TV/DJK Hammelburg - TSV Deggendorf: Die völlig unnötige Niederlage gegen Tabellennachbar Marktoffingen steckt Trainer Frank Otter noch richtig in den Knochen. "Das hat mich mindestens eine schlaflose Nacht gekostet." Nun muss er sehen, wie das Team die Punkte, die es liegen gelassen hat, wieder reinholen kann. Die Gäste aus Deggendorf (5./8:6) sind zumindest ein Kandidat hierfür, obwohl es dort eine 0:3-Niederlage setzte. So deutlich, wie sich das anhört, war es allerdings nicht. Immerhin führten seinerzeit die Unterfranken mit 24:17 im ersten Satz, den sie unverständlicher Weise noch abgaben. Danach fehlte ihnen scheinbar die Lust, vor allem aber die Kraft, die Partie noch einmal von vorne aufzurollen. Immerhin steckte ihnen eine 2:3-Tie-Break-Niederlage vom Vorabend in den Knochen, zudem war das halbe Team krank oder verletzt. "Dieses Déjà-vu-Erlebnis holt uns scheinbar immer wieder ein", mutmaßt Otter. Noch fehlen seinem Team Spielerinnen, die in den entscheidenden Momenten dem Druck gewachsen sind und gerade dann ihr Bestes abrufen können. "Aber dies ist natürlich ein Entwicklungsproblem", weiß der Trainer, der anmerkt, dass viele seiner Spielerinnen zum Teil aus der Bezirksklasse eingestiegen sind und ins kalte Wasser geworfen wurden. "Die müssen diesen Entwicklungsprozess erst noch durchlaufen und das kostet noch etwas Zeit" und vielleicht auch Siege.
Siege hätten die Saaledamen dringend nötig, denn mit 6:12 Punkten liegen sie zwar auf Rang sechs, doch die Konkurrenz ist ihnen auf den Versen und kann teilweise in Nachholspielen Boden gutmachen. "Bange machen gilt nicht", sieht der Coach kämpferisch der Partie gegen die Niederbayern entgegen. Mut macht ihm vor allem die Tatsache, dass seine ehemalige Diagonalspielerin Katharina Wehner wieder aushelfen kann. Als sie das am letzten Doppelspielwochenende tat, gab es zumindest zwei Siege. Dadurch kann Otter auch den Liberaposten doppelt besetzen, nachdem Denise Roy nach dem letzten Spiel angeschlagen ist. Mögliche Kandidaten sind Carolin Streck und Britta Lohneiß. Bei der bitteren Pleite vor einer Woche hat die wankende Annahme eine nicht unerhebliche Rolle gespielt. Dieses Problem könnte somit ansatzweise in Griff zu bekommen sein.

TV/DJK Hammelburg - TSV Zirndorf: Die Niederlage letzte Woche gegen Tabellenkonkurrent München nimmt Trainer Tado Lehmann nicht mehr so tragisch. Zum einen: "Wir haben unsere Lehren aus dem Spiel gezogen und sind nun hoffentlich etwas schlauer geworden". Zum anderen hat auch Spitzenreiter Mühldorf am vergangenen Sonntag überraschend Federn gelassen. Der TV/DJK hat dadurch als Dritter (12:6) nur zwei Punkte Rückstand auf Mühldorf (1.) und München. Doch auch der Abstand zum Vierten Lohhof (12:8) ist alles andere als immens. Und die Niederlage von Spitzenreiter Mühldorf sollte Warnung genug sein. Denn ausgerechnet gegen das Kellerkind, den heutigen Gast Zirndorf (9./ 6:12) verloren die Tabellenführer vor einer Woche glatt mit 0:3. "Zirndorf hat uns die eigene Niederlage etwas versüßt", so Lehmann, bei dem natürlich auch die Warnung angekommen ist.
Die Gäste aus Mittelfranken starteten mit einer Niederlage in die Saison, ausgerechnet gegen die Saalemänner, die die drei letzten Ligaspiele gegen den TSV gewonnen haben. Dennoch gibt es für den TV/DJK-Trainer keinen Grund die Partie rund um das sympathische Team von Patrick Siecke locker zu nehmen. "Wir werden ihnen auf Augenhöhe begegnen", weiß Lehmann noch genau, dass die Siege in der Vergangenheit alles andere als locker waren. "Das vergisst mancher nach längerer Zeit immer wieder." Sein Team war seinerzeit stets in Bestform aufgelaufen. "Das wird am Samstag genau so wieder nötig sein, wenn wir als Sieger vom Platz gehen wollen." Viel liegt Lehmann auch daran, das Jahr erfolgreich abzuschließen, damit bei der anschließenden Weihnachtsfeier eine betrübte Stimmung erst gar nicht mit hineingebracht wird und mit diversen Cocktails verarbeitet werden muss. "Falls uns das gelingen sollte, können wir auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken, das man nicht unbedingt so erwartet hätte." Gewiss ein Punkt, auf den das ganze Team stolz sein kann. Unterdessen macht auch die Tatsache stolz, dass es ab sofort einen U-18-Jugendnationalspieler gibt in den Reihen des TV/DJK. Moritz Karlitzek, der gerade bei den letzten beiden Pflichtspielen als Außenangreifer überzeugte, ist unter den besten 16 Spielern Deutschlands und kämpft um seinen Platz unter den ersten 14. Da sich dies in diesen Tagen entscheidet, ist sein Fehlen gegen Zirndorf fast schon vorprogrammiert. "Wenn er nicht da sein sollte, weil er es geschafft hat, werden wir das frohen Mutes zur Kenntnis nehmen", sieht das Lehmann entspannt. "Wir gönnen ihm diesen Erfolg sehr, weil er im Team nicht nur ein hervorragender Volleyballer ist, sondern auch ein richtig guter junger Mann."