FC Schweinfurt 05 - TSV Aubstadt 4:1 (2:0): Auf ein Fußball-Wunder hatten die Aubstädter gehofft. Aber die Sensation blieb aus. Mit 4:1 gewann der FC 05 Schweinfurt. Hochverdient. Gerettet sind die Schweinfurter freilich nur, wenn die Reserve des FC Bayern München am Sonntag (14 Uhr) im Grünwalder Stadion die 0:1-Hinspielniederlage gegen Fortuna Köln wettmacht. Ansonsten gibt es zwei alles entscheidende Begegnungen gegen den TSV Rosenheim, der nach dem 2:2 im Hinspiel gegen den FC Pipinsried mit 1:0 gewann.

Lange Schlangen

Drohende Langeweile nach dem 3:2-Hinspielsieg hatten die Fans offensichtlich nicht befürchtet. 4614 Zuschauer waren bei idealen Bedingungen ins Willy-Sachs-Stadion gekommen, hatten für lange Schlangen an den Kassenhäuschen gesorgt. Auch, weil der Bayerische Fußballverband keine Vorverkaufs-Möglichkeit angeboten hatte. Gut gefüllt war der Gästeblock, wo die Grabfeld-Unterstützer ein kleines visuelles Spektakel in rot und weiß aufführten. Und nach drei Minuten eine erste Gelegenheit ihrer Elf sahen durch den Kopfball von Marc Fernando nach dem Flankenball von Sascha Bäcker (4.). Ihre Klasse in der Luft hatten die Aubstädter ja bereits im Hinspiel bewiesen. Schweinfurt hielt dagegen mit dem Kopfball von Tom Jäckel nach der Ecke von Steffen Krautschneider (6.).

Aubstadt offensiver

Personelle Veränderungen im Vergleich zum Hinspiel hatte es gegeben. Nach der Roten Karte gegen Florian Hetzel wurde mit Matthias Völker der Konditionstrainer beim FC 05 sowie Michael Kraus für Simon Häcker in die Startelf gespült. Bei den Gästen entschied sich TSV-Trainer Josef Francic für eine offensivere Variante mit David Noack für Patrick Kirsten, der freilich früh ins Spiel kam, weil Christian Köttler vom Platz humpelte. Der Außenseiter machte seine Sache zunächst gut, traute sich diesmal von Beginn an mehr zu, versteckte sich nicht. Konnte aber das 0:1 nicht verhindern, mit dem das Unterfranken-Derby einen anderen Verlauf nahm. Unhaltbar war der Jäckel-Kopfstoß nach der prima Flanke von Steffen Krautschneider, der Minuten später einen Freistoßball an den Querbalken setzte. Und dann doch erneut jubeln durfte nach seinem verwandelten Strafstoß. Zuvor hatte Aubstadts Daniel Werner das Laufduell gegen Jäckel verloren, dann den FC-Stürmer zu unbeholfen von den Beinen geholt. Zu halten bekam Aubstadts Schlussmann Christian Mack zumindest den Krautschneider-Schuss aus der Distanz. Wie auch den Versuch von Marino Müller, der nach einem weiten Schlag von Bastian Lunz freistehend nur ein Schüsschen zustande brachte. Jetzt war er doch zu sehen, der Klassenunterschied zwischen einem Regional- und Bayernligisten, dessen Sturmduo Noack und Julian Grell im luftleeren Raum hing. Noacks Volleyschuss über das Tor passierte mit dem Halbzeitpfiff. Ein spannenderes Spiel hätte sich der Diebacher Michael Walter bis dahin gewünscht. "Aubstadt hätte ein Tor machen müssen. So passiert da nichts mehr. Die Aubstädter schießen keine vier Treffer", sagte das Mitglied aus dem Verbands-Lehrstab der Schiedsrichter zur Pause.
Der erste Aufreger mit Wiederanpfiff des kaum geforderten Unparteiischen Florian Bad stübner fand wieder in der Gäste-Hälfte statt, als Tom Jäckels Sololauf um ein Haar das 3:0 bedeutet hätte. Und dann: der Anschlusstreffer. Durch Dominik Graders noch abgefälschten Schuss, als die FC-Abwehr nur halbherzig geklärt hatte. Kaum zu glauben, aber der knapp verzogene Standard von Christoph Rützel hätte den Ausgleich bedeuten können, mit dem die Grabfelder nur einen Treffer weg von der Verlängerung gewesen wären. Vor Freude gehüpft wurde aber nur im Schnüdel-Block, weil wieder Krautschneider zur Stelle war. Herrlich und unhaltbar dessen Volley-Ablage nach der Hereingabe von Michael Kraus. Tom Jäckel hätte nach einem Konter auf 4:1 stellen müssen, wollte es aber zu genau machen - vorbei. Noch knapper war es auf der anderen Seite, als Julian Grell aus spitzem Winkel den Außenpfosten traf. Auch der eingewechselte Simon Häcker hätte für grün-weiß nachlegen können, ehe Kevin Fery für das i-Tüpfelchen sorgte aus Sicht des Favoriten. Mit dem Außenpfosten-Schuss von Christoph Rützel endete eine unterhaltsame Partie, in der nur der FC 05 Regionalliga-Format bewiesen hatte. "Glückwunsch an den FC. Den Unterschied zwischen beiden Teams hat man heute gesehen, die bessere Mannschaft hat gewonnen", sagte Josef Francic, der mit der Niederlage leben konnte. "Natürlich sind wir enttäuscht. Aber mein Team hat bis zum Schluss gekämpft. So einen starken Gegner hatten wir in der Bayernliga nicht. Kurz und präzise fiel das Statement des Siegertrainers Gerd Klaus aus. "Das war ein richtig gutes Spiel von uns. Wir waren hochkonzentriert und haben den Ball gut durch unsere Reihen laufen lassen. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten und die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Zugriff auf das Spiel bekamen die Aubstädter eigentlich nie."

Tore 1:0 Tom Jäckel (20.), 2:0 Steffen Krautschneider (26., Foulelfmeter), 2:1 Dominik Grader (51.), 3:1 Steffen Krautschneider (63.), 4:1 Kevin Fery (85.).

Zuschauer 4614.

Schiedsrichter Florian Bad stübner (Windsbach).

FC 05 Schweinfurt Pfeiffer - Völker, Janz, Lunz, Mache - Fery, Seufert, Kraus, Krautschneider (71. Häcker) - Jäckel (76. Kleinhenz), Müller (56. Schebak).

TSV Aubstadt Mack - Werner, Köttler (14. Kirsten), Rützel, Hümmer - Bäcker, Leicht (71. Schneider), Grader, Fernando (64. Wachmer) - Noack, Grell.