Zehn Jahre JFG Oberes Werntal. Da darf man schon einmal einen Versuchsballon steigen lassen. Und zwar in Form der erstmals unter dem JFG-Dach angebotenen Fußballschule in Zusammenarbeit mit der Fußball-Akademie Mainfranken unter der Leitung des Ex-Profis Florian Galuschka. "Das viertägige Fußballcamp war eine hervorragende Sache. Mit knapp 30 Kindern war diese Premiere für uns auch von der Beteiligung her erfolgreich. Ich denke, einer Neuauflage steht nichts im Weg. Es war sehr schön zu sehen, wie konzentriert und motiviert die Kinder bei der Sache waren. Das Trainerteam um Florian Galuschka hat zusammen mit unseren JFG-Trainern tolle Arbeit geleistet. Ein gut strukturierter Tagesablauf, professionelle Trainingsinhalte und fürsorgliche Betreuung haben vor allem auch die Eltern begeistert. Also für alle Beteiligten eine prima Veranstaltung", bilanziert JFG-Vorsitzender Thomas Sturm.

Unter dem Dach der JFG Oberes Werntal sind die Jungfußballer des TSV Ebenhausen, FC Eltingshausen, TSV Oerlenbach und FC Rottershausen vertreten, um in möglichst allen Altersklassen Jugendmannschaften in den Punktspielbetrieb schicken zu können. Immer noch schwierig genug, weshalb es eine Zusammenarbeit mit der JFG Wern-Lauertal gibt. Und weshalb weitere Aktionen geplant sind wie der "Tag des Jugendfußballs" am 3. Oktober in Eltingshausen. Gerne unterstützt wurde auch die Fahrt der U-15 zur Fußballiade nach Landshut.
Nachhaltigkeit verspricht man sich vor allem von der neu geschaffenen Position des Jugend-Koordinators, die mit Mario Wirth namhaft besetzt werden konnte. "Als mich Thomas Sturm, den ich seit der Schulzeit kenne, gefragt hat, ob ich ein Amt bei der JFG übernehmen würde, habe ich spontan zugesagt", sagt der in Eltingshausen wohnende, gebürtige Premicher, dessen Söhne selbst in der JFG aktiv Fußball spielen.

Der 36-Jährige, der unter anderem für den FC 05 Schweinfurt und den TSV Großbardorf kickte und zuletzt für den FC 06 Bad Kissingen in der Bezirksliga auflief, weiß um die Probleme im Nachwuchsbereich. "Die Entwicklung des Fußballs gerade in den einzelnen Dörfern ist erschreckend. Viele Gemeinden haben Probleme, eigene Jugendmannschaften zu stellen und verlieren somit den Unterbau für den Herrenspielbetrieb."
Was aktuell abzulesen ist an der neu gegründeten Spielgemeinschaft zwischen dem TSV Oerlenbach und TSV Ebenhausen. Beide Vereine mussten in der abgelaufenen Saison ebenso absteigen wie der FC Eltingshausen. Die Ehre der Großgemeinde rettete der FC Rottershausen mit dem Aufstieg in die Kreisklasse über die Relegation.

"Die Kinder und Jugendlichen müssen über die JFG eine gute Perspektive haben, um ihr Hobby mit Spaß, aber auch mit einer stetigen fußballerischen und menschlichen Weiterentwicklung ausüben zu können", sagt Wirth. Die Voraussetzungen in der Großgemeinde seien schließlich ideal mit hervorragenden Spielstätten und funktionierenden Vereinsstrukturen. "Es wäre schade, wenn in Zukunft diese aufgrund mangelnder Fußballer nicht mehr genutzt werden würden."