Beim Regionalliga-Absteiger, der in der Bayernliga Nord nach sieben Spieltagen mit mageren acht Punkten nur 14. ist, ist der FC 05 klarer Favorit. Diese Rolle nehmen Spieler und Trainer Gerd Klaus auch an, trotzdem hätte sich der FC-Coach einen anderen Gegner gewünscht: "Am liebsten wäre mir Landesligist Abtswind gewesen, oder Großbardorf mit meinem Schwager Dominik Schönhöfer als Trainer." Nun, der muss sich am Mittwoch gegen den Drittligisten Würzburger Kickers beweisen. Eher fraglich, dass in der dritten Runde ein Familienduell ansteht. Doch das mögliche Aufeinandertreffen mit den Kickers im Herbst bei Flutlicht im Sachs-Stadion (als Drittligist müssen die Kickers immer auswärts antreten) ist sicher eine reizvolle Perspektive für die Schnüdel, zumal Sportdirektor Dieter Kurth nichts von seinem Traum, "im Pokal mal wieder zu überwintern", zurückzunehmen hat.

Bei Kurths Ex-Klub aus der Domstadt wird Klaus die Chance nutzen, einigen Spielern aus dem Regionalliga-Team eine Pause zu gönnen. Nicht erst gegen Augsburg II war sichtbar, dass dem einen oder anderen nicht nur körperliche, sondern auch geistige Frische fehlt, dass die vergangenen Wochen mit Fußball bei tropischen Temperaturen Spuren hinterlassen haben. Beim überzeugenden 3:0-Sieg in der ersten Pokalrunde in Karlburg machten Daniel Mache und Max Hillenbrand einen guten Eindruck, bekamen ein Sonderlob von Trainer Klaus. Schwankend in seinen Leistungen präsentierte sich zuletzt der junge Adrian Dußler, ob er einen Startelf-Einsatz bekommt, ist offen.

Diesen sicher zugesagt hat Klaus Reservekeeper Julian Schneider, der Spielpraxis bekommen soll. Nach dem unglücklichen Match in Unterhaching, wo Schneider das 0:1 durch zögerliches Herauslaufen mitverschuldet hatte, sind Gerd Klaus und Torwarttrainer Norbert Kleider dennoch von ihrer neuen Nummer zwei, die vor der Saison aus der Bayernliga vom TSV Großbardorf an den Main gewechselt war, überzeugt: "Wir vertrauen Julian, er wird noch kommen und braucht Zeit." Wohl wieder in der Startelf stehen wird Stürmer Michael Kraus, dem man die Freude über seinen ersten Regionalliga-Einsatz seit 17. März, dem Tag als er sich seine schwere Schulterverletzung zuzog, bei der Einwechslung am Samstag ansah. Kraus braucht Spielpraxis, ist mit seiner Lauf- und Einsatzfreude genau der richtige Spieler in einem mutmaßlich hitzigen Pokal-Derby. "Ich bin überglücklich, dass ich endlich wieder spielen kann, die Schulter fühlt sich gut an", so der Egenhäuser und fügt an: "Bamberg ist ein machbarer Gegner, wir wollen so weit wie möglich kommen."