Play-down (best of five), Spiel 3:
EV Regensburg - Mighty Dogs Schweinfurt 1:3 (0:0, 1:2, 0:1) -
Was für ein Auftritt der Mighty Dogs in der Regensburger Donau-Arena. Im Vergleich zur deftigen 1:8-Niederlage vom Freitag, waren die Schweinfurter beim zweiten Gastspiel in der Domstadt im Rahmen der Play-down-Serie nicht wiederzuerkennen. "Riesenkompliment an meine Mannschaft, in der jeder wirklich alles gegeben hat", so ERV-Coach Rob Torgler, der von den dramatischen Schlussminuten gezeichnet war.

Weder als Mikhail Nemirovsky mit seinem Empty-Net-Goal 26 Sekunden vor Ende den zweiten Sieg über den EV perfekt machte, noch als die Schlusssirene ertönte, zeigte der Deutsch-Kanadier eine Regung. "Das war nichts für schwache Nerven. Aber wir hatten heute auch das Glück und mit Martin Fous wieder einen starken Goalie." Dies, gepaart mit einem erneut mannschaftlich geschlossenen Auftritt und dem unbedingten Siegeswillen machten den Unterschied in einem Spiel, das zunächst relativ schwach begann. Das 0:0 nach dem ersten Drittel war aussagekräftig, weil beide Mannschaften sich kaum gute Torchancen erspielten. Die Schweinfurter, weil sie das Augenmerk zunächst auf die Defensivarbeit legten, die Regensburger, weil sie zu viele Fehler produzierten und zunehmend nervöser wurden, was auch mit dem Murren des Publikums zu tun hatte.

Zur Hälfte des Mitteldrittels schlug die Stunde des ERV, der sich im Powerplay endlich zielstrebig präsentierte. Zunächst zwang Igor Filobok vier Sekunden vor Ablauf der ersten Strafe den Puck förmlich über die Linie, nachdem Simon Knaup mit einem Schlagschuss und Nemirovsky beim Abpraller gescheitert waren (30.). Dann war die Nummer 15 erneut zur Stelle (32.), nachdem Alex Funks Schuss an den Pfosten geklatscht war. Da waren die Gastgeber zwar schon seit fünf Sekunden wieder komplett, konnten sich in dieser kurzen Zeit aber nicht vom Dauerdruck der Schweinfurter befreien, die unbedingt ihre Chancen nutzen wollten. Die Mighty Dogs ließen sich in der Folge auch nicht durch den Anschlusstreffer der Regensburger (33.) verunsichern, sondern verteidigten den Vorsprung weitgehend souverän. Dabei setzten sie immer wieder offensive Nadelstiche, sodass der EV nie dazu kam, dauerhaft Druck aufzubauen. Hierbei zahlte sich aus, dass Torgler überraschend Vitali Stähle wieder in den Sturm beordert hatte. "Ich wollte unsere ersten beiden Reihen stärker als die der Regensburger machen. Hätte es nicht funktioniert, hätte ich wieder umgestellt", war dies keine generelle Rolle rückwärts. Hat es aber, auch wenn der Trainer sicher ist, "dass die es noch besser können."

Gelegenheit dazu haben sie am Freitag, wenn der ERV nun im Heimspiel mit einem Sieg die Serie für sich entscheiden und den Klassenerhalt perfekt machen kann. Dies wird allerdings kein Selbstläufer. "Die Serie ist noch nicht zu Ende", mahnt Torgler. "Deshalb habe ich die Mannschaft nach dem Spiel auch gleich in die Kabine geschickt. Ich hoffe die Fans sind nicht böse. Gemeinsam feiern können wir, wenn das Ziel erreicht ist." Auf die Unterstützung der Fans wird es morgen besonders ankommen, wenn hoffentlich wieder mindestens 1500 Zuschauer ihr Team unterstützen wie am Sonntag.

Die Oberpfälzer entpuppten sich am Dienstag im übrigen als schlechte Verlierer mit dünnem Nervenkostüm. "Ich kann das nicht mehr hören", unterbrach Martin Helmig, der mit Stefan Schnabl derzeit das Regensburger Trainer-Gespann bildet, Rob Torgler unwirsch in seinen Ausführungen, als der ERV-Coach darauf verwies, dass seine Mannschaft aufgrund der vielen Verletzungen mit einem Block weniger als der Gegner spielte und müde sei. Schnabl blieb zunächst sachlich: "Ich kann unserer Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat alles probiert. Jetzt fahren wir nach Schweinfurt und holen uns die Serie wieder." Als ein Regensburger Journalist sachlich nachfragte, woher er denn seinen Optimismus nehme, wurde er ebenfalls schroff: "Was berechtigt dich dazu, mir diese Frage zu stellen?" Ein souveräner Umgang mit sportlichen Niederlagen sieht anders aus.

Schweinfurt: Fous - S. Knaup, Vojta, J. Knaup, Aminikia, Schäfer - Nemirovsky, Filobok, Funk, Rindos, Stähle, Litesov, Amrhein, Dam, Zimmermann.
Tore: 0:1 (30.) Filobok (Nemirovsky, S. Knaup 5-3), 0:2 (32.) Filobok (Funk, S. Knaup), 1:2 (33.) Capraro (Tegkaev, Bogner), 1:3 (60.) Nemirovsky (Filobok, Fous EN). Strafminuten: 6/8. Hauptschiedsrichter: Müns (Klostersee). Linesmen: Kastenmeier (Moosburg)/Lender (Regen). Zuschauer: 1684.