Seit Dienstag geben sich junge Talente, routinierte Allrounder und echte Spitzenkönner des Reitsports die Ehre beim dritten Springturnier auf dem Reiterhof Rhön in Detter. Während unter der Woche vor allem leichte und mittelschwere Sprungwettbewerbe auf dem Programm standen, werden an diesem Wochenende die schweren Prüfungen mit Spannung erwartet. Den Abschluss des Turniers mit mehr als 2000 Nennungen an insgesamt sechs Turniertagen bildet am Sonntag um 15 Uhr die schwere Springprüfung der Klasse S** mit anschließender Siegerrunde.

"Der Wettbewerb wird ganz sicher bis in den Abend hinein dauern und lange spannend bleiben", sagt Ilona Müller vom Organisationsteam. Schon der Blick auf die Anmeldungen verrät der Expertin, dass wieder einige "Hochkaräter" an den Start gehen werden, die für höchstes sportliches Niveau garantieren. In den Prüfungen zum Turnierstart haben auch die heimischen Reiter bereits einige Erfolge erzielen können. Bei der Springprüfung Klasse L mit 47 Teilnehmern erreichte Veronika Müller (Detter/Weißenbach) einen dritten Rang, Teamkollege Heino Möller freute sich über Rang zwei. In der Springprüfung Klasse A** mit zwanzig Teilnehmern landete Emil Menig (Sulzthal) ganz vorne.

Eva-Maria Müller und Heino Möller (beide Detter/Weißenbach) belegten in der Springpferdeprüfung Klasse A** die vordersten Ränge. Hier gingen vier- bis sechsjährige Pferde an den Start. In der Springprüfung Klasse L mit stolzen 88 Teilnehmern konnte wiederum Heino Möller glänzen.
Bei der Springprüfung Klasse M* waren Veronika Müller, Eva-Maria Müller und Heino Möller zwar nicht an der Spitze, ergatterten aber gute Platzierungen unter den zehn besten Reitern. In der Stilspringprüfung Klasse E erreichte Luisa Katzenberger (Bad Neustadt) den dritten Platz. Die Springpferdeprüfung Klasse L für fünfjährige Pferde entschied Heino Möller (Detter/Weißenbach) für sich.

Bei den anstehenden schweren Springturnieren kommen die Favoriten zwar eher aus dem norddeutschen Raum, aber auch regionale "Geheimfavoriten" gehen an den Start. Eine, die bestens über heimliche Favoriten, Kuriositäten und Liebenswürdigkeiten bei Sprungturnieren Bescheid weiß, ist Ingrid Forch, die an der Meldestelle das Sagen hat. Mit viel Charme, Geduld, Gewissenhaftigkeit und Humor kümmert sich die Reitsportliebhaberin um die Anmeldungen samt Gebühren, die Zeiteinteilung, Statistiken und die Ausschüttung der begehrten Gewinne.

"Man muss immer Ruhe bewahren und freundlich sein, auch wenn es mal heiß her geht", sagt Forch, die bayernweit an unzähligen Turnieren in der Meldestelle gefragt ist. Dank modernster Technik und ausgeklügelter Netzwerke kann die Leiterin der Meldestelle quasi in Echtzeit auf die Wertungen der Richter zugreifen. Unter www.grabmayer.de werden im Sekundentakt die Ergebnisse, Teilnehmerlisten und Parcoursdaten online gestellt.

"Das hat sich bewährt und wird von Reitsportfreunden in ganz Deutschland sehr gerne genutzt." Familien und Freunde in der Heimat fiebern so an den Bildschirmen mit, natürlich immer mehr auch an den Tablets und Mobiltelefonen. "Das funktioniert super. Wenn mal nicht plötzlich das Netz weg ist, aber auch das kriegt man schnell wieder in den Griff." Immer wieder steht Ingrid Forch für Fragen parat. "Dank der dauernden Veröffentlichungen im Internet sind die Telefonate aber weniger geworden. Das entlastet uns sehr, besonders weil ja hier alles sehr schnell gehen muss."

Während bei den Springprüfungen ohne Wertnoten der Diskussionsbedarf der Reiter eher gering sei, so kommt es in den Stilspringprüfungen oder Springpferdeprüfungen schon immer mal wieder zu Diskussionen über die Benotung des Richterteams. "Das ist ganz normal, dass es bei Noten Rückfragen gibt. Über Zeiten oder Strafsekunden lässt sich ja nur schlecht streiten", schmunzelt Forch und sagt: "Nicht nur das Pferd, sondern auch der Reiter muss einen guten Tag haben. Im Reitsport hängt doch so viel von der Tagesform ab."

Forch hat nicht nur ein gutes Auge für Statistiken und Zahlen, sie weiß auch die Arbeit der Parcoursbauer gut einzuschätzen. "Das ist gar nicht so leicht, dem Teilnehmerfeld gerecht zu werden. Manchmal werden schon Passagen eingebaut, da wird es echt knifflig, da haben dann alle Teilnehmer ihre Mühe", erläutert die Chefin der Meldestelle. "Aber die Parcoursbauer nehmen immer Rücksicht auf den Leistungsstand der Reiter und Pferde. Jeder Parcours ist individuell und einzigartig. Das macht es spannend."

Samstag 7.30 Uhr Springprüfung Kl. M*; 10.30 Uhr Springprüfung Kl. M*; 12.30 Uhr Punktespringprüfung Kl. S*; 16 Uhr Verleihung des goldenen Reiterabzeichens; 16.30 Uhr Zwei-Phasen-Springprüfung Kl. S*. Anschließend bayerisch-österreichischer Abend mit der Stimmungsband "Hoch Tirol", später Barbetrieb mit DJ Klaus und Philipp Schumann.

Sonntag 7.30 Uhr Punktespringprüfung Kl. M**; 11 Uhr Springprüfung Kl. S* Jungpferdeprüfung; 13.30 Uhr Springprüfung Kl. S* (Finale U25); 14.30 Uhr Pony-Führzügel-WB (WBO); 15 Uhr Springprüfung Kl. S** mit Siegerrunde.