Das Regensburger Fotovoltaik-Unternehmen bos.ten darf nun doch seinen Solarpark im Bebauungsplangebiet "Westlich der KG 8" in den Grenzen der bestehenden Anlage mit zusätzlichen Modulen erweitern. Mit acht zu fünf Stimmen hob der Gemeinderat seinen Beschluss vom 10. April auf. Es bleibt allerdings dabei, dass die Firma keine weitere Fläche außerhalb überbauen darf.
Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) teilte mit, dass die Firma angeboten hatte, die zusätzliche Pacht von 2170 Euro pro Jahr in einem Einmal-Betrag von 40 000 Euro sofort zu bezahlen, um die Zahlung der Gewerbesteuer will sie sich kümmern und die für die Erweiterung nötige Ausgleichsfläche könnte eine Wiese mit Obstbäumen für die Allgemeinheit werden. Zehner betonte ausdrücklich, dass lediglich der vorhandene Solarpark erweitert werden soll. Die bisher ungenutzten Mittelgänge und eine Fläche am nördlichen Rand sollen mit Solarmodulen bestückt werden.
Gemeinderat Wolfgang Röder wunderte sich: "Wie kommt man darauf, dass noch keine Gewerbesteuer bezahlt ist?" Er wollte wissen, ob jeder Investor einzeln die Gewerbesteuer abführen müsse. Dann werde es schwierig, sie einzutreiben. "2170 Euro Pacht pro Jahr sind nicht zu verachten", meinte Sybille Büttner (Rannunger Bürgerliste), "wir vergeben uns nichts, die Fläche bleibt die gleiche, die Einnahmen können wir gut gebrauchen."


Keine Einmalzahlung

Rudolf Berninger (CSU) ergänzte "die Fläche ist sowieso weg". Kritisch stand er jedoch einer möglichen Einmalzahlung der Pacht gegenüber. Auch der zweite Bürgermeister Werner Keller sagte "wir brauchen die 40 000 Euro jetzt nicht unbedingt." Bürgermeister Zehner ließ darüber extra abstimmen: Kein Gemeinderat stimmte für die Einmalzahlung. Es bleibt also bei der jährlichen Pacht-Zahlung.
Die Quartiermanagerin für die Gemeinde wird ihren Dienst am 1. Juni antreten, teilte Zehner mit. Sie heißt Nathalie Langer und kommt aus Poppenhausen. Ihr Büro hat sie mitten im Dorf in der ehemaligen Milchsammelstelle, die jetzt leer steht. Der Gemeinderat ermächtigte Zehner, für die Ausstattung ihres Büros Möbel im Gesamtpreis von etwa 2000 Euro zu kaufen - "es handelt sich um Ware mit leichten Gebrauchsspuren, die qualitativ jedoch völlig in Ordnung ist", heißt es in der Sitzungsvorlage. Möglicherweise kann die Ausstattung auch billiger erworben werden, so der Bürgermeister. Das Projekt läuft zunächst über vier Jahre.
Ein Kredit in Höhe von 124 000 Euro, den die Gemeinde im Jahr 2003 bei der Münchener Hypothekenbank aufgenommen hatte, ist bis auf 34 100 Euro getilgt. Die Zinsbindung (4,27 Prozent fest) läuft zum 16. Mai aus. Bürgermeister Zehner schlug vor, diesen Kredit nun mit einer Einmalzahlung komplett abzulösen. Im Haushalt 2018 soll eine entsprechende Sondertilgung vorgesehen werden. Fast einstimmig stimmte der Gemeinderat ihm zu.
Der Gemeinderat beschloss, für die Veranstaltung "Wunderbar Wanderbar" die Kosten für Blumenschmuck, Zelt sowie Bestuhlung, die nicht von der interkommunalen Allianz Schweinfurter Oberland und den beteiligten Vereinen übernommen werden, bis zu einer Höhe von etwa 500 Euro zu übernehmen. Bevor diese Entscheidung mit elf gegen zwei Stimmen fiel, gab es allerdings eine kleine Diskussion. mdb