Fast 400 Kilometer sind es nach Trostberg (10./10), wo in der Nähe übernachtet und am Sonntag gespielt wird. Auch die beiden Spielorte sind nicht in unmittelbarer Nachbarschaft. Fast 100 Kilometer fährt man, um vom niederbayerischen Vilshofen ins oberbayerischeTrostberg nahe den Chiemgauer Alpen zu kommen.
Samstagsgegner ESC Vilshofen (6./23) ist auf dem Papier sicher der stärkere Gegner. Zumal den Unterfranken Alexander Andrusovich fehlen wird, der seine Sperre aus dem Schweinfurt-Spiel abzusitzen hat. Da auch Jens Freund bis zum Saisonende und Andreas Hampl mit Schulterverletzung ausfallen, sind die Wölfe im Sturm eher dünn besetzt gegen die "Artgenossen" aus Niederbayern. Vier Punkte weniger als die Kurstädter haben die Vilshofener Wölfe, aber eben auch drei absolvierte Spiele weniger.

Schlechte Bilanz

Sowohl in Vilshofen als auch zuhause mussten sich die Kissinger Wölfe vergangene Saison geschlagen geben. Am Ende landeten die Vilshofener auf Rang 3. Im anschließenden Halbfinale um den Aufstieg in die Bayernliga scheiterten die niederbayerischen Wölfe am späteren Aufsteiger HC Landsberg. Und auch in dieser Saison wurde die Play-Off-Teilnahme offen als Ziel ausgerufen. Einziger Stolperstein für den ESV Vilshofen war bislang der EV Pegnitz. Als stark erweist sich bisher die Defensive, die mit 20 die wenigsten Gegentreffer aller Mannschaften der Liga zuließ. Und auch die Offensive bewies mit 64 Treffern in den neun Spielen Qualität.

Prominente Verstärkungen

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, hat sich die Mannschaft von Spielertrainer Philipp Weinzierl, der selbst über Oberligaerfahrung verfügt, gut verstärkt. Vom Süd-Oberligisten Deggendorf Fire kam vor Rundenbeginn das Duo Andreas Maier und Maximilian Meschik. Der 27-jährige Maier hat über 200 Oberligaspiele für Deggendorf bestritten, soll die Verteidigung stärken und kommt dabei sogar mit der Empfehlung von 48 Zweitligaspielen für die Dresdner Eislöwen. Maximilian Meschik wurde für die Torhüterposition an die Vils gelotst. Vom Ligakonkurrenten EHF Passau verpflichteten die Wölfe das Sturm-Trio Moritz Riebel, Andreas Toth und Vladimir Gomow.

Trostberg im Aufwind

Beim Sonntags-Gegner TSV Trostberg zeigt nach schwachem Saisonstart die Formkurve nach oben. Unter anderem wurde das Derby gegen Inzell gewonnen. Gegen Vilshofen wäre fast die Sensation geglückt. Erst kurz vor Schluss kassierte man den Ausgleichstreffer vor 450 Fans. Das folgende Penaltyschießen ging verloren. Zuletzt musste das Team von Coach Alex Stein jedoch vor heimischem Publikum gegen Amberg und Pegnitz den Kürzeren ziehen.
Eine Besonderheit für die Kissinger Spieler an diesem Wochenende ist sicherlich, dass bei beiden Gegnern die Spiele unter freiem Himmel ausgetragen werden.