HSC Bad Neustadt - SV Anhalt Bernburg 28:22 (11:9) - Ein Pflichtsieg - mehr nicht. Typisch, dass in einem Spiel mit vielen Fehlern der erste Treffer erst nach drei Minuten fiel durch den von Jan Wicklein verwandelten Siebenmeter. Zunächst brachten die beiden Torhüter, "Bady" Badura und sein Gegenüber Artur Gawlik, die Schützen reihenweise zur Verzweiflung. Doch das Duell währte nur bis zur 23. Minute, dann vertrat sich der Gäste-Keeper den Fuß, wurde fortan ersetzt von Mantas Gudonis. Und der hatte gar keinen guten Tag erwischt. "Er hat mir manchmal richtig leid getan", sagte Kilian Kraft. Der Bernburger hielt die SVler mit seinen insgesamt zwölf Treffern im Match. Totalausfälle bei den Gästen waren dagegen Torjäger Steffen Cieszynski (1/1) und Linksaußen Enrico Lampe, der ohne Treffer bleiben sollte.

Wadenkrämpfe ohne Folgen

Die Gastgeber setzten sich, obwohl sie nach 25 Minuten Maxi Schmitt (Wadenkrämpfe) verloren, jedenfalls bis zum Seitenwechsel erstmals auf zwei Tore ab und erhöhten nach Wiederanpfiff auf 13:10. Doch in Unterzahl, Margots Valkovskis saß eine Zeitstrafe ab, sowie nach leichten Fehlern schafften die Bernburger nochmals den Ausgleich (13:13). Vier Minuten später waren die Rot-Weißen allerdings vorentscheidend enteilt durch je zwei Tore von Alejandro Rohaly und Jan Wicklein. Den Sachsen-Anhaltinern schwammen die Felle jetzt endgültig davon. Der bärenstarke HSC-Torwart Badura hatte seinen großen Auftritt, als er einen Siebenmeter abwehrte und auch den Nachwurf über die Latte lenkte. Die Gastgeber gefielen derweil durch variables Spiel, zogen nun ihr Offensivspiel breiter auf, was Anspiele auf Margots Valkovskis erleichterte. Der ließ sich nicht lange bitten, traf oder provozierte Strafwürfe. Die höchste Führung war beim 26:19 herausgeworfen, Wicklein, Gary Hines und Stefan Schröder nutzten da eine Zeitstrafe für den SV-Abwehrorganisator Andreas Steinbrink gnadenlos aus. Kraft verkürzte zwar nochmals mit drei weiteren Treffern, den Schlusspunkt setzte aber Vilim Leskovec. "Die zwei Punkte sind erfreulich, aber ich habe uns nur zehn Minuten lang, und da erst in der zweiten Halbzeit, mit einer ansprechenden Leistung gesehen", sagte HSC-Trainer Matthias Obinger.
Tore für den HSC: Jan Wicklein (9/5), Gary Hines (6), Margots Valkovskis (5), Alejandro Rohaly (3), Stefan Schröder (2), Vilim Leskovec (2), Franziskus Gerr (1).

HSG Fichtelgebirge - SG Garitz/Nüdlingen 34:26 (16:15) - Es bleibt dabei: Auswärts ist nichts zu holen für die Spielgemeinschaft. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigten die SGlerinnen eine starke Leistung dank konsequenter Abwehrarbeit und mit kreativem Spiel im Angriff. Entsprechend ausgeglichen mit vielen Führungswechseln verlief das Spiel vor der Pause. Allein sechs Konter hatten die Unterfranken bis dato ohne Torerfolg abgeschlossen, sodass der knappe Rückstand absolut unnötig war. "Das war die beste Halbzeit, die wir in dieser Saison gespielt haben", fand SG-Trainer Hans Wenzke. Kurz vor dem Pausenpfiff hatten sich die SGlerinnen zusätzlich geschwächt nach der Roten Karte gegen Julia Albert nach einem Foulspiel.

Die Substanz fehlt

Die nächste Disqualifikation für eine SG-Spielerin folgte kurz nach Wiederanpfiff mit der dritten Zeitstrafe gegen Manuela Schäfer. Dennoch boten die Gäste weiter Paroli. Ein weiteres Überzahlspiel nutzte die HSG, um den Vorsprung Mitte der zweiten Halbzeit entscheidend zu vergrößern. "Man hat gegen Ende gemerkt, dass uns die Substanz gefehlt hat. Dennoch bin ich sehr stolz auf die Mannschaft und auf die Leistung, die sie hier gezeigt hat. Leider haben die Schiedsrichter nicht ihren besten Tag gehabt und das überharte Einsteigen des Gegners nicht unterbunden. Im Gegenzug wurden wir bei jedem Zweikampf mit einem Siebenmeter bestraft. Fichtelgebirge hat zehn Siebenmeter bekommen, wir hingegen nur vier", bilanzierte Wenzke.
Für die Spielgemeinschaft trafen: Natascha Will (8/2), Lisa Wenzke (4), Carolin Annon (4), Manuela Schäfer (4), Franziska Thomas (2), Karin Wehner (2/1), Theresa Kleinhenz (1), Nina Barnickel (1).

FC Bad Brückenau - TSV Pfändhausen 20:24 (11:14) - "Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Ohne unsere Topwerferin Lisa König haben wir eine engagierte Vorstellung geboten. Unsere Torfrauen Anna-Lena Löser und Denise Schöppach haben mich überzeugt. Wir haben als Mannschaft Moral und Charakter gezeigt, ehe uns am Ende die Kräfte verließen", sagte Trainer Klaus Sieß unmittelbar nach dem Spiel. Bis kurz vor dem Halbzeitpfiff hatten sich die FClerinnen erfolgreich gegen das gefürchtete Konterspiel des Gegners gewehrt, ehe dieser nach drei technischen FC-Fehlern zu drei Toren in Folge kam. Aufgefallen ist Klaus Sieß wieder einmal, dass in der Bezirksoberliga die Mannschaften das Konterspiel bevorzugen gegenüber dem Positionsspiel, das den Kurstädterinnen einfach mehr liegt. Eine kurze Schwächeperiode führte in der zweiten Halbzeit zu einer 17:11-Führung der Gäste. Obwohl in der Endphase Sabine Bott nebst Katharina Schmitt verletzt ausfielen und Torfrau Denise Schöppach als Feldspielerin agieren musste, gelang es den kampfstarken FC-Mädels, sich auf 20:24 heranzukämpfen, ehe die Kräfte endgültig aufgebraucht waren. Dass die Sinnstädter fünf Siebenmeter verwarfen, unterstreicht, dass auch gegen diesen starken Gegner ein Erfolgserlebnis in Reichweite war.
Tore für Bad Brückenau: Julia Reinmann (5/3), Maike Ditzel (4), Maria Kolbeck, Lisa Reinmann (je 3), Katharina Schmitt (3/1), Sabine Bott (2).

VfL/Spfr. Bad Neustadt - TV/DJK Hammelburg 21:30 (8:12) - "Ich bin sehr froh, dass wir dieses Vier-Punkte-Spiel für uns entscheiden konnten", sagte Bernd Liebsch, der gemeinsam mit Monika Zülch das Team für den verhinderten Manfred Leiher coachte. Mit dem souverän herausgespielten Sieg haben sich die TV/DJKlerinnen erst einmal von den Abstiegsrängen der Bezirksliga distanziert. Die Hammelburger Mischung aus A-Jugendlichen und erfahrenen Spielerinnen harmonierte in einem von der Taktik geprägten Derby. Die Einheimischen versuchten zwar Nicole Schröter in Manndeckung zu nehmen, die aber gekonnt von Sabine Finke und Johanna Leiher freigesperrt wurde. Bernd Liebsch ließ Neustadts Topwerferin Manuela Schroll von Johanna Ruppert aus dem Spiel nehmen. Aus der 5:1-Abwehr mit den wechselweise eingesetzten Torfrauen Lara Laske und Katja Körpert, überrumpelte man gleich zu Beginn die Neustädterinnen. Über 6:3 und 11:5 schritten die Gäste zum verdienten Pausentee. Richtig eng wurde es kaum, zumal die Jugendlichen Helen Faust, Johanna Ruppert und Juliane Pfeuffer sich auf der Höhe des Geschehens zeigten. Nichts zu bestellen hatte Bad Neustadts Defensive gegen Nicole Schröter und Sabine Finke, die ordentlich Zielwasser getrunken hatten und mit ihren 21 Treffern den Gegner fast im Alleingang besiegten. "Es hat alles geklappt. Vorne haben wir fast alles getroffen und hinten waren wir sehr beweglich. Wenn man solch einen Lauf hat, ist es schwer zu verlieren", freute sich Bernd Liebsch über die beste Saisonleistung."
Tore für Hammelburg: Nicole Schröter (11), Sabine Finke (10), Ute Leidner (4/2), Helen Faust, Juliane Pfeuffer, Johanna Leiher, Johanna Ruppert, Elena Kalasnikov (je 1).

HSV Bergtheim - DJK Nüdlingen 24:26 (11:17) - Trotz einiger Ausfälle bot die DJK Nüdlingen beim HSV Bergtheim eine couragierte Leistung. Spätestens nach diesem Erfolg zweifelt wohl keiner mehr im Nüdlinger Lager, dass das Unternehmen "Klassenerhalt" ein erfolgreiches Ende nehmen wird. "Das war der erwartet schwere Gegner und phasenweise ein Spiel auf Augenhöhe", bilanzierte DJK-Trainer Dietmar Piechulek, dessen Team, mit einem in Topform agierenden Torwart Julian Wilm, einen Traumstart mit einer 11:2-Führung hinlegte. "Die Geradlinigkeit und die Entschlossenheit, die die Mannschaft an den Tag gelegt hat, waren schön anzuschauen. Und mit Julian Wilm hatten wir einen Keeper im Kasten, dem man im übertragenem Sinne das Prädikat "Weltklasse" zugestehen musste", lobte Piechulek. Nur um die 40. Minute herum hatten die DJKler den Faden verloren und sich den 23:23-Gleichstand eingehandelt. Durch das Ausschalten von Timm Rößner, den Jan Hofmannn in den Griff bekam, und das Aufbäumen des gesamten Kollektivs, konnte die Endphase mit dem erfolgreichen Siebenmeter-Schützen Oliver Speck doch noch erfolgreich gestaltet werden.
Tore für Nüdlingen: Bastian Kiesel (8), Sebastian Wilm (5), Oliver Speck (5/5), Jan Hofmann (3), Nico Heer (2), Marcel Müller, Benedikt Weber, Marcel Przybilla (je 1).

HSG Volkach II - SG Garitz/Nüdlingen II 14:22 (5:9) - Vor den Toren der Halle stürmte es, drinnen machten es sich die Spielerinnen der SG-Reserve behaglich. "Zäh war eigentlich nur der Beginn", sagte Trainer Erich Kaim zum 3:3-Zwischenstand. Bis zur Pause war der Wackler aus der Auftaktphase allerdings korrigiert. Und als die Spielgemeinschaft noch deutlicher vorne lag, bekamen alle Wechselspielerinnen ihre Einsatzzeiten. Nächste Woche wird es schwieriger, dann gastiert zum Spitzenspiel der MHV Schweinfurt in der Schlossberghalle.
Tore für die SG: Nadja Heer (6), Anna Zimmer (5), Theresa Kleinhenz (5), Andrea Reisch (5), Ann-Cathrin Kiesel (1).

Ärgerlich für den FC Bad Brückenau, dass der TV/DJK Hammelburg erst kurzfristig das Derby absagte. "Am Spieltag erreichte uns um 13 Uhr der Anruf, dass die Hammelburger keine komplette Mannschaft zur Verfügung hätten. Ärgerlich auch deshalb, weil die Marketender des Vereins mit ihren Bratwürsten etc. unverrichtender Dinge wieder abrücken mussten", so Klaus Sieß, der die Punkte nun kampflos bekommt.