Ein Sieg und eine Niederlage am Doppelspieltag. Und denkbar schlechte Stimmung bei den Fans. Über 200 Zuschauer waren am Samstag in die Eishalle gekommen. Und reagierten zwischen konsterniert und geschockt nach dem 1:8-Debakel gegen den ERSC Amberg. Auch Wölfe-Präsident Wassili Ledin war fassungslos. Aber weniger über das Ergebnis. "Wir haben zwar das Spiel verloren. Aber wir sind kein Verlierer-Team. Und daher finde ich es schade, dass Zuschauer bereits vor der Schluss-Sirene die Halle verlassen. Das Team braucht die Unterstützung. Und zwar vor allem dann, wenn es nicht so gut läuft."

Diskussionen unter den Fans

Bereits kurz nach der Niederlage folgte in den sozialen Netzwerken eine Fan-Diskussion, wie an der Stimmung gearbeitet werden kann. Fast kontraproduktiv, dass sich die wenigen lautstarken Unterstützer auf unterschiedlichen Seiten der Halle bemerkbar machen. Gemeinsamkeit sieht anders aus. "Das war nicht lustig, sich die Sprüche von den Amberger Fans reindrücken zu lassen. Und dann stehst du mit drei bis fünf Mann da, willst Paroli bieten und es kommt nichts rüber", drückte sich ein frustrierter Kissinger Fan aus.

Auch andere Faktoren förderten die unerwartet hohe Niederlage. Zum Beispiel der Kräfteverschleiß. "Weil bei Heimspielen die Kissinger Halle grundsätzlich nicht an Freitagen zur Verfügung steht, gibt es für uns einige Doppel-Spieltage an aufeinander folgenden Tagen. Eigentlich ein Wahnsinn", echauffiert sich Ledin. Erst in den frühen Morgenstunden war das Team aus der Oberpfalz zurückgekehrt, hielt gegen den ERSC nach dem ersten Drittel ein torloses Remis, obwohl reihenweise Kissinger Spieler auf der Strafbank saßen. Womit der zweite Faktor ins Spiel kam: der Haupt-Schiedsrichter. Jener Referee, der vor einigen Wochen bereits Alexander Andrusovich im Testspiel gegen Haßfurt mit einer Match-Strafe bedacht hatte, die selbst nach Meinung des Gegners viel zu hart gewesen sei.

Unter anderem kassierten die Wölfe früh zwei Zehn-Minuten-Strafen - und drei Treffer im Mittelabschnitt. Teil drei der Negativ-Faktoren war personell bedingt. Mit Thomas Berndaner, Michael Metz und Charles Müller musste im Verlauf der Begegnung ein Verteidiger-Trio passen, was gute Amberger entschlossen zu nutzen verstanden mit fünf weiteren Toren im finalen Abschnitt, ehe Benedikt Waldner der Ehrentreffer gelang.

Erster Treffer von Martin Schuler

24 Stunden zuvor hatten die Kissinger bei der Oberliga-Reserve des VER Selb zwar nicht unbedingt überzeugen können, dennoch aber souverän mit 10:5 (2:1, 2:1, 6:3) gewonnen. "Das war kein besonders gutes Spiel von uns. Auch da haben wir zu viele Strafzeiten kassiert und zu wenig unsere Positionen gehalten", kritisierte Thomas Berndaner, der an diesem Tag seinen Geburtstag gefeiert hatte, da allerdings schon aufgrund einer Erkältung angeschlagen auflief. Die Tore in Selb erzielten Benedikt Waldner (2), Alexander Andrusovich (2), Sven Kaufmann (2), Mark Stibitz, Viktor Ledin, Jens Freund und Martin Schuler, der sein erstes Tor überhaupt im Dress der Kissinger Wölfe erzielte. "Das war natürlich ein Highlight, Martin hat ja erst vor wenigen Jahren mit dem Eishockey-Sport angefangen", freute sich Thomas Berndaner für seinen Team-Kollegen.

Wieder ein Sonnenhügel-Cup

Positiv zu bewerten ist freilich auch die Wieder-Belebung des Sonnenhügelcups am 15./16. März 2014 in der Bad Kissinger Eishalle mit 14 internationalen Mannschaften der Altersklasse U-12.