"Wenn man einen Zweitore-Rückstand aufholt und in Unterzahl den Ausgleich erzielt, muss man mit einem Punkt zufrieden sein", sagte Münnerstadts Coach Dominik Schönhöfer nach dem Abpfiff. Sauer war dagegen Kollege Werner Köhler auf der Gegenseite, "weil wir leichtfertig den Vorsprung aufs Spiel gesetzt haben". Ärgerlich war aus seiner Sicht, dass einige Akteure "die Klappe aufreißen, aber nicht die entsprechende Leistung abrufen". Die ersatzgeschwächten Kurstädter, die auf die Offensivkräfte Tobias Saam und Ferdinand Heusinger sowie auf Abwehrchef Daniel Blau verzichten mussten, traten stark defensiv an. "Wir suchen unser Heil nach vorne in Kontern", verkündete Königshofens Pressesprecher Gerhard Harth vor dem Anpfiff.

Schönhöfer verärgert

Und der Plan wurde rasch in die Tat umgesetzt. Notgedrungen, da allein auf weiter Flur, setzte Frederik Werner nach einem weiten Schlag aus der Abwehr zu einem Alleingang an, ließ mit hoher Geschwindigkeit drei Gegenspieler aussteigen und Keeper Johannes Wolf mit einem Flachschuss keine Abwehrmöglichkeit. "Ihr müsst konzentrierter arbeiten", forderte Schönhöfer lautstark von seiner Elf. Dem Mürschter Spiel fehlte das Tempo, der Gegner konnte sich rechtzeitig formieren und die Räume eng machen. Und nachlegen, weil erneut Werner getroffen hatte nach einem Steilpass von Thorsten Eckart.

Schönhöher sah früh Handlungsbedarf in Sachen Spielwitz und brachte mit Sebastian Halupczok eine neue Kreativkraft. Dies führte kurz vor dem Pausenpfiff zur ersten klaren Möglichkeit, doch Julian Göller scheiterte an Torhüter Felix Häpp. Nach dem Seitenwechsel waren nur noch die Platzherren in der Offensive zu sehen. "Wir waren viel zu passiv und haben unsinnig gefoult", kommentierte Köhler den zweiten Durchgang. Dessen Mannen gerieten immer mehr unter Druck und durften sich so bei ihrem Keeper bedanken, der nach einem Halupczok-Freistoß einen Schuss von Tobias Geis aus Nahdistanz gekonnt über das Quergestänge lenkte.

Ein Startsignal

Die Gäste-Deckung präsentierte sich zusehends ungeordneter und musste den Anschlusstreffer hinnehmen. Nachdem Lukas Harich zum wiederholten Male Julian Göller zu Fall gebracht hatte, diesmal im Strafraum, setzte Sebastian Halupczok den Elfer unhaltbar ins Toreck. Dies war das endgültige Startsignal für eine bedingungslose Aufholjagd, die zunächst aber in eine Unterzahl-Situation mündete. Nach wiederholtem Foulspiel sah Christoph Krell in einer ansonsten fairen Auseinandersetzung die Ampelkarte, die Heimniederlage der Schönhöfer-Elf schien nun wahrscheinlich. "Doch wer sich so dämlich anstellt, hat drei Punkte nicht verdient", schimpfte eine Minute später Köhler. Nach einem langen Schlag von Johannes Kanz legte der eingewechselte Fabian May die Kugel mit dem Kopf in den Lauf von Julian Göller, der aus zentraler Position den herausstürzenden Häpp überlupfte. Kurz vor Spielende hätten Niklas Markart bei einem abgefälschten Schuss ans Außennetz sowie Fabian May mit Kopfball nach Halupczok-Ecke gar das 3:2 erzielen können.

Torfolge 0:1/0:2 Frederic Werner (7./20.), 1:2 Sebastian Halupczok (Foulelfmeter/74.), 2:2 Julian Göller (84.).

Gelb-rote Karte Christoph Krell (Münnerstadt/83.).

Schiedsrichter Udo Lenhard (Lindach).

Zuschauer 220.

TSV Münnerstadt Wolf - Scheuring (74. Ballner), Kanz, Krell, Müller - Markart, Schmitt, Geis, Kröckel (66. May) - Erhard (36. S. Halupczok), Göller.

TSV Bad Königshofen Häpp - Rudbach, Lockner, Harich, M. Heusinger - Other, Jucht, Th. Eckart (78. C. Eckart), Kuhn - Sarwanidi (90. Neugebauer), Werner.

SV Euerbach/Kützberg - FC 06 Bad Kissingen 0:1 (0:0) - Tor des Tages: 0:1 Christian Heilmann (81.).

Es war so etwas wie ein Klassentreffen. Acht einstige Großbardorfer Spieler standen auf dem Rasen, Ex-Keeper Tobias Schunder schaute zu. Vier frühere Gallier im Euerbacher Dress trafen auf ebenso viele in Bad Kissingens Reihen. Einer davon wurde zum Matchwinner. Die gesamte letzte Saison hatte Christian Heilmann beim Aufsteiger aus der Saalestadt nicht getroffen. Diesmal gelang dem 27-Jährigen das Tor des Tages. Nach einer nicht gut genug abgewehrten Ecke kam Heilmann per Drehschuss spät zur besten Gelegenheit der Partie. Und zu einer der ganz wenigen in einer guten Begegnung, die freilich die ganz großen Höhepunkte offen ließ. Gleich mit der ersten Szene, als Bad Kissingens Keeper Jörg Schaffelhofer gegen Thomas Heinisch klären musste, sah das nach einem ganz heißen Match aus. Doch dann neutralisierten sich beide Teams irgendwie. Gani Dervisis Schuss am langen Eck vorbei läutete Halbzeit zwei wieder recht aufregend ein. Doch erneut passierte lange wenig bei allerdings gutem Tempo im Spiel.

Erwin Gergely prüfte zwei Minuten vor dem 0:1 Euerbachs Keeper Jens Dotzel. Auf der anderen Seite fand nochmals Heinisch in Schaffelhofer seinen Meister. Der Aufsteiger aus Bad Kissingen ist nun seit rund einem Jahr in der Fremde ohne Niederlage. Gergely, Heilmann, Mario Wirth und Christian Laus als Ex-Großbardorfer setzten sich also durch gegen Stefan Heinisch, David Thomas, Daniel May und Oliver Kröner. Letzterer vertrat Euerbachs Trainer Pero Skoric, der im Urlaub weilte. Für den ambitionierten SV, der vor der Saison mit Ortsnachbar Kützberg fusionierte, bedeutet die Niederlage einen kleinen Dämpfer. Zudem schmiss der Vereinswirt hin, betreibt der Verein sein Sportheim nun vorerst wieder alleine.
FC 06: Schaffelhofer, Bayer (62. Limpert), Wedlich, Hamzic, Laus, Gergely, Wirth, Porombka (75. Winkler), Heilmann, Pfülb (68. Ament), Klug.

FC Fuchsstadt - FC Gerolzhofen 2:1 (0:0) - Torfolge: 1:0 Tobias Bold (52.), 1:1 Michael Hauck (54.), 2:1 Sebastian Heinlein (56.).

Mit dem dritten Sieg in Folge katapultieren sich die "Füchse" auf Tabellenplatz zwei und haben so für noch mehr Spannung gesorgt vor dem Derby am Donnerstag beim Tabellendritten FC 06 Bad Kissingen. Die Partie gegen den Landesliga-Absteiger war im ersten Durchgang eine recht zähe Angelegenheit, klare Torchancen gab es beiderseits nicht. Im Blickpunkt stand eher Schiedsrichter Timo Kunkel (Niedernberg), der sich bei persönlichen Strafen recht zurückhaltend zeigte. So lahm die erste Halbzeit war, so furios ging es anfangs des zweiten Durchgangs zu. Nachdem Johannes Feser an seinem Gegenspieler gescheitert war, sprang das Leder auf den Fuß von Tobias Bold, der es überlegt ins Eck schob. Den Schützlingen von Udo Romeis gelang postwendend der Ausgleich, nach flacher Hereingabe schob Abwehrchef Michael Hauck die Kugel aus fünf Metern ein. Doch die Freude der Steigerwälder über den Ausgleich währte nur zwei Minuten, da brachte Sebastian Heinlein die Kohlenbergler neuerlich in Front. Nachdem er sich den Ball an der Außenlinie erobert hatte, startete er einen Alleingang und netzte im Nachschuss zum Siegtreffer ein. Wäre Harald Bayer nicht freistehend am Keeper Valentin Roth gescheitert (81.), hätte er den Fans die Zitterminuten in der Schlussphase erspart. Dabei rettete Florian Rottenberger bei einem Kopfball von Alexander Kneißl. sbp
Fuchsstadt: Rottenberger - Sauermann, Plehn, T. Stöth, Heinlein - P. Stöth, Bold, Wolf (68. Bayer), Bolz - Ermisch( 58. Wahler), Feser (78. Thurn).

SpVgg Ansbach - SV Garitz 4:2 (2:1) - Torfolge: 1:0 Philip Weingärtner (15.), 1:1 Björn Schlereth (33.), 2:1 Christoph Nagler (40.), 2:2 Andrzej Sadowski (59.), 3:2 Raul Crisan (50.), 4:2 Philip Weingärtner (90.).

Die Garitzer schrammten bei ihrem ersten Punktspiel in Mittelfranken nur knapp an einer Punkteteilung vorbei. "Wir haben dem Gegner einen großen Kampf geliefert, zweimal einen Rückstand aufgeholt und waren in der Schlussphase nahe an einem dritten Treffer", berichtete SV-Pressesprecher Johannes Werner. Die Gastgeber, motiviert vom 8:1-Kantersieg in Augsfeld, drängten die Sadowski-Elf zunächst in deren Hälfte zurück. Erste Möglichkeiten der Spielvereinigung vereitelten SV-Keeper Christoph Werner bei einem Schuss des Ansbacher Spielmachers Christoph Hesselmeier und Manuel Krieter, der gegen Philipp Weingärtner auf der Linie rettete (12.), ehe Weingärtner doch zur Ansbacher Führung traf. Nach zwanzig Minuten konnten sich die Grün-Weißen allerdings befreien - und ausgleichen. Nach Doppelpass mit Marcel Rudolph setzte Stefan Glöckler zum Flankenball an, den Björn Schlereth per Kopf veredelte. Kurz darauf hätte Schlereth sein Team sogar in Führung bringen können (40.), stattdessen freuten sich die Gastgeber über einen Vorsprung zur Pause nach sattem Schuss von Christoph Nagler.

Dies verkrafteten die Garitzer eindrucksvoll mit einer starken Offensivleistung nach dem Seitenwechsel und dem Ausgleichstreffer von Andrzej Sadowski mit einem unhaltbaren Schuss ins Eck. Die Schützlinge von Coach Fred Sturka reagierten irritiert und hatten Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Nachdem ein Schuss von Bastian Schober im letzten Moment abgeblockt wurde, gelang den Platzherren im Gegenzug das zu diesem Zeitpunkt überraschende 3:2. Bei einem verdeckten Schuss wurde Christoph Werner auf dem falschen Fuß erwischt. Die keineswegs konsternierten SVler setzten zur neuerlichen Aufholjagd an, kreierten Tormöglichkeiten, aber der Erfolg blieb versagt. "Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat alles versucht und wie immer große Moral gezeigt", so Johannes Werner, der in der Nachspielzeit den vierten Gegentreffer notierte. In eine entblößte Deckung stürmte Philip Weingärtner, sorgte für den Endstand und für Erleichterung auf der Ansbacher Bank. "Garitz war ein richtig guter Gegner, der uns alles abverlangt hat und vielen Mannschaften Probleme bereiten wird", lobte Sturka den Aufsteiger. sbp
Garitz: Werner - Rüth, Krieter, M. Niebling (53. Lang), Voll - Glöckler, Herold, Wijn (53. Böhm), Sadowski - Rudolph, Schlereth (65. Schober).