Eine denkbar schlechte Ausgangs-Position für den Aufstieg in die Bezirksliga hat der FC Reichenbach nach der 0:1-Niederlage gegen den FSV Krum. Unter dem Strich hatten die FC-Kicker in der Offensive zu wenig angeboten. "Noch ist nichts verloren. Aber das Gegentor tut natürlich weh aufgrund der Auswärtstor-Regelung", sagte FC-Trainer Marc Hartmann unmittelbar nach Spielende. Das Rückspiel in Krum findet statt am Samstag um 16 Uhr. Der Sieger aus beiden Begegnungen muss zwei weitere Relegationsspiele bestreiten gegen den Gewinner aus FC Geesdorf/TSV Forst.

Immerhin 600 Fans hatten sich im Teutonen-Stadion eingefunden, doch großartig Atmosphäre wollte im Dauerregen zunächst nicht aufkommen. Eher im Gewand eines ganz normalen Punktspiels kam das Duell der Kreisliga-Vizemeister daher. Auf glitschigem Untergrund wurde das Risiko zunächst gescheut, dennoch gab es zwei vorzeigbare Gelegenheiten für die Gastgeber. Erst rutschte Claus Kirchner in eine Hereingabe von Patrick Hergenröther, konnte dem Leder allerdings nicht mehr den richtigen Dreh geben (10.). Dann ging der Kopfball von FC-Stürmer Lukas Nöth übers Tor nach einer Freistoß-Flanke von Markus Bach aus der eigenen Hälfte (12.).

Zu viel Sicherheitsdenken

In der Folge mutierte das Match zum Sicherheits-Gipfel. Friedens-Mission statt Sturm und Drang. Gut, gekämpft wurde. Aber viele Stock- und Abspielfehler ließen den Unterhaltungswert auf ein Minimum sinken. Ein Hauch von Offensive war meist verbunden mit einer Abseitsstellung. Bis zur 45. Minute, in der Lukas Nöth knapp vorbeischoss nach einem Zuspiel von Jannik Schäfer. "So war unser Plan. Wir wollten in der Defensive gut stehen, diszipliniert spielen, Risiko vermeiden", sagte FSV-Coach Thomas Mahr.
Mit Wiederanpfiff wurde das Wetter zwar nicht besser, aber die Partie lebendiger. Nur nicht so, wie sich das die Hartmann-Elf vorgestellt hatte. FC-Keeper Mario Mölter hatte zwar den Schuss von Thomas Durst per Fußabwehr entschärfen können (48.), war eine Minute später aber doch geschlagen, als der selbe Spieler aus der Drehung gekonnt eingenetzt hatte.

Krumer Dominanz

Jetzt gehörte das Momentum den Gästen aus dem Zeiler Stadtteil. Der Lupfer von Fabian Dürrbeck touchierte den Pfosten, dann köpfte Durst nach einem Eckball am Tor vorbei. Reichenbach wehrte sich, wusste sich aber nicht zu belohnen. Der Standard von Lukas Nöth zischte am Aluminium vorbei (60.), dann stieß der FC-Goalgetter mit Krums Keeper Matthias Oppermann zusammen - der mögliche Elfmeter-Pfiff blieb aus (75.). "Den muss man pfeifen", ärgerte sich später Reichenbachs Übungsleiter. Kurz davor hatten die "Hartmänner" freilich eine gehörige Portion Glück, weil Christian Pickel auf der Linie den Schuss von Max Witchen klärte (70.).

Pickels große Chance

Die beste Möglichkeit zum Ausgleich bot sich Christian Pickel, dessen Kopfball der FSV-Torsteher mit einer sehenswerten Parade entschärfte. Das alles nach einem Freistoß von Markus Bach und Kopfballverlängerung von Lukas Nöth. "Das war ein Spiegelbild der Saison. Die wenigen Chancen, die wir kreieren, nutzen wir nicht. Die Leistung war so schlecht nicht. Wir können das auswärts noch drehen", bilanzierte Hartmann, während dessen Trainerkollege seine Elf um das eine Tor besser gesehen hatte, "weil wir nach dem Wechsel läuferisch mehr als der Gegner gezeigt haben".
Zum unglücklichen Auftritt der Teutonen passte die Rote Karte gegen Jonas Schäfer. Kurz zuvor erst eingewechselt, musste der FCler nach grobem Foulspiel an Felix Hart wieder vom Platz.

Tor 0:1 Thomas Durst (47.).

Zuschauer 600.

Rot Jonas Schäfer (82., FC).

Schiedsrichter Frank Staudinger (Straßbessenbach).

FC Reichenbach
Mölter, Pickel, Bach, J. Hergenröther, P. Hergenröther, Schön, Hillenbrand, Reininger, Ja. Schäfer, Kirchner, Nöth; eingewechselt: Schmitt; Jo. Schäfer

FSV Krum Oppermann, Bujtor, Degen, Hart, Reugels, Räth, P. Schmitt, Rippstein, Max Witchen, Dürrbeck, Durst; eingewechselt: Michael Witchen, Zdzieblo.