Großbardorf - SV Seligenporten 2:1 (0:1). Tore: 0:1 Patrick Schwesinger (7.), 1:1 André Rieß (46.), 2:1 Stefan Piecha (61.).
"Die Partie hat das gehalten, was man sich vorher von so einem Spiel versprochen hatte. Es war sicher eine mehr als ordentliche Partie, die viel bot, was Fußball ausmacht", befand PR-Manager Andreas Lampert. Nur einer sah das nicht so. Gästetrainer Florian Schlicker: "Es war bestimmt kein gutes Spiel unsererseits, sondern ein ganz schlechtes. Über 60 Minuten hatten wir keinen Zugriff auf die Partie und haben eklatante Fehler gemacht." Sehr enttäuscht war er vor allem von der Einstellung seiner Truppe: "In einem solchen Match darf man nicht so wenig investieren."

Ganz anders die Gemütslage bei TSV-Trainer Dominik Schönhöfer. Der 45-Jährige sprach den Seinen ein dickes Kompliment für ihr Engagement und ihren Einsatzwillen aus. Zu Recht. Denn von der ersten Minute an merkte man den Grabfeld-Galliern an, dass sie ihren letzten etwas schwächeren Auftritt in Haibach vergessen machen wollten. "Ich musste die Mannschaft nicht groß motivieren, das machte mein Team von selbst. Denn jeder wusste, dass wir es besser können. Das wollten wir beweisen. Wir hatten uns viel vorgenommen und wollten agieren und nicht nur reagieren. Klar waren wir gewarnt, denn Seligenporten ist eine echte Spitzenmannschaft. Meine Jungs haben sich gegenüber Haibach deutlich gesteigert und nicht unverdient gewonnen", erklärte er.

Die angestrebte Wiedergutmachung gelang voll und ganz, obwohl man bereits nach sieben Minuten einen herben Rückschlag hinnehmen musste. Da gingen die Gäste in Führung: Ein Freistoß von Marco Christ wurde per Kopf zu Patrick Schwesinger verlängert, der keine Mühe hatte, TSV-Schlussmann Marcel Wehr zu bezwingen. "Auch nach diesem bitteren Gegentreffer sind wir unserer Linie treu geblieben und haben weiter nach vorne gespielt", sagte Schönhöfer. Seine Mannen hatten auch Chancen. So scheiterte Simon Snaschel am herausstürzenden Daniel Müller im Gästetor und den folgenden flach hereingegebenen Eckball setzte Manuel Leicht an die Oberkante der Latte (13.). Müller entschärfte auch einen 18-Meter-Schuss von Shaban Rugovaj, der nicht seinen besten Tag erwischt hatte (26.). Wenig später strich ein Knaller von Stefan Piecha knapp vorbei. So blieb es beim 0:1 zur Pause.

Die zweite Hälfte begannen die Grabfeld-Gallier mit einem Paukenschlag. Nach einem unaufhaltsamen Sturmlauf von Björn Schönwiesner bediente dieser im richtigen Augenblick den mitgelaufenen André Rieß, der mit seinem noch leicht abgefälschten Rechtsschuss dem SVS-Keeper keine Abwehrchance ließ. Während Schönhöfer diesen Treffer als "wichtig fürs Selbstvertrauen" erachtete, war sein Gegenüber sauer. "Aus dem Nichts haben wir dieses Tor bekommen. Da musst du zu einem taktischen Foul greifen." Doch die Freude der Bardorfer sollte noch größer werden. Nach gut einer Stunde erzielte Stefan Piecha den letztendlich siegbringenden Treffer um 2:1, als er im Strafraum frei zum Abschluss kam und den Ball überlegt ins lange Eck schlenzte.

Nur zwei Minute später hatte Simon Snaschel die Möglichkeit zum dritten Treffer, aber sein Schuss war zu harmlos. "Erst danach sind wir aufgewacht und haben so dagegengehalten wie ich es mir von der ersten Minute an gewünscht hatte", sagte Schlicker. In dieser Phase hatten die Platzherren einige bange Momente zu überstehen.

So rettete Manuel Orf nach einem Schuss von Patrick Hobsch auf der Linie und Marcel Wehr blieb Sieger gegen Patrick Schwesinger. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass sich den Hausherren einige Konterchancen boten, die aber nicht konsequent genug zu Ende gespielt wurden. "Da hatten wir Glück, dass Großbardorf diese Konter alle vergeben hat. Heute hatten wir maximal ein Unentschieden verdient, aber der Sieg der Einheimischen ist auch nicht unverdient", bilanzierte der Gästecoach.
Großbardorf: Wehr - Kornagel, Orf, Zang, Schönwiesner - Piecha - Rieß (89. Katzenberger), Zehe, Rugovaj (59. Ganz) - Snaschel (68. Enders), Leicht.