SG Garitz/Nüdlingen - TV Marktleugast 37:19 (22:8) - Die Damen der SG Garitz/Nüdlingen haben Stil. Nach dem Spiel wurde dezent auf den Kantersieg angestoßen mit einem Glas Sekt. Prickelnd waren freilich auch die 60 Minuten zuvor, in denen Marktleugast heillos überfordert war. Dass der Erfolg der Heim-Sieben nicht höher ausfiel, war der Experimentierfreudigkeit des Trainers geschuldet. "Wir haben eine Abwehr-Variante probiert im Hinblick auf das nächste Spiel in Münchberg", erklärte Harun Tucovic die personellen Rochaden, die den Gast nach der Pause etwas besser aussehen ließen. "Da ging bei uns zwar einiges in die Hose, aber wir wissen jetzt, wo wir stehen."

Nina Barnickel glänzt

Der Start war ein einziges Debakel für die Oberfranken, die zehn Treffer in Folge kassierten, um dann ein erstes Mal Stephanie Piske zwischen den SG-Pfosten zu überwinden. Ein bisschen besser zogen sich die Marktleu gaster danach aus der Affäre, weil zumindest Sophia Rektorschik im Abschluss gehobenes Landesliga-Niveau bewies. Den meisten Spielerinnen aus dem Landkreis Kulmbach fehlte schlichtweg die Power im Wurfarm. Eine bemerkenswerte Vorstellung auf der anderen Seite des Feldes bot Nina Barnickel, der sechs Tore in der ersten Halbzeit gelangen. "Nina hat ein super Spiel gemacht. Aber sie trainiert gut, daher hat mich das gar nicht so sehr überrascht", lautete das Trainer-Kompliment. Überhaupt war Harun Tucovic generös beim Verteilen von Lob. "Ich habe meine Mannschaft in der Pause erst einmal beglückwünscht zu dieser Leistung", sagte der Coach, der Herz und Leidenschaft in der Abwehr gefordert hatte, um Kraft und Sicherheit für das Angriffsspiel zu bekommen. Und sah seine Vorgabe umgesetzt dank toller Konter und vieler Tore aus den unterschiedlichsten Positionen.

Schmankerl inklusive

Das etwas unrunde Spiel nach dem Seitenwechsel gefiel den über 200 Fans dennoch dank diverser Schmankerl. Zu denen gehörten klasse Paraden von Pia Kunzmann im Tor oder die exzellenten Abschlüsse von Lisa Wenzke und Sabrina Kleinhenz, die elf der 14-SG-Treffer der zweiten Halbzeit erzielten. Der Sekt nach dem Spiel schmeckte noch ein bisschen besser, als die Nachricht von der Niederlage des HC Cadolzburg die Runde machte. Der Verfolger hatte zuhause gegen den TV Münchberg gepatzt, der auf Tabellenplatz zwei vorrückte und am Samstag die Spielgemeinschaft zum Topspiel empfängt. Sollte auch das Match im Landkreis Hof gewonnen werden, hätte sich das Team sogar Schampus verdient. Die Meisterschaft wäre dem Team dann kaum mehr zu nehmen.
Tore für die SG: Lisa Wenzke (10/2), Sabrina Kleinhenz (8/1), Nina Barnickel (6/2), Franziska Thomas (4), Julia Albert (3), Manuela Schäfer (3), Claudia Pfleger (2), Karin Wehner (1/1).