FC 04 Ingolstadt II - FC 05 Schweinfurt 1:1 (1:0). Tore: 1:0 Thomas Blomeyer (44.), 1:1 Tom Jäckel (47.).
Er hatte ein gutes Gefühl. Gerd Klaus glaubte dran, dass der FC 05 beim FC 04 Ingolstadt etwas mitnehmen kann. Und der Schweinfurter Trainer sollte recht behalten. In einem zwischen schleppend und unterhaltsam hin und her pendelnden Flutlichtspiel war's am Ende ein Punkt: Das 1:1 im zweiten von vier aufeinanderfolgenden Auswärtsauftritten verdienten sich die Grün-Weißen mit einer deutlichen Steigerung nach der Pause.

"In der zweiten Halbzeit hatten wir das Spiel sogar am Kippen", war Klaus zurecht noch nicht einmal einhundert Prozent zufrieden mit dem Resultat, denn bei etwas mehr Entschlossenheit wäre sogar mehr drin gewesen. "Trotzdem, im dritten Spiel in so wenig Tagen haben die Jungs, vor allem Leute wie Janz, Fery, Wenninger und Diroll, die immer dabei waren, das richtig gut gemacht."

Ja, ja. So hat Fußball früher also mal ausgesehen. Eine überdachte Tribüne, eine Gegengerade mit elf Stufen, vier dünne Flutlichtspargel - Old School nennt man das wohl. Ihre Freude daran hatten insbesondere die knapp 30 mitgereisten 05-Fans im arg überdimensionierten Gäste-Käfig. Weniger wohl dürften sich die mindestens genauso vielen Polizisten im Block und um ihn herum gefühlt haben: Erstens haben sie ganz bestimmt tüchtig geschwitzt in ihren schwarzen Kampfanzügen, zweitens sind sie sich wohl selbst am meisten überflüssig vorgekommen. Aber so ist das halt mit diesen sinnfreien Sicherheitsspielen.

Deutlich weniger sinnfrei: Die offensiv ambitionierte Aufstellung der Schweinfurter, die sich keineswegs versteckten bei diesen spielerisch auf hohem Regionalliga-Niveau angesiedelten Ingolstädtern. Die kamen ob des durchaus erkennbaren Gegendrucks nicht so oft gefährlich vors Tor, wie noch am Dienstag die wepsigen Aschaffenburger. Es war schon erkennbar, dass da zwei Gegner aufeinandertrafen, die im dritten Spiel binnen einer Woche an Substanzverlust litten. Klaus hatte zwar versucht, das aufzufangen, indem er mit Lunz, Mache und Dußler vergleichsweise frische Kräfte brachte - Hochgeschwindigkeitsfußball wurde dennoch nicht daraus. Und so war's fast schon logisch, dass der erste Treffer einem ruhenden Ball entsprang: Andreas Buchner knallte einen Freistoß weit und hoch in den Schweinfurter Strafraum, Thomas Blomeyer verlängerte per Kopf zum 1:0 - äußerst ungünstig so unmittelbar vor dem Pausenpfiff.

Doch kaum rollte der Ball wieder, lag er auch schon zum 1:1 im Netz. Blomeyer hatte katastrophal an der Ingolstadter Strafraumkante in die Mitte gespielt, Tom Jäckel aufgepasst und Torwart Christian Ortag keine Chance gelassen (47.). Nun wurde es etwas kühler und tatsächlich auch schwungvoller. Zunächst aber in Richtung 05-Tor, doch Blomeyer scheiterte mit einem wuchtigen Kopfball an der Querlatte (53.). Dann anders herum, doch Kevin Ferys Versuch sauste knapp vorbei (57.). Und Schweinfurt blieb dran, hatte einige nette Ansätze und sechs Minuten vor Schluss noch ein Riesending, als Ortag den Freistoß-Knaller von Christopher Kracun gerade noch zur Ecke boxte. Ein bisschen trauerte Torschütze Tom Jäckel den zwei verpassten Punkten nach: "Den Freistoß zum 1:0 haben wir schlecht verteidigt, sonst hätte mein Tor zum Sieg gereicht."

Schweinfurt: Pfeiffer - Janz, Kracun, Krämer, Lunz (54. Messingschlager) - Fery, Wenninger - Dußler, Mache (54. Krautschneider) - Diroll, Jäckel (78. Mar. Müller).