Snaschel einen Volleyschuss nach Ganz-Eingabe. Zudem hatte Jonas Herter nach zehn Minuten Glück, dass Manuel Leicht das Leder, nachdem ihn der Gästekeeper angeschossen hatte, neben das Tor schob.

Der perfekte Wechsel

In der zweiten Hälfte verflachte die Partie etwas und erreichte nicht mehr ganz das hohe Niveau der ersten 45 Minuten. Das war in Anbetracht des hohen Tempos vorher verständlich. "Da haben wir den ersten 45 Minuten etwas Tribut zollen müssen", bestätigte Schönhöfer. Nur noch zwei Möglichkeiten für den Gastgeber waren zu verzeichnen, bis in der Nachspielzeit der eben eingewechselte Martin Enders zuschlug und den Ball ins leere Tor schob, nachdem ihn bei einem Konter Dominik Zehe mustergültig bedient hatte.
Der Coach der Hausherren bezeichnete nach dem Schlusspfiff den Erfolg als nicht unverdient. "Denn wir hatten ein deutliches Chancenplus. Die Zuschauer haben heute ein hoch attraktives Bayernligaspiel gesehen." Nur schade, dass nicht mehr gekommen waren.
Großbardorf: Wehr - Zang, Orf, M. Kirchner, Breunig - Piecha - Ganz (66. Kornagel), Zehe, Rieß - Snaschel (70. Rugovaj), Leicht (90. +1 Enders).