Mit einem Spatenstich hat die Bauphase für die neue Fotovoltaikanlage zwischen Bahnlinie und Verbindungsstraße von Elfershausen nach Langendorf begonnen. Das 1,7 Millionen Euro teure Projekt der Deutschen Bürgerenergie Genossenschaft (DBE) soll im Jahr eine Strommenge von rund 1300 Megawattstunden produzieren. Damit können rein rechnerisch 287 Vier-Personen-Haushalte versorgt werden.
"Wir sind froh, in Elfershausen so eine Anlage installiert zu bekommen", sagte Bürgermeister Ludwig Neeb (CSU). Die Marktgemeinde sei nur Randbegleiter dieses umweltfreundlichen Projekts. Die Saaletal-Topografie bei Elfershausen sei für die Nutzung der Sonnenkraft besser geeignet als für die Nutzung der Windkraft.
"Wir wünschen der DBE so viel Sonne wie möglich", sagte Neeb. Der Bürgermeister dachte an die Nutzung des Stroms für die nähere Region. "Die finanziell beteiligten Bürger wollen nicht nur ihre Gewinne, sondern auch umweltfreundlichen Strom in ihren Steckdosen haben", war sich Neeb sicher.
"Es können sich noch weitere Bürger finanziell beteiligen", wies DBE-Vorstand Mario Fürst auf vorhandene Kapazitäten in der Genossenschaft hin. Die Finanzpakete stellen einen Wert von 1050 Euro dar. Jeweils 500 Euro machen den Genossenschaftsanteil und das Nachtragsdarlehen aus. 50 Euro kostet der Ankauf des Paketes. Dieser Betrag soll sozialen Zwecken zufließen. Nach einem Informationsabend vor wenigen Wochen in der Schwedenberghalle seien 60 Verträge zustande gekommen, bestätigte Fürst. Ob ein Käufer ein Paket erwirbt oder die maximale Menge von 100 Paketen, er wird automatisch Mitglied in der Genossenschaft und ist dort stimmberechtigt.
Für die Fotovoltaikanlage sind bereits etliche metallene Standfüße in das Wiesengrundstück gerammt, das Walter Emmert langfristig verpachtet hat. Zurzeit werden die 5520 in China gefertigten Module angeliefert und montiert. Spätestens im Januar soll der Strom ins Netz fließen. Zuvor müssen aber noch die Zäune und der Transformator errichtet werden. "Die Anlage ist eines Tages vollständig rückbaubar", erklärte Fürst.
Dies sei ein wesentlicher Teil des Gesamtkonzepts, erläuterte Fürst die Projektziele der DBE. Photovoltaik sei nicht die einzige Schiene für die Gewinnung erneuerbarer Energien. So gebe es auch Anlagen für die Nutzung von Wind- oder Wasserkraft. "Neben unserem technischen Know-How ist das demokratische System unserer Genossenschaft eine tragende Säule", sagte Fürst.
Die breite Basis von derzeit 174 Mitgliedern entscheide, was zu geschehen habe, und nicht wenige Vorstandsmitglieder. Die Genossenschaft DBE wurde am 27. Mai 2011 gegründet, erhielt am 11. November 2011 Rechtskraft und hat ihren Sitz in München. Sieben Projekte sind mittlerweile deutschlandweit verwirklicht. Eine ähnliche Anlage wie in Elfershausen gibt es bereits in Unterhaid bei Bamberg.
"Das Schöne an unserer Genossenschaft ist, dass sie keinem gehört", erklärte Fürst das demokratische Prinzip. Schon längst hätten große Energiekonzerne sonst ihre Hände ausgestreckt, vermutete er.
Bekannt sei, dass diese Stromriesen gern bei den Herstellerfirmen anklopften und sich erkundigten, wohin Fotovoltaik- oder Windkraftanlagen geliefert würden. "Das Schöne an der hiesigen Anlage ist, dass die Gewerbesteuer auch in Elfershausen bleibt", freute sich Bürgermeister Ludwig Neeb.