FC 05 Schweinfurt - TSV 1860 München II 0:3 (0:2) - Torfolge: 0:1 Necat Aygün (16.), 0:2 Stefan Seufert (Eigentor/23.), 0:3 Mike Ott (58.).

Die Punkteteilung im Derby am Würzburger Dallenberg hatte Mut gemacht. Doch sollte sich die U-23 der Löwen schlichtweg als eine Nummer zu groß erweisen für den FC Schweinfurt 05. Für die Schnüdel-Fans war es an Halloween einfach nur gruselig.
Beim 0:3 im Hinspiel vor einigen Wochen hatten die Schweinfurter exakt eine Torchance im Grünwalder Stadion gehabt mit dem Lattentreffer von Steffen Krautschneider. Umso verheißungsvoller geriet der Start gegen die Zweitliga-Reserve diesmal, weil Tom Jäckel nach wenigen Sekunden knapp das Löwen-Tor verfehlte. Augenblicke später war auf der anderen Seite FC-Keeper Matthias Gumbrecht zur Stelle, der wieder das Tor für Christopher Pfeiffer hütete. Und Glück hatte, dass Ivan Knezevic nicht genau genug zielte. Mit Martin Thomann in der Startelf war es durchaus ein gelungener Beginn der Unterfranken, die aber erneut Gumbrechts Fangkünste in Anspruch nehmen mussten - ehe es doch einschlug im FC-Kasten. Mit einer denkbar einfachen Variante hatte die Löwen-Elf von Torsten Fröhling vorgelegt. Nach einem verlängerten Eckball durfte Necat Aygün unbedrängt einschieben. Um ein Haar hätte Knezevic auf 2:0 gestellt, weil die FC-Abwehr wieder zu langsam war für Vorbereiter Mike Ott. Da war sie, die befürchtete Überlegenheit der U-23 aus der Landeshauptstadt. Und dann das: Aus 40 Metern traf Stefan Seufert - ins falsche Netz. Eine Art Jahrhundert-Eigentor des Schweinfurter Mittelfeldspielers. Gumbrecht war genauso fassungslos wie die Fans im Willy-Sachs-Stadion.

Mittelfeld schnell überbrückt

Der Gast blieb vor 1402 Zuschauern, darunter etwa 100 Anhänger der Löwen, am Drücker mit dem klasse Schuss von Christoph Rech, von Gumbrecht ebenso toll pariert. Das Raunen auf den Rängen wurde wieder ein Stückchen größer, als Philipp Steinhart mit seinem Lupfer fast ein wenig überheblich den nächsten Treffer verpasste. Sehenswert, wie schnell die Junglöwen aus der eigenen Abwehr heraus das Mittelfeld überbrückten und ihren Gegner ein ums andere Mal düpierten. Bei einem der wenigen brauchbaren FC-Angriffe fehlte Peter Heyer die Entschlossenheit beim Kopfball nach dem Flankenball von Daniel Mache. TSV-Keeper Michael Netolitzky packte jedenfalls entschlossen zu. Und als Gumbrecht den Freistoßball von Ott zur Ecke lenkte, durften die FC-Kicker froh sein, nur mit einem 0:2-Rückstand in die Kabine gehen zu dürfen.

Sonderapplaus für Gumbrecht

Mit zwei Wechseln reagierte FC-Coach Gerd Klaus auf die Vorführung vor dem Wechsel. Exakt zwölf Minuten dauerte es bis zur nächsten Gäste-Chance. Mit einer Volleyabnahme brachte Korbinian Vollmann die Latte in Schwingung. Schweinfurts Abwehr schien sich dermaßen erschrocken zu haben, dass Mike Ott das Leder kurz darauf gänzlich unbewacht über die Linie drücken durfte. Dass die Schweinfurter auch vorne stattfanden, war dem - zu hoch angesetzten - Schuss von Kevin Fery und einem Kopfball von Bastian Lunz zu verdanken. Noch mehr Applaus der gnädigen FC-Fans gab es für Gumbrecht im Duell mit Knezevic, dem an diesem Abend kein Tor vergönnt sein sollte. Der Ersatztorwart der Schweinfurter war längst bester Akteur seiner Mannschaft. Und schien der Einzige zu sein, der sich gegen ein Debakel stemmte. Bereits in der Körpersprache der meisten Spieler manifestierte sich die totale Unterlegenheit. Weiter geht es für den FC 05 am Samstag in einer Woche mit dem Heimspiel gegen den SV Schalding-Heining. Dann dürfen die Schnüdel bestimmt wieder mitspielen - allerdings nur, wenn dann auch die Körpersprache wieder stimmt.
FC 05: Gumbrecht - Hetzel, Janz (45. Krämer), Mache, Lunz - Thomann (45. Fery), Esen, Seufert, Krautschneider, Mache - Heyer, Jäckel (62. Kleinhenz).