FC 05 Schweinfurt - TSV Buchbach 0:0.
Samstagnachmittag und zwei Fragen: War dieses 0:0 gegen den starken TSV Buchbach angesichts der Resultate der Konkurrenz und nun sechs Punkten Vorsprung auf die Relegationsränge für den FC 05 Schweinfurt ein gewonnener Zähler? Oder waren es bedingt durch das deutliche Chancenplus in der zweiten Halbzeit zwei verlorene? Beides lässt sich bejahen. Und deswegen ist vermutlich die Erkenntnis von 05-Stürmer Tom Jäckel die entscheidende: "Nach zuvor vier verlorenen Spielen sind die vier Punkte in Folge zumindest eine Trendwende." Und zwar zum Guten, dafür stand allein schon das abermals solide Spiel der Schweinfurter - auch wenn sie sich Zeit damit ließen.

Ein Fehlpass-Festival

Dass der FC 05 den Elan aus Heimstetten auf Anhieb mit ins heimische Sachs-Stadion genommen hätte, wäre etwas viel gesagt gewesen. Nein, vielmehr blieb das durchaus erkennbare Mühen meist Mitte des Gegners Hälfte stecken. Was an den konzentriert zu Werke gehenden Buchbachern lag, aber auch an einem Fehlpass-Festival der Schweinfurter. Die damit den Gästen einen Gegenstoß, eine Viertels-Chance nach der anderen gönnten. Mehrfach musste 05-Keeper Christopher Pfeiffer da sein, gegen den emsigen TSV-Sturmsolisten Maximilian Bauer auch erstmals beherzt zupacken (20.). So war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Buchbach in Führung gehen würde. Die dann aber urplötzlich ein Schweinfurter auf dem Fuß hatte, denn die erste 05-Möglichkeit überhaupt war gleichzeitig die größte bis dato: Marino Müllers Zuspiel von links jagte Bastian Lunz aus zwölf Metern aus vollem Lauf drüber (43.).

Lob vom Gäste-Coach

TSV-Coach Anton Bobenstetter trauerte dem Ertrag der bisherigen Kräfteverhältnisse natürlich nach: "Wir hätten das Spiel entscheiden müssen." Lobte aber auch den Kontrahenten: "Schweinfurt hat große Qualität. Deswegen sind wir froh, überhaupt so gut gegen Schweinfurt gespielt zu haben." Keine Frage, die Partie war durchaus eine von höherem Regionalliga-Niveau. Denn die Nullfünfer gingen das enorme Tempo jederzeit mit, blieben aber bisweilen auf den letzten Metern zu schlampig. Paradebeispiel war zweimal Müller: Jeweils über links mit Hochgeschwindigkeit durchgebrochen, übersah er Jäckel in der Mitte, probierte es mit rechts aufs kurze Eck selbst und scheiterte kläglich am Fuß von TSV-Schlussmann Daniel Maus (52., 60.).
Der frühzeitig für den am Oberschenkel verletzten Steffen Krautschneider gekommene Jäckel selbst nahm's mit Humor: "Wenn er sich entscheidet, selbst zu schießen, dann ist das so. Vielleicht hätte ich das auch gemacht." Weniger amüsiert war Trainer Gerd Klaus, der bereits in der Winterpause bemerkt hatte, dass das Miteinander seiner Angreifer optimierbar sei: "Mich ärgert das richtig. Ich habe zwar unlängst meinen Stürmern gesagt, dass sie egoistischer sein und den Abschluss suchen sollen. Doch ein Stürmer muss in solchen Szenen auch erkennen, wann er egoistisch sein soll."

Vor dieser ersten Drangperiode jedoch waren die Buchbacher noch mal am Drücker: Erst köpfte Maximilian Hain unbedrängt knapp vorbei (48.), dann musste Fery bei einer 1:3-Konter-Unterzahl artistisch gegen Bauer klären (50.). Dann aber war nur noch der FC 05 dran, die Torflaute zu beenden. Müller, trotz seines zwischenzeitlichen Faux Pas auffälligster Schweinfurter, köpfte den Ball auf die Oberkante der Latte (78.). Klaus wollte den Dreier, der in Buchbach schon errungen schien und dann durch Joseph Mensahs Dopingfall wieder verloren gegangen war, im zweiten Anlauf unbedingt, brachte mit Ali Yetkin noch einen Stürmer, stellte hinten auf Dreierkette um. Und fast hätte es geklappt: Doch Jäckel zögerte einen Tick zu lang, überwand zwar Maus, doch scheiterte am langen Bein von Christopher Scott, der seine Rettungstat auf der Linie wie einen Sieg feierte (88.). So blieb's beim 0:0.

Jäckel betätigte sich hernach angesichts der nicht unlösbaren Freitagsaufgabe bei den im tabellarischen Niemandsland nicht zu Kraftakten gezwungenen Memmingern als Glaubensbruder ("wenn wir so weiterspielen, glaube ich fest daran, dass wir nicht erst auf den letzten Drücker drin bleiben"). Und Klaus verriet das Geheimnis seines Schachzuges, das zentrale Mittelfeld wie in Heimstetten mit dem bisherigen Außenverteidiger Pablo Pigl zu bestücken: "Mein Bruder hatte ihn bei Greuther Fürth in der B-Jugend, und da spielte Pablo Zehner." Des Bruders Tipp blieb zunächst unerhört, doch die Verletzungspause von Michael Kraus bewog Klaus zum Experiment - geglückt bis dato.
Schweinfurt: Pfeiffer - Janz (85. Yetkin), Bauer, Bechmann, Lunz - Krämer, Fery - Häcker (66. Kleinhenz), Pigl, Krautschneider (26. Jäckel) - Mar. Müller.