Besser geht's nicht. "Das ist ein sehr gutes Turnier mit optimalen Bedingungen. Die Organisatoren haben sich sehr viel Mühe gegeben. Nächstes Jahr ist diese Veranstaltung sicher ein Highlight in der bayerischen Turnier-Szene." Das Kompliment von Hans Steger ging an die Adresse der Reitsport-Gemeinschaft Rhön, namentlich an Otto Müller samt Familie. "Ob der Boden, die Hindernisse, die Unterbringung oder die Bewirtung. Alles vom Feinsten", so der Turnier-Richter, der bereits vor 22 Jahren Turniersport in Detter-Weißenbach miterlebt hatte.
Der Sieg im abschließenden und mit 5000 Euro dotierten S**-Springen ging an Gerrit Schepers (RC Emscherquelle), der sich im Stechen durchsetzte vor Oliver Berger (RC Nürnberg) und Michael Most (RFV Guxhagen-Doernhagen). Das zweite schwere Springen hatte tags zuvor Sven Fehnl (RC Eltmann) für sich entschieden vor Gerrit Schepers und Thomas Heineking (RFV Nendorf). Reichlich Spitzen-Platzierungen gab es für die Lokalmatadoren Ann-Kathrin Mieling, Veronika Müller, Eva-Maria Müller, Susann Schlenzig und Nina Müller.

Zu 100 Prozent zufrieden

Bemerkenswert, was am Reiterhof Rhön in monatelanger Vorbereitung auf die Beine gestellt worden war, um 200 Reitern und etwa 500 Pferden ideale Voraussetzungen zu bieten. Professionelles Umfeld in familiärer Atmosphäre - so hatten sich das die Müllers vorgestellt. Zumal das Wetter an allen Turniertagen mitspielte und insbesondere am Sonntag besser nicht hätte sein können. Otto Müller strahlte. "Wir sind zu hundert Prozent zufrieden. Egal, ob von den Zuschauern oder von den Reitern, wir haben von allen Seiten viel Lob bekommen und offensichtlich alles richtig gemacht." Obwohl wie die gesamte Familie im Dauer-Einsatz, hatte das Familien-Oberhaupt genügend Muse, um das Treiben auf dem neu errichteten Sandplatz zu verfolgen. "Das ist wirklich gute Qualität, was die Reiter zu bieten haben." Sogar Akteure aus Portugal, Bulgarien und Ägypten waren im exquisiten Teilnehmerfeld zu finden. "Mir vorher fremde Menschen haben ihre Unterstützung für die nächsten Veranstaltung zugesagt", berichtet Otto Müller von wertvollen Bekanntschaften.

Dankeschön der Reiter

"Wir sind sehr glücklich, dass jemand den Mut hatte, so eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen", sprach Matthias Mock (RG Himmelgarten) in Vertretung für alle Aktiven, die sich mit Blumen und Geschenken speziell bei der Familie Müller bedankten. Äußerst angetan vom Ambiente zeigte sich auch Katharina Kohlhepp vom Reiterverein Bad Kissingen. "Das ist richtig professionell hier. Der Boden ist klasse, alles ist sauber und hat seine Ordnung", sagte die junge Reiterin, die die kurze Anreise nutzte, drei Pferde in den Parcours schickte und ein Springen der Klasse L gewann. Zum Turnierausklang findet heute ab 17 Uhr eine Schlacht-Schüssel am Reiterhof statt.


Interview mit Ilona Müller

Das kleine Rhön-Dorf Detter tief im Nordwesten des Landkreises besitzt eine große Reitsport-Tradition. Mit dem aktuellen Turnier auf der Anlage der RSG Rhön Detter-Weißenbach bekommt die Region ein sportliches Highlight geboten. Immerhin sind dank vieler Sponsoren Preisgelder in Höhe von etwa 26 000 Euro ausgelobt. Wir unterhielten uns mit Ilona Müller über die Renaissance des Springreitens in der Rhön.

Wie kann ein so kleiner Verein wie die RSG Rhön Detter-Weißenbach ein Turnier dieser Größenordnung stemmen?
Ilona Müller: Da packen wirklich alle im Verein mit an. Sonst geht das nicht. Auch Leute aus der Firma des Senior-Chefs und viele Freunde der Familie helfen. Insgesamt können wir in etwa auf 25 Helfer zurückgreifen.

Woher stammt die Motivation?
Die Idee ist im Lauf der Jahre gewachsen. Die Motivation hatte insbesondere Otto Müller, der unbedingt noch einmal ein Turnier ausrichten wollte. Sonst müssen wir ja immer selbst fahren, und das oft sehr weit. In unserer Umgebung gibt es nunmal nicht so viele Spring-Turniere. Die RSG Rhön steht prinzipiell für den Springsport. Im zweiten Reitverein im Ort, der früher die Turniere ausgerichtet hatte, sind mittlerweile eher die Western- und Freizeit-Reiter beheimatet.

Dressur-Wettbewerbe finden bei Ihnen nicht statt.
Stimmt. Was einfach daran liegt, dass bei uns eigentlich alle den Springsport bevorzugen, was auch auf die Kinder zutrifft.

Welche Maßnahmen mussten im Vorfeld getroffen werden?
Im November hatten wir damit begonnen, dem neuen Sandplatz zu bauen, der 60 auf 80 Meter misst und damit auch geeignet ist für ein S**-Springen, dem Höhepunkt unseres Turniers mit 5000 Euro Preisgeld. Weiterhin haben wir eine neue Halle errichtet, die sich multifunktional nutzen lässt. Wir wollen das Turnier ja nicht nur einmal, sondern möglichst jedes Jahr ausrichten.

Wirkt sich das Turnier auf das Engagement der Familie Müller beim Rakoczy-Reitturner in Bad Kissingen aus?
Natürlich werden wir das Turnier in Bad Kissingen weiter unterstützen. Aber nicht mehr in den Dimensionen der Vorjahre. Das wurde aber auch so längst kommuniziert. Vor allem unserem Senior-Chef Otto Müller wird das alles zu viel, zumal nach seinem Unfall im Vorjahr. Schon hier in Detter versuchen wir, Otto Müller so gut wie möglich zu entlasten.

Was sind Ihre persönlichen Highlights beim "Heimspiel"?
Ich habe mich schon vorher gefreut über jedes Detail, das in der Anlage dazugekommen ist, um das Turnier ausrichten zu können. Ich freue mich insbesondere, wenn ich am Sonntagabend auf ein gelungenes Turnier zurückblicken kann. Auf ein Turnier mit zufriedenen Gästen und Sponsoren. Natürlich wünsche ich mir auch, dass alle Beteiligten gesund geblieben sind. Doris Bauer