Für Talentspäher hat sich der Weg in die "unterkühlte" Hammelburger Saale talhalle gelohnt. Sparmaßnahmen seitens der Stadt führten wahrscheinlich dazu, dass man vor allem die Zuschauer auf der Tribüne leicht frösteln ließ. Zwei Tage lang konnten sich die Fachleute davon überzeugen, dass man sich in der Fußballszene noch keine Sorgen um den Nachwuchs zu machen braucht. Zumindest nicht im Lager jener Vereine, die ihre Youngster im Rahmen der Rhöner Kreismeisterschaften auf die Jagd nach der Softkugel geschickt hatten. "Wir sind in der Breite gut aufgestellt, was man bei den Spielen schon gesehen hat. Die Leistungsschere in den Teams klafft nicht mehr so weit auseinander," meinte U-13-Stützpunkttrainer Thomas Hammer, der übrigens auf viele seiner ehemaligen ausgebildeten Kids in Hammelburg traf. Die Finalisten qualifizierten sich für die am 25./26. Februar in Kleinwallstadt stattfindenden Bezirksmeisterschaften. Als Meister der Organisation erwies sich der FC Hammelburg, der unter Federführung seiner Jugendleiterin Birgit Schaupp die diesjährigen Hallenfußballmeisterschaften für Nachwuchsfußballer aus dem Kreis Rhön-Saale ausrichtete. Getrennt in den Altersklassen der U 13, U 15, U17 und U 19 gingen an die 400 Youngster in 40 Mannschaften auf Titeljagd.
Kreisjuniorenleiter Florian Betz, der mit Hammelburgs Moderatoren Bernd Heinlein und Anton Neder die Meisterschaften begleitete und mit Ruth Müller vom BFV-Bezirksausschuss Sieger und Verlierer ehrte, sprach von einem "Fest der Fußballjugend". Er überreichte an Mannschaften und Spieler Fußbälle, Medaillen und Urkunden und bedankte sich bei allen Teams und besonders beim ausrichtenden FC Hammelburg und dessen Vorsitzenden Andreas Ruppert. Zu Dank verpflichtet war Betz auch den Schiedsrichtern, die ohne Fehl und Tadel pfiffen und auch einige hitzige Duelle souverän über die Runde schaukelten.
Bei den U 15 Junioren setzten sich fast erwartungsgemäß die klassenhöheren TSV Großbardorf und TSV Münnerstadt in ihren Spielen der Gruppe A souverän in Szene, wobei die Großbardorfer im direkten Duell die Oberhand behielten. In der Gruppe B überraschte die SG Thundorf, die sich hinter Gruppensieger TSV Brendlorenzen Respekt verschaffte, aber sich im Halbfinale dem TSV Großbardorf beugen musste. Der wurde allerdings im Finale seiner Favoritenrolle nicht gerecht, verlor im Siebenmeter-Schießen gegen die Brender. Keine Rolle spielten die DJK Schondra, FC Thulba und SC Diebach nebst Ausrichter FC Hammelburg. "Wir wollten eigentlich nur das eine oder andere Spiel gewinnen und dabei sein", sagte Thulbas Aushilfscoach Dietmar Werner, der einst in der Landesliga kickte. Und in der Tat, seine Kids überraschten mit 5:0 und 5:1 über Stockheim und Diebach.
Bei den U 19 Junioren wehrte sich die Konkurrenz gegen den Überflieger TSV Großbardorf mit dem Mute der Verzweiflung. Die SG Ramsthal und die SG Rothhausen-Thundorf zogen überraschend ins Halbfinale ein, das aber nur die SG Rothhausen schadlos überstand. Hochachtung vor diesen Youngstern aus Thundorf und Rothhausen, die durch den Finaleinzug die Fahrkarte zu den Bezirksmeisterschaften lösten, aber das Endspiel gegen Großbardorf verloren. Der ehemalige Bezirksligaspieler Alfred Kanz (FC Rottershausen), dessen Sohn Johannes bei den Bardorfern spielt, meinte: "Die Mannschaften haben alle viel Ehrgeiz gezeigt, aber spielerisch und technisch gesehen waren die Großbardorfer doch eine Klasse für sich, ohne die Leistungen der anderen Teams zu schmälern."
Auch in der Altersklasse U 13 mussten die sieben Mannschaften aus unserem Landkreis den "Auswärtigen" in der Endabrechnung den Vortritt lassen. Das Maß aller Dinge waren der Nachwuchs des TSV Brendlorenzen und der DJK Wülfershausen. Die DJKler, die in der Vorrunde die Brender mit 2:1 besiegt hatten, schalteten im Halbfinale überraschend den favorisierten TSV Großbardorf aus, während der TSV Brendlorenzen sich gegen die DJK Schondra behauptete. Das Endspiel stand dann ganz im Zeichen des TSV. "Wir haben ein gutes Turnier gesehen, das leicht zu pfeifen war", war Schiedsrichter Helmut Bickert (TSV Reiterswiesen) zufrieden.