Kissinger Wölfe - ERC Haßfurt 2:4 (1:0, 0:1, 1:3) - Wenngleich auch das Rückspiel gegen den Bayernligisten verloren ging, fühlte sich diese Niederlage so schlecht nicht an. Bis dato hatten die Mannen um Spielertrainer Roman Nikitin bekanntlich alle Testpartien zweistellig verloren. Natürlich wäre ein Erfolgserlebnis wichtig vor dem Saisonauftakt am Samstag zuhause gegen Regensburg, doch auch so passte vieles von dem, was passen muss für eine gute Landesliga-Runde.

"Wir können zufrieden sein. An unseren Schwächen und Fehlern werden wir im Training weiter gezielt arbeiten", sagte mit Thomas Berndaner der sportliche Leiter und mitspielende Verteidiger. Das Auftaktdrittel überstanden die Kurstädter sogar ohne Gegentreffer, führten zum ersten Pausenpfiff verdient durch das Tor des auf Probe spielenden Konstantin Firsanov. Eine Verpflichtung des Oberliga-Spielers aus Freiburg würde eine extreme sportliche Aufwertung der Mannschaft bedeuten. Vor immerhin 250 Fans, darunter eine gewohnt lautstarke Delegation aus Haßfurt, verpassten die Kissinger mehrmals einen zweiten Treffer wie beim Pfostenschuss von Philipp Wieber oder dem Lattentreffer von Firsanov. Hatten freilich auch Glück, dass die Unterzahlphase dank Kevin Kessler kurz vor Drittelende überstanden wurde.

Überhaupt die Goalies. Auch auf der Gegenseite machte Martin Hildenbrand einen extrem guten Job zwischen den Pfosten. Wie im zweiten Drittel bei den Solo-Läufen von Mark Stibitz und Firsanov. Was nichts daran änderte, dass der Mittelabschnitt verdient an die Gäste ging mit dem Tor von Pavel Weiß. Denn je länger das Derby dauerte, umso öfter gab es Kissinger Unterzahl auf dem Eis. "Klar, die Strafzeiten müssen weniger werden. Vor allem die gänzlich unnötigen im offensiven Bereich", weiß Berndaner. Exakt doppelt so viele Strafminuten handelten sich die Gastgeber ein (24 - 12), die gleich mehrere 3:5-Situationen ohne Gegentreffer überstanden. Die prima Stimmung auf den Rängen wurde gepusht mit der erneuten Kissinger Führung durch Jens Freund (47.), die der Haßfurter Martin Oertel noch in der selben Minute egalisierte, ehe die Gäste durch Denis Friedberger erstmals vorlegten. Der 20-jährige Verteidiger vom Oberligisten Crocodiles Hamburg war dank der guten Vernetzung von Trainer Doug Kacharvich kurzfristig an den Main gewechselt und bestritt am Freitag sein erstes Spiel für die "Falken", die mit einem Empty-net-Goal von Zoltan Rewak auch den Schlusspunkt setzten.