Gute Erinnerungen an Gastspiele bei der HSG Fichtelgebirge (9./4:6) haben die Frauen der SG Garitz/Nüdlingen (4./7:3) nicht allzu viele. Denn wer im Dreiländereck von Bayern, Böhmen und Sachsen sportlichen Erfolg haben möchte, der muss investieren. "Das ist für uns die bislang schwierigste Aufgabe in dieser Saison", ist SG-Trainer Harun Tucovic überzeugt. Wenngleich der Blick auf die Statistik anderes vermuten lässt. Am vergangenen Wochenende erst feierte das Team aus Marktredwitz den ersten Saisonsieg mit dem 29:22-Erfolg beim punktlosen Schlusslicht ESV Regensburg II. Davor gab es Punkteteilungen in den Heimspielen gegen den TS Herzogenaurach und den TV Haunstetten II sowie Niederlagen in Bergtheim und beim TSV Ismaning. Also gegen jenes Team, gegen das die Spielgemeinschaft vor Wochenfrist punktete (18:18) und um ein Haar sogar gewonnen hätte. "Obwohl wir gegen Ismaning schon klar geführt hatten, war es ein gewonnener Punkt", sagt Tucovic. "Als Aufsteiger sind wir mit sieben Punkten jedenfalls voll im Soll."

Dass der SG-Trainer mit Hochachtung spricht über den Samstags-Gegner, liegt an dessen Qualität. "Die HSG Fichtelgebirge profitiert personell von ihrer Nähe zur tschechischen Grenze", weiß Tucovic. Und nennt exemplarisch Vera Hermankova. Eine erfahrene Rückraum-Spielerin mit großer individueller Stärke. Deren Ehemann, Josef Hermanek, hatte in der vergangenen Spielzeit die HSG trainiert, wurde aber mittlerweile abgelöst von Markus Depolt. Zu den Leistungsträgerinnen in der Mannschaft aus dem Landkreis Wunsiedel gehört auch Anna Wölfel, die bereits Anfragen aus der 2. Liga bekam. "Unser Gegner hat den Kader zwar verjüngt, aber der Kern spielt seit Jahren zusammen. Das Tempospiel der HSG ist in meinen Augen das beste der Liga. Da müssen wir Lösungen finden und möglichst keine Fehler machen, um in keine Konter zu laufen", warnt der SG-Coach.
Nach überstandenem Grippevirus war die Trainingsbeteiligung wieder besser. Allerdings muss Anne Früh passen, die nach einer Knöchel-Blessur eine Pause verordnet bekam. "Nach gutem Start wollen wir in der oberen Tabellenhälfte bleiben. Wir werden unsere Chance suchen", kündigt Tucovic an. Für die schwierige Aufgabe im Oberfränkischen hofft die Spielgemeinschaft auf die Reiselust ihrer Fans. Noch ist Platz im Mannschaftsbus, der um 11 Uhr an der Schlossberghalle abfährt.