SV Esting - TV/DJK Hammelburg.
Das ist ein Schlag, den die Hammelburger Volleyballerinnen (3./24) erstmal verkraften müssen: Frank Otter ist als Trainer zurückgetreten. Und als ob das vor dem Schlagerspiel beim Tabellenführer Esting (1./31) nicht schon die Hiobsbotschaft schlechthin gewesen wäre, da tritt sein Co-Trainer Thomas Oschmann gleich mit zurück. Die Nachricht hat die Spielerinnen, die jetzt das Saisonfinale in Eigenregie bestreiten müssen, kalt erwischt. "Wir klappern gerade sämtliche Volleyballer ab, die wir kennen. Damit immerhin mal ein Training abgehalten wird, das nicht von einer Spielerin 'beaufsichtigt' werden muss", beschreibt die verletzte Tabea Lang das Dilemma.
Der Abschied war für Frank Otter ein ganz schwerer Entschluss, der aber unvermeidlich war. "Es sind ausschließlich familiäre und berufliche Gründe, die mich zum Aufhören zwingen", erklärt er, dass er der Hetze und dem Stress nicht mehr gewachsen ist. "Ich sehe keine Chance, die Mannschaft noch vernünftig zu coachen. Ich bin auch zu dünnhäutig geworden, um Probleme besonnen zu lösen", gesteht Otter ein. Ihm ist es überhaupt nicht recht, dass sein Abschied so ein Aufsehen verursacht. "Die Mannschaft soll im Mittelpunkt stehen, sie ist wichtiger", ist er überzeugt davon, dass seine erfahrenen Regionalliga-Damen das bis zum Saisonende auch alleine meistern. Die Abteilungsleitung war von dem Trainer-Duo schon vorab informiert worden.
Anders schaut das bei der 2. Damen-Mannschaft aus, die in der Bezirksliga um Meisterschaft und Aufstieg mitspielt. "Diese jungen Spielerinnen wollen Oschi und ich bis zum Saisonende noch betreuen", kündigt Frank Otter an. Für seinen Co-Trainer Thomas Oschmann stellte sich die Frage nicht, alleine weiter zu machen. "Da wir stets ein Trainerteam - ich finde ein recht gut funktionierendes - sind beziehungsweise bei der 1. Damenmannschaft waren, trete ich schlicht aus Solidarität zu meinem geschätzten Sports- und Trainerfreund mit zurück", betont er. Ziel bleibt auch für ihn ein erfolgreiches Saisonfinale mit dem Nachwuchs-Team. "Nun hoffen wir beide - wiederum als Team - unsere 2. Damenmannschaft zum Aufstieg aus der Bezirksliga zu führen. Die Zeichen stehen extrem gut", sieht er dem heutigen Heimspieltag gegen Straßbessenbach und die TG Würzburg optimistisch entgegen.
Auf die Regionalliga-Damen wartet am Sonntag wieder einmal ein Spitzenspiel, müssen sie doch beim Tabellenführer in Esting antreten. Nach dem Rücktritt des Trainergespanns stehen die Vorzeichen für die Saaledamen alles andere als gut. Lediglich einige taktische Hinweise hat Frank Otter ihnen noch mit auf den Weg gegeben. Auch die Mannschaft ist nicht vollzählig, Tabea Lang laboriert noch immer an ihrer Verletzung. Damit müssen die Volleyballerinnen erstmal klar kommen.

Gutes Omen

Doch die ungünstigen Vorzeichen schweißen das Team noch enger zusammen. Jetzt erst recht lautet die Devise der Damen, die unbedingt Punkte holen wollen, um sich im oberen Tabellenbereich festzusetzen. Dass Esting nicht unschlagbar ist, hat im Dezember der TSV Rottenberg bewiesen, der daheim mit 3:2 siegte. Dass die Hammelburger Damen dagegen im Januar glatt mit 3:0 die Punkte aus Rottenberg entführten, darf als gutes Omen gewertet werden.
In Esting gilt es trotz der ungünstigen Umstände kühlen Kopf zu bewahren. Im hart umkämpften Hinspiel hatte der SV Esting mit 18:16 im fünften Satz in der Saaletalhalle knapp die Nase vorn. Doch die Unterfranken schauen optimistisch in die Zukunft und möchten auch ohne Trainer frei aufspielen - und erfolgreich sein.