Weltmeister hat man nicht alle Tage zu Gast. Umso größer war die Freude bei der TSVgg Hausen, die die Deutsche Fußball-Ärztemannschaft zu einem Benefizspiel eingeladen hatte. Gegner war eine verstärkte Alte-Herren-Mannschaft der Hausener. "Schade, dass nur relativ wenig Zuschauer den Weg zu uns gefunden haben", bedauerte Organisator Ecki Fehr. Die Anwesenden haben ihr Kommen nicht bereut. "Das war ein richtig gutes Spiel", meinte dann auch Ärzte-Trainer Hugo Faul aus Nürnberg. "Ich war vor einigen Jahren Coach der U 15 des 1. FC Nürnberg und damals mit meiner Mannschaft beim Rimini-Cup", erklärt Faul, wie der Kontakt zu Hausen und Ecki Fehr zustande kam. "Für uns sind solche Spiele sehr wichtig, da wir ja eigentlich nie als Mannschaft gemeinsam trainieren können", verweist der Trainer auf eine spezielle Problematik seines in ganz Deutschland und sogar in der Schweiz (Stürmer Alex Wilhelm) verstreuten Teams. "Und Bad Kissingen in der Mitte Deutschlands liegt da für uns ideal", begründet er die Wahl.
Während sich die einheimischen "Alten Herren" mit Flanken, Torschüssen und reichlich Flachserei etwas warm machten, spulten die Ärzte ein fast professionelles Programm mit Läufen und Dehnübungen ab. Den Mannen um Spielführer Michael Hetzel war dann auch etwas mulmig zumute, denn eine zweistellige Packung wollte man keinesfalls kassieren. Bastian Schober, derzeit Stürmer beim Landesligisten SV Garitz, kam als Zuschauer und wäre als Verstärkung höchst willkommen gewesen. Der Aufforderung, doch mitzuspielen, konnte er vor dem Auswärtsspiel in Frammersbach natürlich nicht folgen. Doch auch ohne ihn zog sich das Team sehr achtbar aus der Affäre. Uwe Bauer und Michael Hetzel agierten quasi als doppelter Libero, sorgten für eine geordnete Raumaufteilung und Zuordnung ihrer Mitspieler. "Das haben sie klasse gemacht, gelernt ist eben gelernt. So gut klappt das bei uns in der Ersten Mannschaft nicht", sparte Ecki Fehr nicht mit Anerkennung. Da auch Keeper Norbert Schmitt ein sicherer Rückhalt war, der einige Hochkaräter entschärfte, hieß es am Ende lediglich 2:1 für das Team der Ärzte.
Die Mediziner bemühten sich zwar von Beginn an, die Kontrolle über das Spiel zu gewinnen, doch die Gastgeber versteckten sich nicht und spielten mutig nach vorne. Die Ärzte agierten mit einem lupenreinen Libero, Marco Wölfel überzeugte mit gutem Stellungsspiel, ließ gegen Sascha Vieth, Sven Zirkenbach und Christoph Egerer nur selten etwas anbrennen. Mit einem Freistoß setzte Tobias Burigk in der 36. Minute die Ärzte-Deckung matt, Keeper Thomas Kobes konnte Sascha Vieth nur regelwidrig am Torschuss hindern. Den fälligen Elfer verwandelte Dominik Paradies sicher. Das wollten die Gäste nicht auf sich sitzen lassen, verstärkten ihre Angriffsbemühungen. Nach einem Lattentreffer war Marco Wölfel kurz vor der Pause mit dem Kopf zur Stelle und ließ Norbert Schmitt keine Abwehrmöglichkeit.

Camillo Floth verpasst Ausgleich

Nach der Pause setzte sich der unterhaltsame Schlagabtausch fort. Sascha Vieth, von Frank Wilm gut in Szene gesetzt, verpasste ebenso die erneute Häusler Führung wie Christoph Egerer. Auf der Gegenseite erhielt Alex Wilhelm im Sturm mehr Unterstützung, der schnelle Matthias Burgello machte mächtig Dampf. Bur gello war es auch, der mit einem satten Strich aus 20 Metern für den letzten Treffer sorgte. Die beste Ausgleichschance vergab Camillo Floth, der an einer scharfe Hereingabe von Sascha Vieth knapp vorbeirutschte. Als Sven Zirkenbach einen Schuss knapp vorbei setzte, war die knappe Niederlage besiegelt. "Das war ein prima Test für uns, der Gegner war ebenbürtig, so dass mein Team richtig gefordert war", so Hugo Faul. "Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt." Und es gab noch einen weiteren Sieger - den Kindergarten Hausen. Während des Spiels wurde bei den Zuschauern gesammelt, auch die Gäste ließen sich nicht lumpen.