Die Schnellsten im 8,6 Kilometer langen Hauptlauf durch den Luitpold-Park waren Michael Wetteskind von der DJK Schweinfurt und Andreas Grau vom DAV Bad Kissingen, die nach 30:23 Minuten nahezu gleichauf ins Ziel liefen. Bei den Damen gewann Katharina Eberling aus Nüdlingen vor Manuela Greier vom TSV Hollstadt. Schon am Vormittag hatten zahlreiche Kindergarten- und Vorschulkinder für eine tolle Lauf-Atmosphäre im Bad Kissinger Sportpark gesorgt. "Ich habe mich gefreut, dass trotz des Regens so viele Sportler kamen", sagte Cheforganisator Manfred Klabouch von der Leichtathletik-Abteilung des TSV Bad Kissingen. Oberbürgermeister Kay Blankenburg gab am Sportpark den Startschuss für die 230 Sportler, die sich für einen Start beim Hauptlauf entschieden hatten. "Aufgrund von Bauarbeiten musste die Strecke in diesem Jahr etwas gekürzt werden", bedauerte Klabouch. Dennoch bot sich den Sportlern auf dem 8,6 Kilometer langen Kurs durch den in voller Blüte stehenden Luitpoldpark wieder eine äußerst reizvolle Strecke.

Michael Wetteskind und Andreas Grau schlossen früh einen Nichtangriffspakt und wechselten sich an der Spitze mit der Tempoarbeit ab. Schon am Wendepunkt unterhalb der Nordbrücke hatten sie sich weit vom übrigen Feld gelöst. "Dass wir vorne so gut harmoniert haben, hat sich einfach so ergeben", erzählt Michael Wetteskind, der vor einer Woche beim gut besetzten Schweinfurter Citylauf Vierter wurde und dabei die zehn Kilometer erstmals unter 35 Minuten lief. Auch den Ramsthaler Weinberglauf hatte der 27-jährige Physiotherapeut aus Schweinfurt im Vorjahr gewonnen. Unmittelbar vor dem Ziel ließ Martin Grau dem Schweinfurter doch noch den Vortritt. "Ich glaube, im Spurt hätte er mich ohnehin gepackt", gesteht der 36-Jährige aus Reyersbach, der bereits vor drei Jahren den Rakoczy-Lauf gewann. "Beim Laufen hole ich mir die Fitness für den Berg", sagt der Hochgebirgsführer des DAV Bad Kissingen, der in den letzten zwei Jahren rund ein Dutzend schöne Gipfelerlebnisse auf Höhen jenseits von 4000- und 5000 Meter hatte. "Kein Wunder, dass der so schnell ist. Er ist ja ständig im Höhentrainingslager", gab Michael Wetteskind schmunzelnd die Erklärung für die ungewöhnliche Laufstärke des Alpinisten. Mit Jakob Weilbach stellte der Bad Kissinger Alpenverein auch noch den stärksten Jugendlichen im Hauptlauf.

Unter den drei schnellsten Damen in Bad Kissingen waren zwei Hobby-Läuferinnen aus der "Laufhochburg" Nüdlingen. Katharina Eberling, die sogar noch der Jugendklasse angehört, lief allen davon. Die Auszubildende war nach 40:03 Minuten im Ziel und hatte rund 50 Sekunden Vorsprung auf Manuela Greier vom TSV Hollstadt. "Dem Krebs davon laufen" - unter diesem Motto stand der diesjährige Rakoczylauf. "Ich laufe dem Krebs seit fünf Jahren erfolgreich davon", berichtet Manuela Greier bei der Siegerehrung in der Eishalle. Die 42-Jährige hatte vor fünf Jahren Darmkrebs. Seitdem betreibt die zweifache Mutter intensiv Laufsport, gehört bei der Laufserie des Rhön-Grabfeld-Cups zu den besten Frauen und fühlt sich bei ihrem Sport so richtig wohl.

"Ich bin bei der Bundeswehr, und da ist es Pflicht, sportlich fit zu sein", begründete die drittplatzierte Anke Herrmann ihre gute Laufleistung. Immerhin drei- bis viermal in der Woche schnürt die 29-Jährige aus Nüdlingen ihre Laufschuhe für das Ausdauer-Training. Flott unterwegs waren beim Rakoczylauf aber auch die Schülerinnen und Schüler. Für die 2,12 Kilometer lange Schleife benötigte die erst neunjährige Sina Kron gerade einmal 9:27 Minuten und war damit die Schnellste aller Mädchen. "Der Lauf hat mir richtig Spaß bereitet", berichtet die Grundschülerin, die in der Kindergruppe des TSV Arnstein seit einem Jahr Leichtathletik betreibt. Auch Larissa Steiner vom TSV Bad Kissingen blieb als Zweite unter zehn Minuten. Bei den Jungs brillierte Niklas Hein vom VfR Burggrumbach. Der Zwölfjährige siegte in 8:49 Minuten vor Kay Dilje vom TSV Bad Kissingen.

Die Nordic-Walking-Strecke ist fester Bestandteil des Rakoczylaufes. In diesem Jahr starteten 44 Damen und sieben Herren über die 6,5 Kilometer. Manuela Henning (TSV Arnshausen) und Christine Ebert-Booms vom Kissalis-Team waren die Schnellsten und blieben unter 45 Minuten. "Wir wollen auch in Zukunft den Rakoczylauf in erster Linie für die vielen Freizeitsportler aus der Region ausrichten. Aber wir haben uns auch gefreut, dass die sportliche Note in diesem Jahr wieder passte", sagt Manfred Klabouch über den Rakoczylauf, der sicherlich auch 2014 im Rahmen der Bad Kissinger Gesundheitstage stattfinden wird.