TSV Großbardorf - VfL Frohnlach 1:1 (0:0). Tore: 1:0 Markus Kirchner (61.), 1:1 Tayfun Özdemir (68.).
Es war das Verhalten nach dem Schlusspfiff, das klar machte, wie unterschiedlich die Fußballer des TSV Großbardorf und des VfL Frohnlach das 1:1 bewerteten. Die Grabfeld-Gallier verließen das Spielfeld enttäuscht und mit gesenkten Köpfen, die Frohnlacher lachten und feierten das Remis fast wie einen Sieg. "Wir haben leider nicht gezeigt, was wir leisten können", bedauerte Dominik Schönhöfer, der Trainer des TSV Großbardorf. "Ein Punkt in Großbardorf ist für eine Mannschaft wie Frohnlach sehr gut", sagte sein Frohnlacher Kollege Stefan Braungardt, der mit seinem Team noch um den Klassenerhalt fürchten muss.
Die vermaledeite Sieglosserie zehrt mittlerweile gehörig an den Nerven der Großbardorfer. Der letzte Heimsieg liegt fast ein halbes Jahr zurück - 1:0 am 15. November gegen Regensburg - und der letzte Auswärtsdreier gelang am 14. März in Neudrossenfeld. Seitdem lautet die ernüchternde Bilanz: vier Unentschieden, drei Niederlagen. "Wir müssen an dieser Situation wachsen", sagte Mannschaftskapitän Manuel Leicht, mit 28 Jahren der Senior der Elf. "Vielleicht ist diese lange Durststrecke ja für irgendetwas gut." Man habe, sang Leicht das aus den letzten Wochen bekannte Lied, seine Chancen nicht in Tore umgemünzt. Deren zwei hatte die Heimelf in der ersten Hälfte, die die 200 Zuschauer in der Bioenergie-Arena kaum unterhalten konnte. Die erste nach fünf Minuten, als VfL-Torwart Jonas Hempfling einen Leicht-Schuss aus dem kurzen Eck kratzte. 33 Minuten dauerte es, bis die Gallier durch Simon Snaschel wieder gefährlich wurden.
Den Auftakt zu einer deutlich lebhafteren zweiten Hälfte bildete ein Leicht-Knaller, den Hempfling mit einer tollen Reaktion über die Latte lenkte (53.). Acht Minuten später war er machtlos, als der Ball Markus Kirchner vor die Füße fiel und einen Augenblick später im Netz zappelte. Das 1:0 bedeutete die erste Führung für Großbardorf seit dem Sieg in Neudrossenfeld. "Sie hat uns gut getan", sagte Manuel Leicht und dennoch konnte sich Trainer Dominik Schönhöfer nicht des Eindrucks erwehren, dass in den folgenden Minuten der Gast etwas besser ins Spiel kam und bei Großbardorf Konsequenz und Konzentration nachließen. "Man hat dann nur noch das Tor des Gegners im Kopf und in der Defensive denkt man gar nicht daran, dass noch etwas passieren kann", sagte Schönhöfer. Jedenfalls wartete Maximilian Zang im Zweikampf mit Tayfun Özdemir an der Mittellinie vergeblich auf einen Foulpfiff und rief TSV-Schlussmann Julian Schneider zwei, drei Pässe später vergeblich, dass er den Ball haben wolle, den Markus Kirchner vermeintlich aus der Gefahrensituation, aber tatsächlich genau auf Özdemirs Fuß bugsierte: 1:1 (68.).
"Mit zunehmender Dauer ist unser Spiel undurchdachter geworden", urteilte Schönhöfer. "Wir haben nicht an die Leistung von letzter Woche in Erlenbach anknüpfen können."
Großbardorf: Schneider - Zang, Orf, Kirchner, Neder (60. Kaufmann) - Piecha - Rieß, Zehe, Leicht - Mantlik (76. Wenzel), Snaschel (60. Stahl).