Mit großer Spannung erwarten die Fußball-Fans in der Region die ersten Entscheidungsspiele und den Auftakt der Relegation. Ein bitterer Abend wird es am Freitag für den Verlierer der Partie SV Aura gegen FC Poppenroth, denn die unterlegene Mannschaft steigt aus der Kreisklasse 1 in die A-Klasse ab. Der Sieger der Begegnung, die um 18.30 Uhr beim BSC Lauter angepfiffen wird, hat dann die Chance, den Klassenerhalt noch über die Relegation zu schaffen.

Abwehrverhalten verbessert

Mit etlichen Personalproblemen hat Auras Spielertrainer Oliver Schönwiesner zu kämpfen, dessen Einsatz ebenso fraglich ist wie der von Sascha Graser. Fehlen werden Mirko Hälbig, Daniel Hagemann sowie Patrick und René Falkenstein. Dass Aura noch in die Bredouille geraten ist, liegt nicht nur an der finalen Niederlage in Stangenroth, sondern vor allem daran, dass in den vier Spielen zuvor gegen unmittelbare Konkurrenten nur Unentschieden verbucht wurden. Mut schöpft Oliver Schönwiesner aus dem mit 1:0 gewonnen Rückspiel beim FC Poppenroth, dem man im Hinspiel auf eigenem Geläuf noch mit 0:6 unterlegen war. "Wir kassieren zwar immer noch zu viele Gegentore, aber es sind deutlich weniger geworden", sieht Schönwiesner, der in der Winterpause das Traineramt übernahm, mehr Stabilität und eine bessere Raumaufteilung seiner Mannschaft. "Wir werden alles geben, um diesen Sieg zu erringen", verspricht der SV-Coach, der in der kommenden Saison so oder so am Neuaufbau weiterarbeiten will.
Sein Gegenüber Christoph Schäfer ist froh, dass sein Team durch den Last-Minute-Treffer in Sulzthal dieses Entscheidungsspiel überhaupt noch erreicht hat. "Nach unserer starken Vorrunde hätte ich nie gedacht, dass wir noch da unten rein rutschen, aber nun geben wir alles, um die Klasse zu halten." Die anfänglich so erfolgreiche FC-Offensive bekam im Laufe der Saison ziemlich Ladehemmung, "aber auch hinten haben wir zu viele Tore bekommen", blickt Schäfer auf eine verkorkste Rückrunde zurück. Berufsbedingt fehlt ihm Sascha Weidner, Patrick Kaess ist schon länger verletzt. Der Einsatz von Norbert Schmitt ist fraglich. "Wir müssen bei Aura besonders auf Christof Sauer aufpassen." Die Defensive des Gegners sieht er durch Oliver Schönwiesner deutlich gestärkt, dass hat man ja bei unserem 0:1 gesehen, als wir keine Lücke fanden". Bei aller Brisanz hofft der FC-Coach auf eine faire Auseinandersetzung, auch von Seiten der Fans. "Unseren Fans wollen wir beweisen, dass wir es besser können als in der Rückrunde", hofft Schäfer auf lautstarke Unterstützung. "Für mich ist es schön, dass wir in Lauter an meiner alten Wirkungsstätte spielen."

Haard wartet in der Relegation

Mit umgekehrten Vorzeichen kreuzen bereits heute um 15 Uhr die DJK Weichtungen und der TSV Rothhausen/Thundorf auf dem Platz des TSV Maßbach die Klingen. Denn der Sieger hat den Klassenerhalt in der Kreisklasse 2 sicher, der Verlierer immer noch die Chance in der Relegation, wo die SpVgg Haard als Gegner wartet. TSV-Trainer Thomas Dietz, der nur auf den im Urlaub weilenden Lukas Göbel verzichten muss, geht ganz entspannt in die Partie. "Wir waren nach dem 0:1 in Eltingshausen eigentlich schon weg, haben dann aber eine gute Serie hingelegt", baut Dietz auf vier Siege und ein Remis in den letzten sechs Spielen und klammert das 0:7 beim TSV Steinach bewusst aus. Hoffnungsträger sind Fabian Wiener, der nach seinem Kreuzbandriss im letzten Spiel in Sulzfeld wieder dabei war und auf Anhieb drei Tore zum 4:0 beisteuerte, und die schnellen Angreifer Julius Kohlhepp und André Schmitt, der es auf elf Saisontore brachte. Die Kontrahenten kennen sich in- und auswendig und Dietz richtet sein besonderes Augenmerk auf die drei Denners, "besonders den Stefan müssen wir ausschalten". Der Trainer ist zuversichtlich, dass sein Team das schafft. "Am schönsten wäre freilich, wenn beide Mannschaften die Klasse halten, denn wir verstehen uns gut und die Derbys auch noch mit Poppenlauer und Maßbach haben ihren besonderen Reiz."

Huntoon verlässt Weichtungen

Sein Gegenüber Gary Huntoon kann mit einem Kreuzbandriss nicht mitwirken und vermisst den schon länger verletzten Stammkeeper Sandy Bruckbauer, hat aber ansonsten alle Mann an Bord. Trotz der dünnen Trainigsbeteiligung, viele Spieler sind Studenten oder Polizisten, sieht Huntoon den mannschaftlichen Zusammenhalt und den unbedingten Siegeswillen als Pluspunkte für sein Team. "Wir haben vom Derby noch was gut zu machen", meint er das 1:4 beim TSV am 12. Mai. "Ich glaube , dass wir den Klassenerhalt direkt schaffen", verbreitet der DJK-Coach Zuversicht und würde es ebenfalls begrüßen, wenn beide Teams nächste Saison wieder aufeinandertreffen. Dann allerdings ohne Gary Huntoon, der seinen Posten abgibt und von Christoph Then vom VfB Burglauer ersetzt wird. "Nach meinem Kreuzbandriss werde ich wohl nur noch Alte Herren spielen, vielleicht beim FC Poppenlauer", verrät er.

Verstärkung aus den Ersten

Heute um 18 Uhr beginnt der lange Weg der B-Klassen-Zweiten in die A-Klasse, wenn um 18 Uhr beim TSV Oerlenbach der SV Garitz II auf den TSV Ebenhausen II trifft. Die Garitzer brauchen einen vernünftigen Unterbau für ihr Abenteuer Landesliga. "Wir wollen den Aufstieg schaffen, auch wenn die Einsatzmöglichkeiten für Spieler aus der Ersten für einen Bezirksligisten stärker reglementiert sind als für unseren Gegner", weist Abteilungsleiter Johannes Werner darauf hin, dass bei Garitz nur drei Akteure spielen dürfen, die in den letzten vier Begegnungen erst in der zweiten Halbzeit gespielt haben. Von daher sind nur Christoph Baier und Mariano Ozorio dabei. Beim Kreisklassisten dürfen drei Mann aus der Ersten eingesetzt werden, für drei weitere gilt die Regelung wie für Garitz. Beim TSV werden Torwart Daniel Dees, Vitalij Eckstein und Nunzio DeDonato mitwirken. "Wir wollen die Garitzer ein bisschen ärgern", sieht Ebenhausens Pressewart Roland Zimmermann den Konkurrenten in der Favoritenrolle. "Garitz wird voll loslegen, mit Arek Sadowski und Vitalis Schildt haben sie zwei Bomben in der Offensive." Elio Trasente und Nunzio DeDonato haben mit ihrem Garitzer Arbeitskollegen Florian Reuter schon ein wenig gefrotzelt "und ihm versprochen, dass wir nichts herschenken", berichtet Zimmermann. "Wir wollen trotzdem gewinnen", sagt Johannes Werner. Auf der Bank wird Andrzej Sadowski das Garitzer Spiel managen.