FSV Krum - FC Reichenbach 2:4 n.E. (0:1, 0:0). Tor: 0:1 Pascal Reininger (76.).
Der FC Reichenbach bleibt im Rennen um den Aufstieg in die Bezirksliga. "Elfmeterschießen", da waren sich beide Trainer einig, "ist immer eine Glückssache". Und weil am Ende die Spieler des FC Reichenbach diese "Glückssache" für sich entschieden, war natürlich großer Jubel bei Spielertrainer Marc Hartmann und Co. angesagt. Auf der anderen Seite ließen ihre Kontrahenten des FSV Krum ebenso wie Trainer Thomas Mahr verständlicherweise ihre Köpfe hängen, denn durch die 2:4-Niederlage im Rückspiel der ersten Qualifikationsrunde zur Bezirksliga ist für sie der Aufstiegstraum zum zweiten Mal in Folge geplatzt.

Dabei sah es lange danach aus, als ob sich die "Viktorianer" nach dem 0:1-Hinspielerfolg ein Unentschieden, was zum Weiterkommen gereicht hätte, durchaus erspielen können. Zumindest in den ersten 45 Minuten der fairen Begegnung sahen die 600 Zuschauer wenig gefährliche Situationen, die die Abwehrreihen sowie die beiden Torhüter Matthias Oppermann (Krum) und Mario Mölter in große Verlegenheit brachten.
Nach dem Seitenwechsel aber kam mehr Schwung in die Begegnung, die kämpferisch durchaus zu gefallen wusste. "Es ist noch lange nichts verloren", gab Hartmann seiner Mannschaft in der Pause mit auf dem Weg in die zweite Hälfte. Doch wäre nach gut einer Stunde fast alles verloren gewesen: Nach einem Laufduell mit seinem Gegenspieler Christian Pickel lupfte Fabian Dürrbeck den Ball aus 20 Metern gefühlvoll über den zu weit vor seinem Gehäuse stehenden Mölter, traf aber nur die Querlatte (61.).

Die "Teutonen" ließen sich nicht beirren und suchten weiter ihre Chance - mit Erfolg: Fast aus dem Nichts zog Pascal Reininger ab und hämmerte das Leder zum 0:1 in den Krumer Kasten. Der Jubel der zahlreichen Reichenbacher Schlachtenbummler war noch nicht ganz verstummt, da hätte der Torschütze erneut zuschlagen können, als er mutterseelenallein vor Matthias Oppermann war und den Ball mustergültig serviert bekam. Sein Volleyschuss ging aber über das FSV-Tor (78.). Die größte Möglichkeit, die Partie doch noch in der regulären Spielzeit zu beenden, vergab ausgerechnet Hinspiel-Torschütze Thomas Durst fünf Minuten vor dem Abpfiff. Er schoss völlig unbedrängt aus wenigen Metern knapp vorbei (86.). Und noch einmal meinte es Glücksgöttin "Fortuna" nicht gut mit den Hausherren, als Fabian Dürrbeck bereits in der zweiten Halbzeit der Verlängerung nach einer flachen Hereingabe direkt abzog und der Ball zum zweiten Mal an den Querbalken krachte (117.).

Während im Elfmeterschießen alle vier Reichenbacher Schützen abgebrüht verwandelten, zeigten Max Witchen und Thomas Durst Nerven. Ihre Strafstöße waren sichere Beute von FCR-Schlussmann Mario Mölter. "So auszuscheiden ist sicherlich bitter", machte Thomas Mahr aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Der 42-Jährige räumte auf der anderen Seite ein, dass er mit der abgelieferten Leistung seiner Mannschaft nicht wirklich zufrieden war: "Unser Zweikampfverhalten war eigentlich miserabel", war es für ihn fast schon eine logische Folge, das torlose Unentschieden nicht über 90 Minuten halten zu können. "Es geht in Ordnung, dass Reichenbach den Rückstand aufgeholt hat. Wir haben unsere Chancen nicht verwertet und einfach zu schlecht gespielt.
Mahrs Kollege Marc Hartmann nahm die Glückwünsche für den Sieg natürlich gerne an. Sein Fazit: "Spielerisch war es sicher kein Zuckerschlecken, aber ich denke, wir haben es uns heute verdient, so wie wir aufgetreten sind", lobte der 33-Jährige und fügte hinzu: "Die Einstellung hat gepasst." rm
Reichenbach: Mölter - Pickel, P. Hergenröther, J. Hergenröther, Hartmann (57. Schön), Hillenbrand (93. Buhlheller), Reininger, Bach, Kirchner, Schäfer (75. Schmitt), Nöth.