Harun Tucovic hat keine Lust mehr, Woche für Woche seine Mängelliste aufzuzählen. Doch der Trainer der SG Garitz/Nüdlingen (5./19:13) tut es dann doch. Weil es sie halt gibt, die großen Lücken im Kader. Claudia Pfleger, Anna Zimmer und Franziska Thomas fehlen weiter, und hinter den Einsätzen von Sabrina Kleinhenz und Torfrau Pia Kunzmann stehen verletzungsbedingt ganz dicke Fragezeichen. Stephanie Piske hatte sich zuletzt krankheitsbedingt vom Trainingsbetrieb abgemeldet, sollte aber fit genug sein, um zwischen die Pfosten rücken zu können.

"Die Lage ist alarmierend und eine vernünftige Vorbereitung war praktisch nicht möglich. Unser Kader ist mega-dünn. Aber immer noch groß genug, um zu gewinnen. Mit Team- und Kampfgeist ist bei uns alles möglich", sagt Tucovic. Und denkt natürlich zurück an den 27:22-Sieg bei der HG Zirndorf, als die Spielgemeinschaft ebenfalls nur ein Rumpfteam hatte aufbieten können. "Die dreiwöchige Pause danach war gut, um Kräfte zu sammeln und sich zu regenerieren", denkt SG-Spielerin Anne Früh. Und verweist zu Recht auf die komfortable Tabellensituation. "Von den Abstiegsrängen so weit weg zu sein, das gibt einem natürlich eine gewisse Sicherheit. Dennoch bleibt man genauso konzentriert und hoch motiviert. Ausruhen werden wir uns jedenfalls nicht."

Der TSV Winkelhaid (10./12:20), der das Hinspiel mit 25:26 hauchdünn verloren hatte, ist derweil nur auf dem Papier ein Außenseiter. Die Mittelfranken, immerhin Vizemeister der Vorsaison, sind glänzend in die Rückrunde gestartet, holten fünf von acht Punkten und besiegten sogar Tabellenführer HSV Bergtheim mit 20:17. "Der Gegner verfügt über einen starken Rückraum und hat mit Tamara Glowienka eine Topspielerin in seinen Reihen", berichtet Tucovic. Auf der Wechselbank der SG-Frauen wird am Samstag viel Platz sein. Umso enger wird es hoffentlich auf der Tribüne zugehen. Die Fans sind gefordert.