"Da ist uns wohl das schlechte Wetter auch entgegengekommen", so TSV-Organisator Walter Fleischmann, der sich nicht nur über die Zuschauerzahl, sondern auch über die durchwegs interessanten Begegnungen erfreut zeigte.

Sein Kollege aus der Junioren-Abteilung, Rainer Schmittzeh, hatte vor Turnierbeginn noch "Bauchschmerzen", denn es wurde nach den neuen Futsal-Regeln gespielt, also ohne Bande und auf Handball-Tore. Zusätzliche unbekannte Regeln, wie Strafstoß nach einer gewissen Zahl von Mannschaftsfouls, verwunderten zwar die zum Teil doch unkundigen Fans, die Akteure auf dem Parkett allerdings weniger, hatten die meisten doch schon im Vorjahr mit den Futsal-Bedingungen Erfahrungen gesammelt.

"Zwar ist der Futsal gewöhnungsbedürftig", so Schiedsrichter Angelo Neumann (Oberthulba), doch großartige Problemen hatten er und seine pfeifenden Kollegen nicht. Lediglich bei Ein- beziehungsweise Auswechslungen gab es noch einige Schwierigkeiten, "aber das haben wir einigermaßen großzügig gehandhabt, um auch den Spielfluss aufrechtzuerhalten", berichtete der junge Unparteiische schon während des Turniers.

Techniker erhalten den Vorzug

Dieser musste vergleichsweise selten eingreifen, die Spieler befleißigten sich einer fairen Gangart, das gewünschte körperlose Spiel beim Futsal wurde weitgehend eingehalten. Das liegt nach Ansicht des Thulbaer Betreuers Andreas Büchner auch daran, dass die Klubs auf technisch versierte Spieler zurückgriffen, "die mit kampfbetonten Spielweise haben wir daheim gelassen". Seiner Meinung nach setzen sich sowohl bei den Junioren wie auch Senioren letztendlich die Akteure durch, die auch mit dem Hallenfußball gut zu Recht kamen, "die Grätscher und zweikampfharten Spieler haben weder da noch dort eine Chance". Vorteil der Jungen sei, dass sie noch lernfähig seien, die Senioren müssten sich erst einmal an die neue Spielweise gewöhnen. Insgesamt seien die Regeln nicht so kompliziert. "Wünschenswert ist allerdings, dass die Tore größer sind, es fallen wenig Treffer."

Tatsächlich gab es durchwegs knappe Ergebnisse, wobei einige Vereine mit ihrer defensiven Einstellung ihren Kasten geradezu verrammelten und die überlegenen Teams verzweifelt anrennen ließen. Ein ähnliches Fazit zog der Fuchsstädter U-15-Coach Florian Thurn, der die Rückpass-Regel nicht für so gut fand. Sein Zwischenfazit lautete, "es wird schneller, aber auch hektischer gespielt, was zu vielen Fehlpässen und reihenweisen Einwürfen führt". Nicht gefallen hat ihm, dass beim Futsal mit einem Lederball gespielt wird, "die Verletzungsgefahr bei Schüssen aus kurzer Entfernung ist doch sehr groß". Dies bestätigte sich im Laufe des Turniers mehrmals, als Verteidiger nach Kopftreffern K.o. gingen. Ein leichterer und kleinerer Ball, wie er in der Vergangenheit zum Einsatz kam, würde zur Entschärfung beitragen.

Vom Futsal überzeugt zeigte sich Nüdlingens Trainer Oliver Schaub, der ihn insgesamt für eine "gute Sache hält, da die Akteure zu einer fairen Spielweise erzogen werden". Aufgrund der kurzen Spielzeit von zehn Minuten würde den Jungs auch eine hochkonzentrierte Leistung abverlangt, was ein nicht unwesentlicher Lernfaktor sei.

Fehler, die zu Gegentreffern führen, wären nur schwer auszubügeln. Geändert werden müsste seiner Meinung nach, dass der Torwart den Ball über die Mittellinie in die gegnerische Hälfte werfen darf, "so wird das wünschenswerte Kombinationsspiel vom eigenen Strafraum aus unterbunden, die gegnerische Hälfte verdichtet und auf Einzelaktionen gesetzt".

Keine Rückschlüsse aus den positiven Erfahrungen im Junioren-Bereich wollten die drei Trainer Büchner, Thurn und Schaub für den Senioren-Bereich ziehen. "Die meisten Spieler haben sicher noch den alten Hallenfußball im Kopf, werden nur schwer vom körperbetonten Spiel abzubringen sein, was wiederum die Schiedsrichter fordern wird", sind sie sich einig. Aus dem Schiedsrichter-Lager sind vermehrt Stimmen zu vernehmen, die die Regeln für zu kompliziert halten, ein Referee, der namentlich nicht genannt werden wollte, weiß von Kollegen zu berichten, die sich dem Hallenfußball unter Futsal-Regeln glattweg verweigern und sich nur noch auf die Freiluft-Runde konzentrieren.

Kreis-Juniorenleiter Rainer Lochmüller zog in Münnerstadt ein positives Fazit, seiner Beobachtung nach kommt Futsal den Junioren entgegen. "Dass das eine oder andere noch geändert werden wird oder muss, will ich nicht ausschließen, aber auch der Verband hat sich eine Erprobungsphase eingeräumt. Nach Abschluss der Hallenrunde werden sich die Funktionäre zusammensetzen, um aus den Erfahrungen vieler Turniere die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen."

Ergebnisse:

Junioren U 19
Gruppe 1

Rothhausen/Thun. - TSV Nüdlingen 1:1
JFG Wern-Lauertal - TSV Münnerstadt 0:1
SG Elfershausen - Detter-Weißenbach 2:1
SG Untererthal - SG Jahn Winkels 3:0
Wern-Lauertal - Rothhausen/Thundorf 2:1
Detter-Weißenbach - TSV Nüdlingen 1:0
TSV Münnerstadt - SG Untererthal 2:1
SG Jahn Winkels - SG Elfershausen 2:1
Rothhausen/Thun. - Detter-Weißenb. 1:0
SG Untererthal - JFG Wern-Lauertal 2:2
TSV Nüdlingen - SG Jahn Winkels 2:2
SG Elfershausen - TSV Münnerstadt 1:1
Untererthal - Rothhausen/Thundorf 1:1
SG Jahn Winkels - SG Detter-Weißenb. 1:0
JFG Wern-Lauertal - SG Elfershausen 1:0
TSV Münnerstadt - TSV Nüdlingen 2:3
Rothhausen/Thundorf - Jahn Winkels 2:2
SG Elfershausen - SG Untererthal 0:1
Detter-Weißenbach - TSV Münnerstadt 0:2
TSV Nüdlingen - JFG Wern-Lauertal 1:3
SG Elfershausen - SG Rothhausen/T. 0:1
TSV Münnerstadt - SG Jahn Winkels 1:0
SG Untererthal - TSV Nüdlingen 3:0
Wern-Lauertal - Detter-Weißenbach 1:0
Münnerstadt - Rothhausen/Thundorf 0:1
TSV Nüdlingen - SG Elfershausen 0:1
SG Jahn Winkels - JFG Wern-Lauertal 0:0
Detter-Weißenbach - Untererthal 0:1
1. SG FC Untererthal 12:5 14
2. JFG Wern-Lauertal 9:5 14
3. TSV Münnerstadt 9:6 13
4. TSV Rothhausen/Thun. 8:6 12
5. SG TV Jahn Winkels 7:9  9
6. SG FC Elfershausen 5:7  7
7. TSV Nüdlingen 7:13 5
8. SG Detter-Weißenbach 2:8  3

Qualifiziert für die Kreismeisterschaft am 26. Januar in Hammelburg: SG Untererthal, JFG Wern-Lauertal, TSV Münnerstadt und TSV Rothhausen/Thundorf. Ob neben Gastgeber FC Hammelburg auch Jahn Winkels teilnehmen kann, entscheidet sich beim zweiten Qualifikationsturnier am 21.12. in Bad Neustadt.

Junioren U 15
Gruppe 1

SG Fuchsstadt - JFG Wern-Lauertal 1:4
SG Langendorf - TSV Münnerstadt 1:0
TSV Nüdlingen - TSV Oberthulba 0:0
SG Langendorf - SG Fuchsstadt 1:0
TSV Oberthulba - JFG Wern-Lauertal 0:5
TSV Münnerstadt - TSV Nüdlingen 1:0
SG Fuchsstadt - TSV Oberthulba 2:0
TSV Nüdlingen - SG Langendorf 0:1
JFG Wern-Lauertal - Münnerstadt 0:1
TSV Nüdlingen - SG Fuchsstadt 2:1
TSV Münnerstadt - TSV Oberthulba 2:0
SG Langendorf - JFG Wern-Lauertal 2:0
TSV Münnerstadt - SG Fuchsstadt 2:1
JFG Wern-Lauertal - TSV Nüdlingen 0:2
TSV Oberthulba - SG Langendorf 1:1
1. SG SV Langendorf 6:1 13
2. TSV Münnerstadt 6:2 12
3. TSV Nüdlingen 4:3  7
4. JFG Wern-Lauertal 9:6  6
5. SG FC Fuchsstadt 5:9  3
6. TSV Oberthulba 1:10 2

Gruppe 2

SG Untererthal - TV Jahn Winkels 0:1
SG Oehrberg - SG Wollbach 1:0
FC Thulba - SG Untererthal 2:1
SG Wollbach - TV Jahn Winkels 0:1
SG Untererthal - SG Wollbach 0:3
SG Oehrberg - FC Thulba 1:2
SG Oehrberg - SG Untererthal 1:1
FC Thulba - TV Jahn Winkels 5:0
TV Jahn Winkels - SG Oehrberg 3:2
SG Wollbach - FC Thulba 1:1
1. FC Thulba 10:3 10
2. TV Jahn Winkels 5:7  9
3. SG Oehrberg 5:6  4
4. SG TSV Wollbach 4:3  4
5. SG FC Untererthal 2:7  1

Qualifiziert für die Kreismeisterschaft am 26. Januar in Hammelburg: SV Langendorf, TSV Münnerstadt, FC Thulba und Jahn Winkels, dazu kommen neben Ausrichter FC Hammelburg aus dem Rhön-Grabfeld der TSV Stockheim, der SV Herschfeld, der SV Niederlauer, die JFG Oberes Streutal und die DJK Waldberg.