"Ausgerechnet Nieder-Roden", stöhnt so mancher Fan des HSC Bad Neustadt (11./10:16) vor dem letzten Heimspiel des Jahres. Die Gäste (3./22:6) sind binnen fünf Wochen nach den Magdeburgern und Dresdenern das dritte Spitzenteam, das in der Bürgermeister-Goebels-Halle aufkreuzt. Und damit allein schon vor der Tabellensituation her als Favorit in die Begegnung geht, die die Gastgeber allerdings auch nicht verlieren dürfen, soll nicht das Abstiegsgespenst über Weihnachten über die Schützlinge von Margots Valkovskis kreisen.

"Wir müssen jetzt einfach mal den Bock umstoßen", fordert dieser von seinen Mannen. Was optimistisch stimmt, ist der Fitnesszustand von Gary Hines, der in Groß-Bieberau/Modau zumindest ein paar Minuten auf dem Parkett stand. Weiterhin muss Valkovskis allerdings auf die Rückkehr von Vilim Leskovec warten, dessen Patellasehnenentzündung so hartnäckig ist, dass er frühestens im Januar wieder auflaufen kann. "Mit Gary eröffnen sich mir auch taktische Alternativen", freut sich der Spielertrainer, "im linken Rückraum können wir endlich wieder auf einen auf dieser Position vorgesehenen Spieler zurückgreifen". Der Vertreter auf dieser Position, Maxi Schmitt, kann sich so wieder mehr auf die Abwehrarbeit konzentrieren oder Emil-Feuchtmann-Perez, einer der Aktivposten bei der unglücklichen Niederlage in Groß-Bieberau, auf der Spielmacherposition entlasten.
Die Chancen, dass die Hausherren wesentlich torgefährlicher agieren als zuletzt, stehen also gut. Das fürchtet auch Gäste-Coach Alex Hauptmann, der mit großem Respekt vor den Saalestädtern anreist. "Von der individuellen Klasse her müsste der HSC eigentlich unter den ersten Fünf in der Tabelle rangieren."

Dass dies den "Baggerseepiraten", wie sie liebevoll von ihren Anhängern genannt werden, viele unter diesen wollen die vergleichsweise kurze Anreise an den Schulberg auf sich nehmen, bisher gelungen ist, verdanken die Hessen vor allem ihrer starken Offensive. 405 Saison-Treffer, der HSC hat es bislang bei einem Spiel weniger auf 340 Tore gebracht, beweisen, wo die "Hauptmänner" ihre Stärken haben.