Die favorisierten Frankonen verpassten nach der fünften Auswärtsniederlage der Saison den Sprung auf Platz drei, während die Gastgeber wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt verbuchen können. "Dabei hatte ich vor dem Spiel noch vor dem Aufsteiger gewarnt", erklärte schon zur Pause Thulbas Co-Trainer Stephan Düsel angesäuert, "aber wir kommen überhaupt nicht richtig ins Spiel und agieren im Angriff einfach ideenlos".

Da wollte Düsel auch den frühen Rückstand nicht als Entschuldigung gelten lassen, wobei das Zustandekommens des Treffers die lautstarken Proteste der Gelb-Schwarzen und ihres Anhangs hervorrief. Nach einem weiten Schlag von Andreas Berninger, einem der stärksten Spieler auf dem Platz, stand Julian Stahl womöglich im Abseits. Der Unparteiische ließ weiterspielen und entschied nach dem folgenden Foul von Marcel Hölderle auf Freistoß. Den Aufsetzer von David Schad ließ Daniel Neder prallen, Thomas Wolf stocherte das Leder über die Linie.

David Schad verletzt raus

Die Schützlinge von Martin Baumgart, Turm in der TSV-Defensive, und Sebastian Meurer zogen sich sofort zurück und hatten Glück, als Dominik Gehrig einen Kopfball von André Betz auf der Torlinie klärte. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit waren die Gäste zwar optisch überlegen, doch viel Sinnvolles fiel ihnen nicht ein. Die Platzherren verloren ihrerseits nach zwanzig Minuten Angriffsführer David Schad (Muskelfaserriss im Oberschenkel), die Verteidigung des Vorsprungs war damit oberstes Gebot. "Wir müssen mehr Druck über die Flügel aufbauen", forderte André Betz mit dem Wiederanpfiff, musste aber tatenlos mitansehen, wie der Rückstand anwuchs. Die umgestellte FC-Innenverteidigung, Marcel Hölderle musste wegen Rückenproblemen passen, ließ sich übertölpeln. Raphael Berninger scheiterte zwar zunächst an Daniel Neder, netzte aber im Nachschuss ein.

Das Spielgeschehen verlagerte sich noch mehr in die TSV-Hälfte, die Einheimischen standen zeitweise mit elf Mann diesseits der Mittellinie. Die Betz-Mannen verhedderten sich in der Folge immer wieder in der vielbeinigen Abwehr, trotz der Einwechslung von Philipp Hölzer haperte es weiter mit dem Flügelspiel. Hölzer prüfte zwar in der 49. Minute mit einem Schuss Torhüter Florian Erhard, doch der flog ins richtige Eck. Mit Ein- und Auswechslungen im Fünf-Minuten-Takt wurde zudem der Spielfluss oft unterbrochen. Die sich taktisch klug und kämpferisch stark verhaltenden Platzherren ließen wenig anbrennen.

Nach einem Konter umkurvte Patrick Leurer den herausstürzenden Neder und schob ins verwaiste Tor ein. Dass der eingewechselte Timm Manger nach Flanke von Florian Heim Ergebniskosmetik betrieb, ließ nicht einmal den Torschützen jubeln. "Wir sind aus nicht nachvollziehbaren Gründen einfach nicht in der Lage, eine Serie zu starten", zeigte sich FC-Abteilungsleiter Bernd Ließ von der Vorstellung des Tabellenvierten enttäuscht. Martin Baumgart wird zusammen mit Sebastian Meurer nach der Trennung von Heiko Schönwälder mindestens bis zur Winterpause den Aufsteiger coachen. "Bei der Trainersuche wollen wir nichts überstürzen", erläutert der TSV-Vorsitzende Werner Keller. sbp

Torfolge 1:0 Thomas Wolf (5.), 2:0 Raphael Berninger (46.), 3:0 Patrick Leurer (84.), 3:1 Timm Manger (89.).

TSV Rannungen Fl. Erhard - Gehrig, Baumgart, S. Röder, S. Meurer - M. Röder, A. Berninger, Keller, Wolf - Stahl, Schad; eingewechselt: P. Leurer, R. Berninger, Reitstetter.

FC Thulba
Neder - D. Hüfner, Hölderle, Hänelt, Happ - Wüscher, Halbig, Betz, Heim - Huppmann, Kaufmann; eingewechselt: Hölzer, Thoma, T. Manger.

Schiedsrichter Christian Büttner (Karsbach).

Zuschauer 90.

SV Riedenberg - FC Strahlungen 3:4 (0:1) - Torfolge: 0:1 Dominik Beck (37.), 1:1 Simon Hergenröder (50.), 2:1/3:1 Philipp Dorn (52./56.), 2:3/3:3 Tim Krais (58./84.), 3:4 Benedikt Bötsch (87.).

Diese Niederlage, die zweite in dieser Saison, ist ein Schlag ins Kontor der Riedenberger. "Eigentlich hatten wir das temporeiche Spiel stets im Griff, haben aber mit einem katastrophalen Abwehrverhalten alles verspielt", bilanzierte Pressesprecher Stefan Dorn. Nach dem Führungstreffer der Gäste von Dominik Beck hatten die SVler genügend Möglichkeiten zum Ausgleich, der aber erst nach dem Seitenwechsel durch Simon Hergenröder fiel. In der Kabine fand SV-Coach Charly Storch die richtigen Worte. Die Riedenberger spielten plötzlich wie aus einem Guss und lagen nach Philipps Dorn Doppelschlag mit 3:1 in Führung. Danach schlug die Stunde des Tim Krais, der ebenfalls mit einem Doppelpack dafür sorgte, dass der Schlagabtausch anhielt. Chaos regierte in Riedenbergs Abwehr auch kurz vor Spielende, als Benedikt Bötsch das 4:3 erzielte und fast noch das 5:3 machte, das aber Max Schultheiß bei seinem gelungenen Rettungsversuch auf der Linie vereitelte.

VfR Stadt Bischofsheim - SV Ramsthal 2:2 (2:1) - Torfolge:
1:0 Björn Kleinheinz (17.), 1:1 Florian Zirkelbach (Eigentor/34.), 2:1 Martin Enders (45.), 2:2 Enrico Ott (71.) - Gelb-rote Karte: Robin Geis (Bischofsheim /71.).

Die Rhöner starteten spielbestimmend, aggressiv und präsent in die Partie. Fast folgerichtig die Führung für Bischofsheim durch den Treffer von Björn Kleinheinz, der perfekt von Matthias Tratt in Szene gesetzt worden war. Der SV Ramsthal schaffte es erst nach einer halben Stunde, sich in die Partie zu arbeiten, hatte aber Glück, dass Florian Zirkelbach den Schuss von Sascha Ott ins eigene Tor zum 1:1 lenkte. Einen "Roller" musste der ansonsten so zuverlässig zwischen seinen Pfosten agierende Keeper Frank Popp mit dem Halbzeitpfiff von Martin Enders ins Tor gleiten lassen. Ein geschicktes Händchen hatte Ramsthals Trainer Thorsten Büttner, der zur Pause Matthias Hallhuber einwechselte, der von nun an die Fäden im Spiel der Gäste zog und gewaltigen Druck entfachte. Erst traf der Routinier die Latte, dann betätigte er sich als Zuspieler für Enrico Ott, der aus abseitsverdächtiger Position das 2:2 erzielte. In den Schlussminuten hatten Enrico Ott und Sascha Ott den Siegtreffer auf den Füßen.

TSV Oberthulba - TSV Aubstadt II 2:4 (1:2) - Torfolge:
0:1 Jan Schneider (39.), 1:1 Markus Markert (40.), 1:2 Jan Schneider (45.), 1:3/1:4 Oliver Merkl (51./67.), 2:4 Erik Beyer (77.) - Gelb-rote Karte: Stefan Dellert (Aubstadt/85.).

"Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Die Jungs haben mit Bravour gekämpft, aber immer zu den ungünstigsten Zeitpunkten ihre Tore kassiert", sagte Oberthulbas Trainer Norman Jung. Die Gäste, die schon in der Vorwoche in Strahlungen mit einem 3:1-Erfolg überraschten, hatten nicht nur den ehemaligen Landesliga-Torjäger Oliver Merkl ausgegraben, sondern auch Jan Schneider aus der Bayernliga-Elf aufgeboten. Beide waren maßgeblich am Sieg der Aubstädter Reserve beteiligt. Bis auf die letzten Minuten hatte sich im ersten Abschnitt kaum Spielfluss entwickelt, die Partie war von taktischen Zwängen geprägt. Dann überschlugen sich die Ereignisse mit den Treffern von Jan Schneider und dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Markus Markert. Im zweiten Abschnitt bewiesen Jungs Zöglinge zwar Siegeswillen, doch die Gäste bestraften durch Oliver Merkl die teilweise Unordnung in Oberthulbas Defensive mit zwei Kontertoren. Nach dem 2:4 von Erik Beyer riskierten die Einheimischen alles, hatten aber kein Schussglück.

FC Reichenbach - VfL/Spfr. Bad Neustadt 2:2 (1:1) - Torfolge: 0:1 Istvan Lengyel (28.), 1:1 Michael Seith (38.), 2:1 Pascal Reininger (64.), 2:2 Istvan Lengyel (88.).

"Das war ärgerlich", zeigte sich FC-Spielertrainer Marc Hartmann, der diesmal selbst nicht aktiv ins Spiel eingriff, über die Punkteteilung unzufrieden. Sein Unmut beruhte auf dem zweiten Gegentreffer, den Gäste-Torjäger Istvan Lengyel per Kopfball nach einer Ecke von Maximilian Mosandl erzielte. Dies war im Prinzip die zweite Torgelegenheit der Gerhardt-Elf nach dem Seitenwechsel, bei der ersten hatte FC-Goalie Mario Mölter einen Schuss von Arthur Schneider um den Pfosten gedreht. "Das war natürlich glücklich für uns", freute sich auf der Gegenseite Coach Matthias Gerhardt, "aber ein Spiel dauert halt mal neunzig Minuten". Die Auseinandersetzung auf rutschigem Rasen drohte schon in Langeweile abzudriften, da gingen die Kurstädter urplötzlich in Führung. Nach einer misslungenen Abwehraktion seines Gegenspielers Patrick Hergenröther setzte Arthur Schneider zu einem sehenswerten Solo an, umkurvte drei FCler und bediente Istvan Lengyel. Zehn Minuten später schob Michael Seith zum Ausgleich ein. Kurz vor der Pause verhinderte bei einem Kopfball von Pascal Reininger Gäste-Goalie Markus Wenzel mit einem Reflex die Führung der Heimelf. Nachdem Seith den Ball über den Winkel gewuchtet hatte, jagte Pascal Reininger einen Freistoß flach um die Mauer an den Innenpfosten, die Kugel rollte von dort über die Torlinie. Minuten später hätte Claus Kirchner für die Vorentscheidung sorgen können, nach Alleingang von Lukas Nöth zischte nach dessen Rückpass sein Schuss übers Toreck. In der Nachspielzeit hätte es trotzdem zum Heimsieg reichen können, wenn der eingewechselte Markus Bulheller nach Kirchner-Steilpass nicht am langen Eck vorbeigeschlenzt hätte. sbp