SG Garitz/Nüdlingen - HC Sulzbach 25:14 (11:5) - Drittes Spiel und dritter Sieg. Mit elf Toren Vorsprung. Und ein säuerlicher Trainer. "Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Aber nicht mit dem Spiel. Wir haben viel Potenzial nach oben und müssen einfach noch härter arbeiten." Harun Tucovic wusste ganz genau, dass der Mitabsteiger an diesem Abend kein Maßstab war. Fünf Tore hatten die Gäste im ersten Abschnitt nur erzielt. Und das, obwohl die Spielgemeinschaft Mängel offenbarte.

"Wir haben uns technische Fehler erlaubt, Schwächen im Zusammenspiel gezeigt und die gegnerische Torfrau erst stark gemacht", kritisierte der SG-Trainer. Wohl auch deshalb, weil nächsten Samstag bei der SG/DJK Rimpar ein anderes Kaliber wartet. Und mögliche Selbstzufriedenheit droht. Dabei hätten sich die Gastgeber durchaus das ein oder andere Kompliment verdient. Sieben verschiedene Torschützen allein in der ersten Hälfte sprechen für kollektive Stärke im Kader. Die junge Anna Kleinhenz meisterte ihre verantwortungsvolle Aufgabe im Rückraum mit Bravour, doch auch da fand der Coach Ansätze zur Kritik. "Anna hat überdurchschnittliche Fähigkeiten, war aber in der ersten Halbzeit sehr nervös, nach dem Wechsel wurde es etwas besser."

Obwohl Tucovic allen Spielerinnen Einsatzzeit gab, wurde der Gast stets auf Distanz gehalten. "Wir haben viel ausprobiert und verschiedene Systeme gespielt", bilanzierte der Trainer. Und freute sich mit Anna-Lena Paech, weil die 16-Jährige ihr Premieren-Tor bei den Damen feiern durfte. Gleich zwei Siebenmeter parierte Pia Kunzmann, die mit Wiederanpfiff Stephanie Piske im Tor ablöste. Die Mannschaftsführerin überzeugte in Halbzeit eins mit prima Stellungsspiel, wollte den deutlichen Erfolg aber ebenfalls nicht überbewerten. "Wir müssen unsere Leistung durchaus kritisch hinterfragen, um uns für das nächste Spiel wieder optimal vorzubereiten. Das hätte besser laufen können", sagte Piske nach einem Spiel ohne eine einzige Zeitstrafe. Und ohne ein Tor der sonst so treffsicheren Sabrina Kleinhenz, deren Pech im Abschluss mitunter grotesk wirkte. Auch da war Luft nach oben. Harun Tucovic wird im stillen Kämmerlein zumindest ein bisschen zufrieden gewesen sein. Klar zu gewinnen und trotzdem mit Recht zu kritisieren, ist auch eine Form von Luxus.
Tore für die Spielgemeinschaft: Lisa Wenzke (5/1), Anna Kleinhenz (4), Julia Albert (4), Natascha Will (3), Claudia Pfleger (3), Anna Zimmer (2), Nina Barnickel (1), Franziska Thomas (1), Karin Wehner (1), Anna-Lena Paech (1).