Es hat wieder nicht sollen sein. Obwohl die Gastgeber gegenüber dem Augsfeld-Match stark verbessert agierten, reichte es neuerlich nicht zum erhofften Punktgewinn. Die einfache Erklärung fand Coach Andrzej Sadowski, der sich die Partie eine Stunde lang von der Bank aus anschaute, nach dem Abpfiff: "Wir schießen einfach kein Tor. Und das ist umso trauriger, weil wir diesmal wirklich gute Gelegenheiten hatten." Das Unterfrankenderby begann mit einem für die Einheimischen schockierend schnellen Rückstand, wobei der Treffer heftige Proteste auslöste. Nach dem Schrägschuss von Dinis Ribeiro, der FC-Linksaußen entpuppte sich als spritziger und technisch versierter Akteur, musste Goalie Bastian Reusch das Leder prallen lassen, Dominik Barth staubte problemlos ab. Allerdings nach Ansicht der Fans aus Abseitsposition. In den folgenden Minuten agierten die Gäste sehr ballsicher. "Der Kunstrasenplatz kommt unserem Kurzpassspiel entgegen", so der FC-Vorsitzende Egbert Mahr, der mit den Abseitsentscheidungen des Assistenten Maximilian Ziegler ebenso wenig einverstanden war wie Gäste-Coach Erwin Albert.

Albert durfte mit der Vorstellung seiner Schützlinge in der ersten halben Stunde zufrieden sein, die Ball und Gegner laufen ließen. Nachdem Reusch einen Schuss von Matthias Hoff aus dem Eck gezerrt hatte, wurden urplötzlich die Platzherren offensiver. Die Drangphase läutete der diesmal im Mittelfeld aufgestellte Manuel Krieter ein, dessen 30-Meter-Schuss holte der starke Keeper Dominik Biemer aus dem Winkel. Aus dessen Abwurf heraus fiel das 0:2: Nach einer sehenswerten Kombination über mehrere Stationen legte André Karmann die Kugel in den Lauf von Ribeiro, der diese überlegt ins lange Eck schlenzte. Bis zum Seitenwechsel war der Aufsteiger dem Anschlusstreffer sehr nahe. Nachdem Biemer einen Volleyschuss von Konstantin Papadopoulos gerade so über die Latte gelenkt hatte, klärte nach der folgenden Ecke FC-Verteidiger Stefan Nöthling nach dem Kopfball von David Böhm für seinen schon geschlagenen Keeper auf der Torlinie. "Das gibt's doch gar nicht", stöhnte eine Minute später nicht nur der Garitzer Juniorenleiter Stefan Köth, der mitansehen musste, wie ein Schuss von Bastian Schober nur deswegen nicht ins Tor flog, weil unglücklicherweise der eigene Mannschaftskamerad (Benedikt Lang) im Weg stand.

Die zweite Halbzeit wurde mit einer gefährlichen Aktion der Gäste eröffnet. Nach einem Missverständnis zwischen Dominik Schmitt und Michael Bieber scheiterte Fabian Benkert freistehend an Reusch. Von da an kippte die Partie, "weil wir immer unkonzentrierter wurden und mit weiten unpräzisen Pässen den Gegner ins Spiel gebracht haben" (Albert). Sadowski hielt es nun nicht mehr auf der Bank, verstärkte zusammen mit Sandro Cazzella die Offensive. Das gelang im Prinzip, nur der Torerfolg blieb weiter aus. So grätschte Papadopoulos in einen Schuss von Stefan Glöckler, Biemer reagierte per Fußabwehr (61.) und lenkte kurz darauf einen Schober-Kopfball zur Ecke (63.), ehe der frühere Torjäger das Leder nach Glöckler-Flanke am langen Eck vorbeisetzte (67.). Ein knapp verzogener Flachschuss von Sadowski (72.) und ein Freistoß von Schober (83.) hätten ebenfalls die Angelegenheit spannend machen können. "Kämpferisch sehr gut, spielerisch verbessert, aber wieder verloren", so das Fazit von Sadowski, der sich und seine Elf von Fortuna verlassen fühlt.

Torfolge 0:1 Dominik Barth (5.), 0:2 Dinis Ribeiro (36.).

Zuschauer 120.

Schiedsrichter Peter Dotzel (Heidenfeld).

SV Garitz Reusch - Gerlinger, Schmitt, Bieber, Wijn - Glöckler, Krieter, Papadopoulos, Lang (58. Cazzella) - Schober, Böhm (58. Sadowski).

FC Sand Biemer - Schmitt, Gundelsheimer (58. Wasser), Karmann, Nöthling - Götz, Hoff (58. Pankratz), Rinbergas, Benkert (81. Derra) - Barth, Ribeiro.