FC Augsfeld - SV Garitz: Gleich eine englische Woche haben die Teams der Landesliga Nordwest zu bestreiten, der Landkreisvertreter SV Garitz muss zum FC Augsfeld reisen. Aus Sicht der Gäste ein alter Bekannter, vor der Saison 2012/13 kreuzte man lange Jahre mit den Haßberglern die Klingen in der Bezirksliga. "Das waren immer heiß umkämpfte und vor allem torreiche Partien", erinnert sich der stellvertretende SV-Abteilungsleiter Johannes Werner. Auch beim heutigen Aufeinandertreffen (18.30 Uhr) gibt es keinen klaren Favoriten.
Dabei wäre es beinahe nicht zu einem Wiedersehen gekommen, denn die Gastgeber waren im Frühjahr in eine finanzielle Schieflage geraten. Nach dem gesundheitsbedingten Rücktritt des langjährigen Vorsitzenden Norbert Bendel im September 2012 taten sich Lücken in der Kasse auf, die der neue Vorstand um Alexander Dürbeck nur mit gewaltigen Anstrengungen soweit schloss, dass ein geordneter Spielbetrieb fortgesetzt werden konnte. Große Sprünge waren bei Spielerverpflichtungen nicht zu bewerkstelligen, der Haßfurter Stadtteilklub tritt mit fast unverändertem Kader an. Mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren gehört der FC zu den jüngeren Teams der Liga, Oldie ist der 30-jährige Torjäger Thorsten Schlereth. Dessen Vater Dieter ist seit Jahren für den Klub in der Trainerfunktion tätig, vor den Garitzern hat er großen Respekt. "Der Gegner verfügt über einen kampfstarken Kader, der uns alles abverlangen wird", ist sich der FC-Coach sicher. Für ihn war die Punkteteilung der Grün-Weißen gegen die favorisierten Karlburger keine Überraschung, zu seinem Ärger starteten dagegen seine Schützlinge mit einer Niederlage in die Saison, in der man sich neuerlich den Klassenerhalt zum Ziel gesetzt hat. "Das Derby gegen Sand, ein Eigentor von Verteidiger Patrick Lugert war spielentscheidend, hätte nicht sein müssen, wir hatten in der zweiten Halbzeit genügend Chancen, um auszugleichen", blickt Schlereth zurück. Doch weder seine Söhne Thorsten und Danny noch der kopfballstarke Peter Hertel trafen. Selbst als Libero Stefan Greb in der Schlussphase die Offensive verstärkte, sprang vor 1000 Zuschauern nichts Zählbares heraus.
"Dass die Platzherren ihr erstes Heimspiel verloren, verschärft unsere Ausgangsposition", befürchtet SV-Spielertrainer Andrzej Sadowski, "denn zwei Mal daheim verlieren will niemand". Er selbst kann nach seinem unplanmäßigen Ausscheiden zum Saisonauftakt wegen einer Kopfverletzung nach einem unglücklichen Zusammenprall wieder mitwirken, im Großen und Ganzen schenkt er der Elf des letzten Wochenendes sein Vertrauen. Die Verletztenliste ist leider stabil, "aber die eingesetzten Akteure haben das Vertrauen gerechtfertigt", so Vorsitzender Thomas Leiner, der insbesondere den Neuzugängen Christoph Werner, Simon Herold und Dominik Schmitt eine "saubere Leistung" bestätigte. Treffen Konstantin Papadopoulos und Marcel Rudolph das gegnerische Tor, was der reaktionsschnelle FC-Keeper Sebastian Stober verhindern will, könnte ein weiteres Erfolgserlebnis gelingen. "Gegen einen Gegner, den ich auf Augenhöhe sehe, muss man auch auswärts Punkte holen", fordert Andrzej Sadowski.