SV Garitz - TSV Karlburg 1:1 (1:0) - Torfolge: 1:0 Manuel Krieter (Foulelfmeter/21.), 1:1 Manuel Römlein (57.) - Bes. Vorkommnis: Christoph Werner (Garitz) wehrt Foulstrafstoß von Tim Reiner ab (60.).

Zum Auftakt der ersten Landesliga-Saison waren 375 Zuschauer trotz hochsommerlicher Temperaturen auf der Garitzer Sportanlage erschienen und sie mussten ihr Kommen nicht bereuen. Gegen einen der Meisterschaftsfavoriten ergatterte sich das personell geschwächte Team einen Punkt, "was aufgrund des Kampfgeistes und der sehr disziplinierten Auftretens nicht unverdient war", konnte Coach Andrzej Sadowski mit dem Punkt gut leben.
Die Platzherren überließen dem Gegner zunächst das Spiel, dieser gefiel sich in den ersten zwanzig Minuten in viel Quergeschiebe, die TSV-Innenverteidigung machte dabei den Spielaufbau unnötig langsam. Der Aufsteiger störte mit dem Angriffsduo Konstantin Papadopoulos und Marcel Rudolph kurz vor der Mittellinie, ansonsten standen die Grün-Weißen nah bei ihren Gegenspielern und verwickelten diese permanent in Zweikämpfe. Spielmacher Jens Fromm fand so kaum eine Anspielstation, seine Steilpässe auf die Angriffsspitzen Szymon Dynia und Tim Reiner wurden entweder abgefangen oder endeten in der über neunzig Minuten funktionierenden Abseitsfalle der Gastgeber. Die SV-Defensive stand mit den Innenverteidigern Manuel Krieter und Dominik Schmitt bombensicher, die Außenverteidiger Benedikt Lang und Johannes Rüth ließen kaum eine Flanke zu.
Völlig überraschend ging der Aufsteiger gleich mit der ersten Tormöglichkeit in Führung, deren Zustandekommen später stark umstritten war. Stefan Glöckler hatte zu einem seiner diesmal seltenen Durchbrüche auf der rechten Seite angesetzt, kurz vor dem Torschuss ging er nach Zweikampf mit Dominik Hammer im Strafraum zu Boden. "Ein klares Foul", so Glöckler, während der "Übeltäter" sofort protestierte und ein sauberes Abgrätschen des Leders ins Toraus gesehen haben wollte. Der Unparteiische Tobias Fenkl (Wasmuthhausen) deutete jedenfalls sofort auf den Kreidepunkt, von dort ließ SV-Kapitän Manuel Krieter Keeper Kai Belz keine Abwehrchance. Die Schützlinge von Thomas Kaiser wirkten konsterniert, obwohl der Coach die Taktik ausgab: "Ruhig weiterspielen". Dynia & Co stellten postwendend auf weite Schläge aus der Defensivzone heraus um, doch bis zum Seitenwechsel waren nur zwei kümmerliche Schüsse, die keine Torgefahr verhießen, zu notieren.
Mit dem Wiederanpfiff lösten die Karlburger die taktischen Bremsen, erhöhten sichtlich das Tempo und versuchten jetzt verstärkt, über die Außenbahnen torgefährliche Aktionen heraufzubeschwören. Dies war nach 57 Minuten von Erfolg gekrönt, nach einem Diagonalpass von Hammer vernaschte Manuel Römlein Rüth und Schmitt und gab Torhüter Christoph Werner aus Nahdistanz das Nachsehen. Drei Minuten später schien das Spiel zu kippen, nach einer unsauberen Aktion von Krieter an Reiner, wurde neuerlich auf Strafstoß entschieden. Obwohl der Gefoulte die Kugel flach und scharf Richtung Toreck setzte, fischte Werner den Ball heraus und wurde seinem Ruf als "Elfmeter-Killer" schon im Auftakt-Match gerecht. Wohl zur Überraschung aller war dies die letzte klare Gelegenheit der Kaiser-Elf, die später Glück hatte, dass der fleißige Konstantin Papadopoulos bei einem Schuss aus der Drehung (63.) und einem ans Außennetz abgefälschten Ball (88.) nicht das Ziel fand. "Das war eine starke Leistung meiner ehemaligen Mannschaft", lobte der frühere SVler Thilo Herberholz, der extra zur Landesliga-Premiere aus dem rumänischen Temesvar, wo er seit Jahren Lehrer ist, angereist war.
Garitz: Werner - Rüth, Schmitt, Krieter, Lang - M. Niebling, An. Sadowski (77. Schlereth), Herold (89. Voll), Glöckler (84. Ozorio)- Papadopoulos, Rudolph.