Bastian Schweinsteigers Abschied vom FC Bayern München bewegt auch die Fußball-Fans im Landkreis. Die Stimmung schwankt zwischen Verständnis für den Spieler, Bedauern des Verlustes einer Identifikationsfigur und Kritik am System Guardiola.
Peter Kohlhepp, seit 1980 Mitglied beim FCB - sein Mitgliedsausweis trägt die Nummer 1588, analysiert die Personalie nüchtern. "Schweinsteiger weiß, dass er an Thiago nicht vorbeikommt, und mit 30 ist er noch zu jung, um sich als Back-Up-Spieler auf die Bank zu setzen. Doch Thiago muss erst noch beweisen, ob er das kann, was Schweini schon geleistet hat. Für Peter Kohlhepp ist der scheidende Bayernspieler Mitglied einer aussterbenden Art. "Er steht für den FC Bayern, wie einst Uwe Seeler für den HSV." Er blickt nicht ganz ohne Sorgen in die Zukunft. "Da wird jetzt alles auf das System Guardiola umgestellt - und was ist, wenn er mal nicht mehr bei den Bayern ist?"
Volker Hildmann, Medienbeauftragter des großen Bayern-Fanclubs Saaletal, berichtet, dass unter den Fans die Meinungen geteilt sind. Er selbst hat volles Verständnis für Schweinsteigers Entscheidung. "Wie lang hat er noch? Lasst ihn doch mal woanders spielen. Er hat wirklich genug für den Verein gemacht, da finde ich es richtig, ihm keine Steine in den Weg zu legen." Volker Hildmann sieht durch den Wechsel keine Probleme auf den Verein zukommen. "Mit Thiago und Martinez gibt es Alternativen. Lediglich die Verletztenmisere bereitet mir etwas Kummer."
Achim Schaupp, Co-Trainer des Bezirkslisten FC Fuchsstadt, ist nach eigenen Angaben alles andere als ein Bayern-Fan. Er versteht den Wechsel nicht. "Wir haben im Freundeskreis schon gelästert, dass es Guardiola jetzt geschafft hat, Schwein steiger zu vertreiben." Er hätte den Spieler weiter gerne in der Bundesliga gesehen. "Schade, dass so ein Typ verschwindet, das ist ein Verlust."