Seit einem Vierteljahrhundert begeistert "Irish Dance" ein breites Publikum. Was mit "Riverdance" und "Lord oft the Dance" begann, wird seitdem durch unterschiedlichste Gruppen europaweit auf den Bühnen präsentiert - und diesmal mit den "Danceperados of Ireland" auf ihrer "Spirit of Irish Christmas"-Tour im Max-Littmann-Saal von Bad Kissingen.

Passend zur Adventszeit hatten sich Eimhin Liddy als musikalischer Arrangeur und Choreograph Michael Donnellan die weihnachtlichen Sitten und Bräuche der Grünen Insel angesehen und daraus eine zweistündige Show produziert, die alle Elemente von "Irish Music" und "Irish Dance" hatten. Die musikalische Basis legten sie dabei mit einer eingespielten Live-Band in der typischen Instrumentierung mit Akustikgitarre, Violine, Akkordeon und der "Bodhrán", eine irische Rahmentrommel, die den Herzschlag Irlands widerspiegelt.

Die sechs Virtuosen bildeten den Hintergrund auf der Bühne, während den vorderen Teil die sechs Tänzerinnen und vier Tänzer in unterschiedlichsten Kostümen und verschiedensten Variationen bespielten. Dabei legten die Akteure Wert darauf, dass alles "Live" präsentiert wird und damit die Authentizität des Gespielten und Gezeigten im Vordergrund steht. Unterlegt wurde dieser Blick auf die Grüne Insel durch Einspielungen auf einer Beamer-Leinwand, auf der zum Beispiel ein flambierter Irish-Christmas-Cake entstand, die frostige Tradition des Weihnachtsschwimmens im Meer bestaunt werden konnte oder der wilde Brauch der "Wren-Boys" an die alpenländischen Perchten erinnerte. Präsentiert wurden auch die "Frauenweihnacht", an der die Männer die Haushaltspflichten übernehmen müssen, der auch bei uns bekannte Brauch, eine brennende Kerze in das Fenster zu stellen, und der Wunsch vieler ausgewanderter Iren, gerade zu Weihnachten die Heimat und die Familie zu besuchen.

Neben diesem Blick in die irische, teils vorchristliche Kultur stand natürlich "Irish Folk" und der irische Stepptanz im Mittelpunkt des Interesses der rund 600 Gäste, wobei die Besucher auf dem Balkon die schnellen Beinbewegungen in Kombination mit den starren Oberkörpern und unbeweglichen Armen besonders gut bestaunen konnten. In einer sympathischen, irisch-deutschen Moderation wurde die Gäste anfangs auf die Mitmach-Pflichten hingewiesen, die in rhythmischem Klatschen, im Füße stampfen und in lauten Anfeuerungsrufen bestanden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte sich das Publikum darauf eingestellt und von da an herrschte "Irish-Pub-Feeling" im Max-Littmann-Saal.

Die Akteure forcierten diese ausgelassene Stimmung durch eine abwechslungsreiche Mixtur aus Musik, Gesang und Tanz. Irish-Folk-Melodien wie "Wexford Carol", "Rise up" oder "Fairytale of New York" waren ebenso vertreten wie Weihnachtslieder wie "Christmas Eve" oder "The Wren´s Reel", die als "Carols" bezeichnet werden, oder das bekannte "Whisky in the Jar".

Die breite kulturelle Vielfalt Irlands wurde nicht nur mit Geige und "Bodhrán" präsentiert, sondern spiegelte sich auch in den Volkstänzen der zehn jungen Tänzerinnen und Tänzer wider. "Jigs & Reels & Hornpipes" sind die Namen der unterschiedlichsten Volkstänze, die zwar im Stepptanz ihren bekanntesten Vertreter haben, aber darüber hinaus noch eine geräuschlose Variante aufweisen, die überwiegend durch Frauen dargeboten werden und sich durch anmutige Drehungen und Sprünge auszeichnen. Beides wurde von den Akteuren geboten, wobei gerade die Stepp-Nummern durch prägnanten Rhythmus zum Mitklatschen animierten und im begeisterten Applaus endeten. Fußarbeit war dabei wichtig, um den "Stepp" mit Hilfe sogenannter "Heavy-Shoes" auch in der hintersten Reihe hören zu können - und diese Fußarbeit wurde gekonnt präsentiert, sowohl bei den Solisten als auch bei den Darbietungen aller Akteure.

Die Faszination des Abends ergab sich aus der Summe aller musikalischen, tänzerischen und geschichtlichen Elemente, die die "Danceperados of Ireland" in der vorweihnachtlichen Zeit präsentierten. Die Besucher honorierten dies mit stehendem Applaus am Ende eines begeisternden "Spirit of Irish Christmas".