Zum letzten Mal diente das Sportgelände des FC Thulba am vergangenen Sonntag als Austragungsort einer Veranstaltung im Rahmen des DFB-Stützpunkttrainings. Nicht wie gewohnt auf dem außerhalb des Ortes gelegenen Sportgelände "An der Sträuch", sondern diesmal auf dem Hauptfeld des Thulbatal-Stadions, versuchten 48 Mädchen und Jungen des Jahrgangs 2002 unter der Leitung der lizenzierten DFB-Trainer Peter Rückel und Thomas Hammer, sich bei einem Talent-Sichtungstag in die Notizbücher der Coaches zu spielen und für die Aufnahme ins DFB-Stützpunkttraining zu empfehlen. Immer am dritten Juli-Wochenende werden an allen DFB-Stützpunkten in Bayern hoffnungsvolle Fußball-Talente unter die Lupe genommen.

Aufwand zu hoch

Nach nur einem Jahr wandert der Stützpunkt nun von Thulba nach Münnerstadt, wo bereits seit Jahren die BFV-Ferien-Fußballschule ausgetragen wird. Dass die Liaison zwischen Thulba und dem Deutschen Fußballbund beendet wird, liegt an der hohen Beanspruchung des Platzes, die für den FC Thulba nicht zu stemmen war. Der Platzwart konnte den Mehraufwand an Pflege nicht mehr realisieren, die vom Verband dafür gestellten 800 Euro Aufwandsentschädigung waren nicht kostendeckend. Doch auch die DFB-Trainer waren mit den Voraussetzungen in Thulba nicht hundertprozentig zufrieden. Insgesamt vier Mal wurde das Stützpunkttraining von den Verantwortlichen des FC Thulba wetterbedingt abgesagt, um den Platz zu schonen. Auch der holprige Ausweichplatz stellte keine ernst zu nehmende Alternative für die Nachwuchs-Talente dar. "In zehn Jahren in Bad Kissingen kam es nie zu einer Absage", erinnert Rückel an die Zeit zwischen 2002 und 2012, als Bad Kissingen noch DFB-Stützpunkt war. Der Kissinger trainierte den hoffnungsvollen Nachwuchs bereits schon damals. Ein weiteres Problem in Thulba war die problematische Kabinensituation, häufig herrschte ein Mangel an Umkleide-Räumlichkeiten für die Jungs und Mädels.

Rückel zuversichtlich

Das weitläufige Sportgelände in Münnerstadt mit Hauptplatz, Trainingsplatz und Ausweichplatz sowie einer großen Anzahl an Kabinen scheint da eine perfekte Lösung zu sein. "Münnerstadt hat seit Jahren schon Bereitschaft signalisiert und ist mit den dort vorhandenen Bedingungen ein optimaler Ort für das Stützpunkt-Training", nennt Peter Rückel die Vorzüge des neuen Standortes. "Wir freuen uns jetzt auf Münnerstadt", blickt der Coach erwartungsvoll in die Zukunft.
Mit dem rund viereinhalb Stunden dauernden Sichtungs-Training fand das Projekt "DFB-Stützpunkt in Thulba" einen würdigen Abschluss. Auf dem bestens bespielbaren grünen Geläuf des Thulbatal-Stadions absolvierten die Nachwuchs-Asse 15- bis 20-minütige Einheiten, welche technische Übungen und verschiedene Spielformen beinhalteten. Die Kinder gaben dabei in Pass übungen, Eins-gegen-Eins-Situationen und Spielen auf verschiedene Tore in unterschiedlichen Formationen ihr Bestes. Trotz der heißen Temperaturen gingen die Jungs und Mädels auf dem Spielfeld mit vollem Einsatz zur Sache. Genauso engagiert waren auch die Eltern an der Seitenlinie, die bei Bratwurst und kühlen Getränken den eigenen Nachwuchs moralisch unterstützten. 20 Nachwuchskicker werden in den kommenden Tagen zur "End-Sichtung" eingeladen. "Wir hoffen natürlich, dass unser Sohn da dabei ist. Es ist nicht einfach, aber möglich ist ja grundsätzlich alles", meinte der Vater eines talentierten Teilnehmers. Letztendlich schaffen zehn bis zwölf Kinder die Aufnahme ins Stützpunktprogramm mit den damit verbundenen offiziellen Trainingseinheiten am neuen Stützpunkt in Münnerstadt.