Nach einer bemerkenswerten Bezirksliga-Saison genießen die Handball-Meisterinnen des 1. FC Bad Brückenau ihre wohlverdiente Trainingspause. "Ich bin gerade in einer Phase, in der ich das alles erst einmal sacken lasse", äußert ein sichtlich entspannter Stefan Bott. "Ich denke mal, jeder ist froh, dass die Saison rum ist."

Die vergangene Spielzeit hätte kaum beeindruckender verlaufen können. "Wilde Weiber" werden die Handball-Damen des FC deshalb auf der Vereinshomepage genannt. Die Rhönerinnen wurden mit nur einer Niederlage Meister und schafften problemlos den Wiederaufstieg in die Bezirksoberliga. Das Team erreichte damit Ziele, die vor der Saison niemand auf der Rechnung hatte.

Stefan Bott übernahm zu Beginn der Spielzeit den Trainerposten von Klaus Sieß und war in der Lage, den Übergang fließend zu gestalten. Schließlich ist der Abwassertechniker beim städtischen Bauhof bereits lange für den Verein aktiv, trainierte unter anderem diverse Jugendmannschaften. "Ich bin ganz unbefangen an die Sache rangegangen und habe keine Zielvorgaben gesetzt. Der Spaß am Handball sollte einfach im Vordergrund stehen." Die Philosophie des Trainers wurde von seiner Mannschaft verinnerlicht und bei jeder Begegnung beherzt umgesetzt: "Die Einstellung war die gesamte Saison über konstant bei 100 Prozent", lobt Bott.


Im Zweifel half das Glück nach



Das und die nötige Portion Glück, wenn es darauf ankam, habe den Unterschied zu vergangenen Jahren ausgemacht. Spiele, die früher knapp verloren wurden, entschied die Mannschaft in dieser Saison für sich. Wie das Schlüsselspiel beim TV Etwashausen, als Bad Brückenau zunächst keinen Rhythmus fand, sich nach dem Wechsel aber steigerte, siegte und als sicherer Zweiter damit den Aufstieg in der Tasche hatte. "Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss", schmunzelt der Trainer, weil es öfters mal heiß her ging. Zum Beispiel bei den traditionell engen Derbys gegen den VfL Bad Neustadt. Stefan Bott erinnert sich an die Atmosphäre: "Da hat es auf dem Feld geknistert."

Laut Kreisläuferin Katharina Schmitt habe die Mannschaft erst gegen Saisonende, zu diesem Zeitpunkt immer noch verlustpunktfrei, begonnen, den Wiederaufstieg wirklich fest anzuvisieren. Und erst nachdem dieser unter Dach und Fach war, wurde zwei Spiele vor Saisonende der Meistertitel angepeilt. "Der Aufstieg war schön, aber jetzt wollten wir auch Meister werden", bestätigt Teamkameradin Sabine Bott. Das I-Tüpfelchen wäre es außerdem gewesen, ohne Niederlage die Spielzeit zu beenden. Diesem Vorhaben machte aber der härteste Meisterschaftsrivale aus Pfändhausen einen Strich durch die Rechnung. Katharina Schmitt erläutert, weshalb das letzte Spiel verloren wurde: "Wir konnten die Spannung nach der Meisterschaft nicht mehr aufrecht halten."

Auch die Fans ließen sich über die gesamte Saison hinweg von den Leistungen ihrer Handballerinnen begeistern. Nach Botts Empfinden wurde die Damenmannschaft in den Spielzeiten zuvor von den Zuschauern allerdings eher stiefmütterlich behandelt. "Das hat sich aber in diesem Jahr geändert." Je länger die Spielzeit dauerte, umso größer sei das Interesse gewesen. Am Ende haben die Fans sogar weite Strecken bis nach Würzburg auf sich genommen, um für die nötige Unterstützung zu sorgen.


Die Meister-Saison


16 Spiele waren insgesamt zu absolvieren, von denen 15 gewonnen wurden. In der Tabelle der Handball-Bezirksliga stehen also 30:2 Punkte zu Buche. Den 380 erzielten Treffern stehen 278 Gegentore gegenüber. Mehr Tore warf nur der TSV Pfändhausen (407), weniger Gegentreffer kassierten ebenfalls nur der TSV Pfändhausen (251) und die TG Heidingsfeld (270).