Der Eishockey-Sport in Bad Kissingen schlägt ein neues Kapitel auf. Und inhaltlich geht es gleich zur Sache - dank frischer Protagonisten. An der Spitze des Vereins wurde Christian Keul als Präsident abgelöst von Vassili Ledin. Dessen Stellvertreter ist mit Thomas Berndaner eine der schillerndsten Figuren im unterfränkischen Eishockey. Schließlich hat der 43-Jährige eine sportliche Vergangenheit bei den Schweinfurter Mighty Dogs und bei den Haßfurt Hawks, wo der ehemalige Zweitliga-Akteur des SC Riessersee zuletzt als Spieler unter Vertrag war. Bereits zu Beginn des Jahrtausends hatte der gebürtige Garmisch-Partenkirchener das Trikot der Kurstädter getragen. "Wir wollen vorne mitspielen, möglichst unter die Top-4 kommen", spricht Berndaner von hohen sportlichen Zielen an der Saale.

Derby gegen HaßfurtMit viel Akribie wurde an der aktuellen Mannschaft gebastelt, die die Fans in die Halle locken soll. Mit Spielertrainer Roman Nikitin wurde ein echter Goalgetter verpflichtet, der den Verlust von Alain Joanette kompensieren soll. Groß ist die Freude bei den Kissingern freilich auch über die Rückkehr von Maxi Stöpel nach einem Jahr in Haßfurt, wo mittlerweile der ehemalige Kissinger Coach Doug Kacharvich das Sagen hat. Weil die "Falken" in die Bayernliga aufgestiegen sind, wird es das Derby zumindest als Test mit Hin- und Rückspiel geben.
Da die Kissinger Halle noch eisfrei ist, trainieren die Wölfe im hessischen Lauterbach und absolvierten vor wenigen Tagen ein Trainingslager im tschechischen Milesko, gegen dessen Zweitliga-Team die Unterfranken mit 1:13 verloren. Schütze des Ehrentreffers war Viktor Ledin, Sohn des neuen Präsidenten. "Nach der langen Anfahrt am Freitag und einer Trainingseinheit am Samstagmorgen fehlten uns Spritzigkeit und Timing. Außerdem trat der Gegner mit vier Reihen an, wir hatten gerade einmal zweieinhalb", betrieb Berndaner Ursachenforschung. Mit dem zweiten Auftritt war der sportliche Leiter umso mehr zufrieden. 9:13 hieß es im Duell mit dem IHC Pisek, der aus finanziellen Gründen von der ersten in die dritte tschechische Liga hatte absteigen müssen. "Da haben wir schöne Spielzüge und gutes Tempo gezeigt."

Der Inhaber eines Hockey-Shops wird weiter auf dem Eis stehen, will seine Erfahrung und Leidenschaft für Eishockey weitergeben. Dass am grünen Tisch der Klassenerhalt in der Landesliga geschafft wurde, sieht das neue Führungs-Duo als zusätzlichen Ansporn. Bad Kissingen darf sich auf die kalte Jahreszeit freuen.

Neuzugänge Roman Nikitin (EHC Mitterteich), Thomas Berndaner (ESC Haßfurt), Andreas Hampl (EHC Mitter teich), Maximilian Stöpel (ESC Haßfurt), Jens Freund (ESC Haßfurt), Alexander Andrusovich (Blue Devils Weiden), Mark Stibitz (EV Lindau).

Abgänge Alain Joanette (Memmingen Indians), Martin Oertl (ESC Haßfurt), Eugen Nold (ESC Haßfurt), Holger Buczynski (Karriereende).

Termine Am Sonntag, 15. September, treten die Kissinger Wölfe bei den Luchsen aus Lauterbach an. Erstmals auf heimischem Eis stehen die Saalestädter in den Testspielen gegen Haßfurt (4. Oktober) und Höchstadt (6.10.). Am 27. September spielen die Wölfe in Haßfurt, zwei Tage später in Höchstadt.

Regel Ab sofort gibt es auch in der Bayrischen Landesliga die 3-Punkte-Regelung. Drei Punkte gibt es für den Sieger, einen Punkt für beide Teams bei Unentschieden nach regulärer Spielzeit. Der Sieger wird anschließend direkt im Penaltyschießen ermittelt und bekommt einen Punkt zusätzlich.