Beim Einspielen vor dem ersten Match hatte sich mit Sandra Oschmann ausgerechnet die einzige etatmäßige Mittelangreiferin verletzt. "Es hat eine Zeit lang gedauert, bis das Zusammenspiel wieder funktionierte", sagte Vilma Bindrum. Dennoch wurden der TSB Ravensburg und der Kieler TV jeweils deutlich besiegt. Im Viertelfinale wurde die HTG Bad Homburg im Tie-Break geknackt.

Halbfinalgegner am nächsten Tag war der SV Blau-Weiß Dingden. Die Hammelburger Physiotherapeutin Andrea Grüll hatte Sandra Oschmann zumindest soweit fit gebracht, dass sie als Libera wertvolle Dienste leisten konnte beim überraschend souveränen 2:0-Sieg. Finalgegner war mit dem VfK Berlin-Südwest der Seriensieger der vergangenen Jahre. "Ausgerechnet im Endspiel haben sie ihr bestes Spiel gemacht", so Betreuer Frank Otter.

Doch allein die Tatsache, dass es um die Deutsche Meisterschaft ging, beflügelte die Unterfranken. Immerhin führte der TV/DJK mit 12:8. Erst nach dem 18:17 war der Vorsprung dahin, danach zeigte Berlin seine ganze Klasse. "Irgendwann kommst du auch an deine Grenzen", so Bindrum, deren Team so gut wie keine Wechselmöglichkeiten mehr hatte. Im zweiten Satz schien sich die Niederlage zunächst deutlicher abzuzeichnen (18:24), doch Hammelburg kämpfte bis zuletzt verbissen und gab sich nie die Blöße. Erst nach dem 22:24 musste die bayerische Vertretung ihre Niederlage eingestehen. "Man wird nicht jeden Tag Deutscher Vizemeister", so Frank Otter, der überzeugt davon ist, das Maximum aus seinen Mädels herausgeholt zu haben.