ECDC Memmingen Indians - ERV Schweinfurt Mighty Dogs 2:3 (0:0; 1:2; 1:1) - Natürlich haben sie einen Traum, die Mighty Dogs. Nämlich den, an allen vier März-Sonntagen zuhause vor großer Kulisse zu spielen und am 25. März mit einem Sieg gegen Bayreuth oder Weiden die Saison zu beenden. Das hätte zur Folge, dass die Schweinfurter Meister der Eishockey-Bayernliga wären und in die Oberliga aufsteigen würden. Erste Hürde ab dem Wochenende sind die starken Sonthofener. Zwei Siege brauchen die Hunde, ein eventuell entscheidendes drittes Match im Play-off-Halbfinale nach dem Modus Best-of-three würde genauso im Icedome stattfinden wie Partie drei im Finale.
Bei den Mighty Dogs steht man zu Beginn der Woche zwischen der Vorfreude auf Sonntag (18 Uhr) und der Aufarbeitung des letzten Wochenendes. "In Memmingen ist uns der blanke Hass entgegengeschlagen. Das war eine so was von feindselige Stimmung", kann Steffen Reiser noch immer nicht fassen, was sich rund um den Sieg bei den Indians ereignete. Dass die gegnerischen Spieler heiß waren und auch die Fans der Memminger sauer reagierten auf das 1:8 der Schweinfurter gegen Weiden zwei Tage zuvor, das kann der ERV-Sportdirektor ja noch nachvollziehen. Doch verbale Attacken auf Funktionärsebene hätte Reiser so nicht erwartet. Lediglich Trainer Jogi Koch habe sich erklären lassen, dass die Mighty Dogs keinesfalls freiwillig gegen Weiden untergingen, um den Oberpfälzern ins Halbfinale zu helfen. Das Verhalten des ECDC-Vorsitzenden Helge Pramschüfer bezeichnete Reiser hingegen als peinlich. "Der hat sich benommen wie ein dreijähriges Kind, dem man im Sandkasten gerade ein Förmchen abgenommen hat." Pramschüfer bezeichnete die Schweinfurter als "größte Schande der Bayernliga" und wünschte sie "in die Bezirksliga verbannt". "Wer bei uns mit 2:7 unter die Räder kommt, gegen Königsbrunn einen Punkt liegen lässt und nur mickrige acht Zähler in der Zwischenrunde holt, der kann halt auch nicht ins Halbfinale einziehen", meinte Reiser dazu.
Dort stehen nun die Schweinfurter und erwarten Sonthofen nicht gerade als Traumgegner. "Es ist aber wurscht, ob es gegen die Bulls geht oder gegen Bayreuth. Beide sind extrem stark und mit uns auf Augenhöhe", weiß Reiser. Dass Mark Dunlop am Sonntag wieder an Bord sein wird, glaubt Reiser indes nicht. "Der Angriff auf den Schiedsrichter war aber keine Absicht von ihm. Das wird ja sogar von einer Aussage von Memmingens Trainer Koch dokumentiert. Wir gaben dazu eine Stellungnahme ab, müssen aber sehen, wie es der Verband beurteilt." Weil der Unparteiische bei dem Kontakt zu Boden ging und sich leicht verletzte, "war er extrem aufgebracht und wollte Marks Entschuldigung nicht annehmen und auch Kapitän Markus Koch nicht anhören. Das war alles sehr unglücklich", sagt Reiser. Auf das obligatorische Shake-Hands nach dem Match verzichteten die Schweinfurter übrigens auf Anraten des Schiedsrichters. "Er riet uns zu einem Sportlergruß nur aus der Ferne. Das sollte deeskalierend wirken, nachdem es in der Minute zuvor noch eine Keilerei auf dem Eis gab."