Gegen den langen Schlitz, den ein spitzer Stein in die Flanke des doch recht stabilen Mountainbike-Reifens gerissen hatte, war alle Reparatur-Milch machtlos. Fernab des nächsten Materialdepots, wo der Münnerstädter Mountainbiker Andy Eyring das komplette Laufrad hätte wechseln können, musste er wohl oder übel die Waffen strecken. "Bis zur nächsten Techzone wäre es zu weit gewesen, das Laufen dorthin hätte zu viel Kraft gekostet und mich im Training weit zurückgeworfen. Das war es mir zwei Wochen vor dem Weltcup-Auftakt nicht wert." Dabei hatte es für den Bergamont-Fahrer bis zu diesem Zeitpunkt ganz gut ausgesehen beim letzten Rennen des Cyprus-Sunshine-Cups in den Ruinen der antiken Stadt Amathous unweit der Hafenstadt Limassol. Nach dem etwas verpatzten Start , "ich hatte einfach keinen Punch", fand Andy Eyring noch gut ins Rennen und machte in der ersten Runde bereits wieder einige Plätze auf dem Weg an die Spitze gut. "Ich lag ungefähr auf Platz elf, als mir einer der vielen spitzen Steine den Reifen und damit alle Hoffnungen auf Weltranglisten-Punkte in diesem C1-Rennen zerstörte." Kurzerhand beschloss der fränkische Sportsoldat, statt der ungewohnten Laufbelastung lieber eine "ordentliche Trainingseinheit" anzuhängen. "Ich hatte die ganze Woche zuvor das Gefühl, dass sich meine Muskeln nicht optimal vom Etappen-Rennen in den Macheras-Bergen erholt hatten. Das erklärt auch den schwachen Start. Ich hatte richtig Mühe, selbst im Windschatten an den anderen dranzubleiben. Als der Knoten dann aber endlich aufging, fühlten sich die Beine richtig gut an - genauso, wie ich es auch für Südafrika brauche. Das wollte ich nicht unnötig durch eine Schiebeeinlage gefährden." Trainingstechnisch waren die Flugreisen, erst von Zypern nach Hause und am Mittwoch dann nach Südafrika, alles andere als optimal. Deswegen wisse er auch nicht, führte Eyring weiter aus, ob er am Vorbereitungsrennen auf dem Weltcup-Kurs am Samstag in Pietermaritzburg unweit der südafrikanischen Hafenstadt Durban teilnehmen werde. "Eingeplant ist es zwar, aber ich mache es kurzfristig von meiner Trainingsform abhängig, ob ich starten werde. Notfalls trainiere ich lieber ordentlich und konzentriere mich auf den Weltcup, der um einiges wichtiger ist."