HSC Bad Neustadt - HBW Balingen-Weilstetten II 37:27 (22:14)

Jubel in der Halle und Trubel nach dem Abpfiff im Foyer der Bürgermeister-Goebels-Halle. Nach dem 14. Saisonsieg feierten die Gastgeber und ihre Fans nicht nur die Fortsetzung ihrer Erfolgsserie, sondern auch die vorzeitige Herbstmeisterschaft. "Das Wort "Herbst" wollen wir dann in sechs Monaten streichen", so der glückselige Franziskus Gerr, der in dieser Begegnung viel Spielzeit am gegnerischen Kreis erhielt und mit vier Treffern einen persönlichen Rekord in dieser Runde aufstellte.

Der Ex-Bad Brückenauer und seine Mannschaftskameraden waren in der ersten Viertelstunde allerdings in der Defensive nicht ganz im Bilde, die jungen "Gallier von der Alb" wehrten sich tapfer und hielten die faire Auseinandersetzung ausgeglichen. Besonders den halblinken Rückraumakteur Benedikt Brielmeier bekam man nicht in den Griff, der mit seinen variablen Würfen auch Rostislav Badura Rätsel aufgab. Es entwickelte sich ein munteres Schießen, nach einer Viertelstunde stand es 12:12. Dann verschaffte HBW-Coach Ecki Nothdurft Brielmeier eine Verschnaufpause, es war der Anfang vom Ende aus Sicht der Gäste.

Nachdem Jan Wicklein per Siebenmeter auf 13:12 erhöhte hatte, der Rechtsaußen zeigte sich diesmal vom Punkt aus sehr abgeklärt und verwandelte alle Strafwürfe, ging es beim Kontrahenten steil bergab. Dessen Würfe wurden jetzt abgeblockt, von den Tempogegenstößen profitierten insbesondere Gary Hines und Goran Djuricin. Als Hines in Zeitnot bei einem Freiwurf regelrecht in der Luft stand und auf 17:12 erhöhte, entfuhr es den mitgereisten HBW-Anhängern: "Der ist ja Wahnsinn". Als Djuricin in der 25. Minute per Konter auf 20:12 erhöhte, war die Vorentscheidung gefallen.

Völlig entspannt reagierte Matthias Obinger auf das Geschehen. "Ich kann mich nicht erinnern, in einem Spiel solcher Wertigkeit einmal keine Auszeit genommen zu haben." Er durfte erfreut zu Kenntnis nehmen, dass besonders das Spiel über die Kreismitte fast perfekt funktionierte. Die vom HSC-Tempo überforderten Gäste, "hier hätten wir wohl auch in Bestbesetzung den Kürzeren gezogen" (Noth durft), gingen mit einem hoffnungslosen Rückstand in die Kabine und ließen ihre Fans befürchten, "dass wir mit einer 40-er Packung zurückfahren".

Drei weitere schnelle HSC-Treffer nach Wiederanpfiff zum Zwischenstand von 25:14 gaben dieser Vermutung Nahrung. Die Gäste hatten allerdings Glück, dass einige Umstellungen beim Tabellenführer den Druck aus dem Angriffsspiel nahmen. Vilim Leskovec und Djuricin saßen zwanzig Minuten auf der Bank, ihre Vertreter Maxi Schmitt und Panfil setzten kaum zu Würfen aus den Halbpositionen an. Die Last des Torewerfens lag so auf den Außenpositionen und insbesondere auf der Kreismitte, was allerdings noch so gut gelang, "dass der Vorsprung nie in Gefahr war" (Obinger).

In den letzten Minuten agierten beide Teams mit offenem Visier. Die gelöste Atmos phäre fand in der Pressekonferenz ihre Fortsetzung. Auf die Frage, welche Erwartungen er für das anstehende Spiel des HBW gegen Großsachsen hat, antwortete Notdurft lachend "das interessiert heute in Bad Neustadt wahrscheinlich keine Sau". Gleichzeitig sorgten die HSC-Spieler mit einer Polonaise von der Kabine zum Rednerpult für Stimmung. "Und diese wollen wir hochhalten, auch das letzte Spiel der Vorrunde bei der SG Köndringen/Teningen wollen wir gewinnen", so der HSC-Coach mit der vorweihnachtlichen Botschaft.

Tore für den HSC: Jan Wicklein (8/4), Margots Valkovskis (6), Gary Hines (5), Goran Djuricin (5), Gary Hines (5), Franziskus Gerr (4), Michal Panfil (3), Emil Feuchtmann-Perez (3), Vilim Leskovec (3).