HSC Bad Neustadt - TV Kirchzell.
Zwei Mannschaften, bei denen es in dieser Saison nicht regelmäßig rund lief und die vor negativen Überraschungen nicht gefeit waren, treffen an diesem Samstagabend zum Unterfrankenderby in der Bürgermeister-Goebels-Halle aufeinander. Dabei ist die Tabellensituation des HSC Bad Neustadt (6./10:4) im Gegensatz zu der des TV Kirchzell (10./5:11) noch als rosig zu bezeichnen. Doch auch sie könnte besser sein.
Die Heimniederlage gegen den TV Groß-Umstadt und die fast einer Blamage gleichkommende Schlappe beim bis dahin noch punktlosen Schlusslicht USV Halle haben den Rot-Weißen einen möglichen Spitzenplatz verdorben. Noch schlimmer hat es bislang die Schützlinge von Coach Gottfried Kunz erwischt, die allerdings ein vergleichsweises schweres Auftaktprogramm zu bestreiten hatten. Gegen die Spitzenteams aus Hüttenberg, Nieder-Roden und Dresden war kein Blumentopf zu gewinnen, die Heimniederlage gegen den aktuellen Tabellensiebten Bad Blankenburg ein richtiger Schlag ins Kontor.


Schwächephasen

Auffällig war bei den bisherigen Auftritten der samstäglichen Kontrahenten, dass beide nur selten in der Lage waren, die Konzentration über 60 Minuten hochzuhalten. Es gab immer wieder Schwächephasen, "da haben wir aus unerfindlichen Gründen den Spielrhythmus verloren und uns selbst in die Bredouille gebracht", erinnert sich HSC-Coach Margots Valkovskis mit Grausen. Das war am letzten Spieltag nicht anders, als man in Sachsen-Anhalt auf dem besten Weg zu einem Auswärtssieg war, um dann doch innerhalb von sechs Minuten nach einer 25:24-Führung sechs entscheidende Gegentreffer in Folge zu kassieren. Solche Aussetzer dürfen gegen den TVK nicht passieren.
Die Kirchzeller mussten in personeller Hinsicht einige Schläge in der Sommerpause hinnehmen. So stehen Torhüter Johannes Klimmer, Tim Klühspies und Philipp Baier nicht mehr im Kader. "Aber trotzdem verfügt der Gast immer noch über individuell starke Spieler", zeigt Valkovskis Respekt, und denkt da insbesondere an Andreas Kunz, den Torjäger Mario Stark und den von Außen in den Rückraum gewechselten Baier-Ersatz Lucas Bauer. "Diese Spieler müssen wir von unserem Kreis fernhalten", lautet eine der taktischen Anweisungen des HSC-Trainers, der zudem den flinken André Göpfert besonders im Visier hat.


Wicklein fraglich

Er selbst kann nur begrenzt auf seinen Kader zurückgreifen, Lukas Böhm fällt wegen einer Bänderverletzung im Sprunggelenk definitiv aus, hinter dem Einsatz von Jan Wicklein (schwere Erkältung) steht noch ein Fragezeichen. Die Schulterblessur von Maxi Schmitt ist dagegen endgültig ausgeheilt und der zuletzt fehlende Falk Kolodziej konnte an allen Trainingseinheiten in dieser Woche teilnehmen. Einen besonderen Schwerpunkt gab es bei diesen Übungseinheiten nicht, aber wer die letzten Auftritte der Heimsieben beobachtete, musste eine für den HSC ungewohnte Gegentrefferzahl konstatieren. "Wir agieren entweder in Eins-gegen-Eins-Situationen zu passiv oder stehen nicht kompakt. Die verschiedenen Abwehrvarianten haben sich alle nicht als der Weisheit letzter Schluss erwiesen", sagt Valkovskis. Auch die eingesetzten Torhüter haben schon bessere Zeiten gesehen, wobei diese nach Ansicht ihres Trainers auch viel zu oft in Stich gelassen wurden. Seine Mannen wollen sich jedenfalls rehabilitieren.